1981
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung am 10. 1. 1981 im Gasthof Hirschen. Anwesend waren 37 Schützen, 2 Marketenderinnen, das Ehrenmitglied Alois Gantioler und die Ehrengäste Bürgermeister Walter Turek, Vize-Bgm. Georg Lotter und Kooperator Mag. Gebhart Ringler.
Sebastian-Prozession zur Geistbühelkapelle – 41 Mann
Schützenball (Pfarrheim), Haussammlung
Würstlstand am Faschingsdienstag für die Musikkapelle
Fronleichnam-Prozession – 46 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 47 Mann
Schützenfest in Mittenwald – 39 Mann
Schützenfest in Oberperfuss – 36 Mann
Bezirksschützenfest in Inzing – 41 Mann
Ehrenbürgerschaft für Landeshauptmann Dipl.-Ing. Alois Partl – 33 Mann
Landesfeiertag-Gelöbnisgottesdienst (Abordnung)
50 Jahre Kaiserjäger Ortsgruppe Zirl – 41 Mann und Mithilfe beim Fest
Empfang der Musikkapelle nach der Musikolympiade in Kerkrade (NL)
Bezirks-Schützenschnurschießen in Zirl KK-100 m haben 25 Zirler Schützen teilgenommen.
Im Mannschaftsbewerb wurde Felix Plattner (Hanseler) Schützenkönig.
Kriegergedächtnis beim Denkmal – 45 Mann
In diesem Jahr wurde die Schützenkompanie von der Schützengilde zu einem Vergleichsschießen aufgefordert um festzustellen wer die eigentlichen Schützen im Dorf sind. Dieses Vergleichsschießen (Mannschaften zu jeweils 3 Mann – 15er Serie) endete mit einem triumphalen Erfolg für die Schützenkompanie. Die Kompanie erreichte im Mannschaftsbewerb die Plätze 1, 2, 4, 5, 6 und 7. Die Kompanie stellte mit Heinrich Schneider jun. (Hafeler) den tagesbesten Schützen. Diese Vergleichsschießen wurden fünf Jahre lang durchgeführt. Erst beim fünften Schießbewerb, im Jahre 1985 konnte erstmals eine „liegend frei“ Mannschaft der Gilde einen Sieg verbuchen. Die Schützenkompanie war 1985 durch den Schützenheimbau voll beansprucht und mußte deshalb das dafür notwendige Training vernachlässigen. Die Bewerbe der Jahre 1982–1984 gewannen jeweils die „aufgelegt“ schießenden Veteranen der Gilde, denen es erlaubt war dabei mitzuschießen. Die Mannschaften der Schützenkompanie schossen jeweils nur „liegend frei“ so wie es im Schießsport üblich ist.
Schützenwallfahrt in Absam (Abordnung)
Kameradschaftsabend im Gasthof Hirschen
Das Ehrenmitglied Johann Witting (Augl Hans) wird von der Kompanie zur letzten Ruhe geleitet. Eine Fahnenabordnung erwies dem ehemaligen Kameraden Fritz Schiffmann und 11 Weltkriegsteilnehmern die letzte Ehre.
1981 werden die Schweizer-Gewehre wegen Ersatzteilmangel ausgemustert und zum Preis von S 1000,– an die Kompaniemitglieder (S 1500,– an Nichtmitglieder) verkauft.
Die Kompanie erhält 50 Stück Karabiner K98 (S 93.000,–).
Weiters werden 10 Hüte und 5 Gurte (S 9600,–) angeschafft. Dem Kustos des Heimatmuseums wurde 1 Schweizer-Gewehr als Erinnerungsstück übergeben.
Der Schützenraum im Keller des Altersheimes wird um einen Raum erweitert, da die Gendarmerie die Zelle des Gemeindekotters nicht mehr benötigt.
Bei den diversen Arbeitseinsätzen (Schotter ausheben im Kirchenschiff, Emporestufen, Kreuzwegstationen und Figuren der Seitenaltäre abmontieren) zur Kirchenrenovierung beteiligten sich die Kompaniemitglieder zahlreich und die Schützenkompanie stiftet zusätzlich noch ein Fenster im Presbyterium (S 42.500,–) der Pfarrkirche.
Beim Dorfputz wird wieder wie üblich das Ehnbachufer gereinigt.
Die Gemeinde ersucht die Schützenkompanie, bei der Markterhebung von Zirl, im Jahr 1984, ein Zeltfest durchzuführen. Feuerwehr, Sportklub und Musikkapelle sahen sich außerstande, der Gemeindeführung eine fixe Zusage zu erteilen. Die Schützen erklären sich dazu gerne bereit.
Das Ehrenmitglied Rudolf Bucher feiert seinen 80. Geburtstag im Kreise der Schützenkameraden.
Im Gasthof Hirschen wird ein Säbel- und Fahnenträgerkurs für das Bataillon Hörtenberg abgehalten (Lkdt-Stv. Mjr. Karl Bucher).

1982
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung am 9. 1. 1982 im Gasthof Hirschen. Anwesend sind 45 Schützen, 2 Marketenderinnen, das Ehrenmitglied Alois Gantioler und die Ehrengäste Pfarrer Josef Indrist, Bürgermeister Walter Turek und Vize-Bgm. Georg Lotter.
Neuwahlen – Offiziere und Kassier werden geheim (mit Stimmzettel) gewählt:
Hautpmann/Obmann Rudolf Kapferer, Oberleutnant Georg Egger, Leutnant/Schriftführer Josef Schneider, Kassier Anton Lechleitner
per Aklamation:
Fähnrich Johann Dornauer, Waffenmeister Rudolf Bucher, Bekleidungskämmerer Alois Gantioler.

Sebastian-Prozession zur Geistbühelkapelle – 43 Mann
Schützenball (S 30.000,–)
Fronleichnam-Prozession – 48 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 45 Mann
Schützenfest in Hötting – 40 Mann
Schützenfest in Reith b. Seefeld – 43 Mann (Vorstellung der Hörtenberger Schützenparade (Marsch von Erich Hendl, Militär-Kapellmeister). Die Uraufführung war in Bregenz mit der Militärmusik Vorarlberg
Haussammlung – Rekordergebnis S 55.000,–
Würstlstand am Faschingsdienstag für die Musikkapelle
Bataillons-Bildungstag in Inzing (Bildungsoffizier HR. Hans Auer)
Baon.-Schnurschießen in Scharnitz – (21 Zirler) Mannschaft 3. Rang
Dorfputz – Ehnbachufer gereinigt
Bezirksschützenfest in Leutasch – 36 Mann
Dorffest zu Gunsten der Kirchenrenovierung – (20 Mann Mithilfe)
Landesfeiertag-Gelöbnisgottesdienst (Ausschuss)
Beim 160. Gründungsfest der Musikkapelle Zirl (Zeltbetrieb) haben zahlreiche Kompaniemitglieder mitgeholfen.
Beim 1. Kulturstammtisch der Bücherei (Diskussionsabend) war die Kompanie durch den Hauptmann und dem Leutnant vertreten.
Gründungsfest der Schützenkompanie Mjr. Straub in Hall – 26 Mann
Kriegergedächtnis beim Denkmal – 50 Mann (Rekordbeteiligung)
Kameradschaftsabend im Gasthof Hirschen
50. Geburtstag von Mjr. Kurt Schletterer (Bataillonskommandant)
1982 werden von der Kompanie OSR Dir. Franz Mang (Chronist 1955–1970), der ehemalige Schützenleutnant Johann Stoll sen. (Obmann der Kaiserjäger) und der Alt-Bürgermeister Josef Stainer (1966–1974) zur letzten Ruhe geleitet. Weiters rückte eine Fahnenabordnung zu 13 Krieger-Begräbnissen aus.
Die Gemeinde erhöht ihre Subvention auf S 20.000,–.
Beim 2. Vergleichsschießen mit der Schützengilde errang die Kompanie (8 Mannschaften) die Plätze 1, 4, 5, 6. Der Sieg durch eine Kompanie-Mannschaft kam diesmal mehr als überraschend, war doch diesmal auch eine SITZEND-AUFGELEGT Mannschaft der Gilde (Karl Thaler, Peter Gastl, Reinhold Ennemoser) zugelassen. Die Schützenkompanie gab dazu ihre Zustimmung obwohl das bei einem Vergleichsschießen nicht üblich ist, um nicht ältere Schützen aus diesem sportlichen Bewerb auszuschließen.
Es wurde beschlossen, eine neue Kompaniefahne anzuschaffen, damit die alte, im Jahre 1906 geweihte und 1953 generalrenovierte Kompaniefahne einer dringend notwendigen Restaurierung zugeführt werden kann. Die Weihe soll im Rahmen des Bezirksschützenfestes (Markterhebung 1984) stattfinden.
Hauptmann Rudolf Kapferer feiert seinen 60. Geburtstag im Kreise der Schützenkameraden. Ehrenmitglied Rudolf Bucher erhält die seltene Auszeichnung für 60jährige Mitgliedschaft.
Ein Schießen für die Telfer Schützenkompanie wird von der Kompanie am KK-Stand der Gilde abgewickelt. (Erlös erhält die Gilde).

1983
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung am 15. 1. 1983 im Gasthof Hirschen. Anwesend sind: 41 Schützen, 2 Marketenderinnen, die Ehrenmitglieder Rudolf Bucher und Alois Gantioler, sowie die Ehrengäste Pfarrer Josef Indrist und Bürgermeister Walter Turek.
Sebastian-Prozession zur Geistbühelkapelle – 42 Mann
Schützenball/Haussammlung
Würstlstand für die Musikkapelle
Baon.-Schützenschnurschießen in Kematen – (23 Zirler) Mannschaft 1. Rang
Die Schützenkompanie stellte beim Empfang der letzten Kaiserin von Österreich ihrer Majestät Zita von Habsburg in Innsbruck (Kloster Wilten) die Ehrenkompanie – 49 Mann
Fronleichnam-Prozession – 53 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 53 Mann
Schützenfest in Aschau (Bayern) – 47 Mann
25-jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Josef Indrist (Ausschuss)
Bezirksschützenfest in Hatting – 46 Mann
Schützenfest in Ranggen – 39 Mann
Landesfeiertag-Gelöbnisgottesdienst (Ausschuss)
Kriegergedächtnis in der Pfarrkirche (Regen) – 30 Mann
1. Erntedankfest der Brauchtumsgruppe Zirler Türggeler – 40 Mann
Schützenwallfahrt in Absam
1983 geleitet die Kompanie ihren langjährigen Trommler Alois Kofler sen. zur letzten Ruhe und rückt mit einer Fahnenabordnung zu 13 Begräbnissen ehemaliger Weltkriegsteilnehmer aus.
Die Kompanie übernimmt im Rahmen der Kirchenrenovierung die Kosten für die Renovierung des Sebastian-Altars und des Sebastian-Farggeles. Die Kosten von S 60.000,– werden je zur Hälfte von der Kompanie-Kassa und von Spenden der Schützen und deren Gönnern aufgebracht.
Dorffest zu gunsten der Kirchenrenovierung (2 Tage) – 23 Mann
Die Schützenkompanie ersucht die Gemeinde um die Überlassung des frei gewordenen alten Feuerwehrhauses beim Altersheim um einen Luftgewehrschießstand dort einzurichten. Darauf erhält die Kompanie die Zusage, dass beim geplanten Altersheim-Zubau (Pflegestation) die Schützenkompanie den Keller für den Ausbau eines Schützenheimes mit Luftgewehr-Schießstand erhält.
1983 werden 7 neue Gurte (S 24.500,–) und 1 Signalhorn (S 2000,–) angeschafft.
Die neue Kompaniefahne samt Zubehör, nach einem Entwurf von Mag. Pia Kapferer wird bei der Firma Ridia (OÖ) zu einem Preis von S 65.000,– bestellt.
Für das Marberger-Denkmal in Silz spendet die Kompanie S 900,–.
Die Kompanie erhält vom Gemeinderat die Genehmigung, das Gemeindewappen zu führen.
Beim 3. Vergleichsschießen mit der Schützengilde gewinnt wie erwartet die Mannschaft der Aufgelegtschützen der Gilde. Die Kompaniemannschaft belegte Rang 2 vor der ersten (liegend frei) Gildemannschaft.
Beim Internationalen Mannschaftschießwettbewerb des Bundesheeres errang die Kompaniemannschaft (Walter Corona, Felix Plattner, Walter Krase, Christian Wild) den beachtlichen 3. Rang.

1984
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind im Tiroler Gedenkjahr 1809–1984 zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung am 7. 1. 1984 im Gasthof Hirschen.
Anwesend sind: 50 Schützen, 2 Marketenderinnen, Pfarrer Josef Indrist, Vize-Bürgermeister Georg Lotter, Kulturreferent Dr. Anton Mederle, Obmann und Kommandant der Kaiserjäger Josef Neuner und Franz Schneider, der Obmann der Musikkapelle Franz Heiß, sowie das Ehrenmitglied Alois Gantioler.
Bei der Jahreshauptversammlung am 22. 1. übergibt der aus Reith stammende Militärkapellmeister Erich Hendl, die Partitur der Hörtenberger Schützenparade, dem Obmann der Musikkapelle Franz Heiß. Bürgermeister Dir. Walter Turek erhielt vom Chronisten der Kompanie, Josef Schneider, eine Kurzchronik.
Oberleutnant Georg Egger wird zum Ehrenmitglied gewählt.
Sebastian-Prozession  – 50 Mann
Haussammlung und Schützenball (Pfarrheim) (4. 2.)
Andreas-Hofer-Gedenkgottesdienst – 39 Mann (Beginn des Gedenkjahres) (10. 2.)
Würstlstand am Faschingsdienstag für die Musikkapelle (6. 3.)

Vor dem Auftakt für das Tiroler Gedenkjahr, in dem auch Zirl zur Marktgemeinde erhoben wird, gibt es für die Schützenkompanie mit dem Rücktritt von Hauptmann Rudolf Kapferer einem Knallefekt, mit dem weder die Schützenkompanie noch die Gemeindeführung und das Organisationskomitee der Markterhebung gerechnet hat. Der langjährige Schützenhauptmann legt nach Meinungsverschiedenheiten mit dem Ausschuß, bezüglich Spende der neuen Kompaniefahne durch KR Karl Reinhart (Weinhofbesitzer) anfang März seine Funktionen als Obmann und Hauptmann unwiderruflich zurück und tritt mit seinen beiden Söhnen aus der Schützenkompanie aus. In dieser Notsituation beauftragt die Schützenkompanie den bisherigen Leutnant und Schriftführer Josef Schneider (Hafeler Seppl) mit der Führung der Kompanie durch das mit Terminen und Verpflichtungen vollgepackte Jahr, bis zu den fälligen Neuwahlen im Jänner 1985.
Schützenschnurschießen im Mieming (24.+25. 3.) – Neben Schützenschnüre in Gold (7), Silber (5) und Grün (3) erreicht die Kompanie im Mannschaftsbewerb hinter dem Favoriten Oberperfuß, den zweiten Rang und Herwig Föger gewinnt die Bezirks-Schützenkette.
Damit ist er bereits der dritte Zirler, der es zum Schützenkönig gebracht hat.
Im Mannschaftsbewerb belegte die Kompanie die Ränge 2./11./14.
Sterbegottesdienst für Kooperator Jakob Eder (Fahnenabordnung) (16. 4.)
Maidult nach Passau gemeinsam mit der Musikkapelle und den Kaiserjägern (28.+29. 4.) – 32 Mann.
Dorfputz – Ehnbachufer gereinigt (2. 5.)
Vollversammlung zur Abschlußvorbereitung für das Bezirksschützenfest (25. 5.) 41 Mann
Markterhebungs-Gedenktafelenthüllung (1. Juni) Fahnenabordnung
350 Jahre Sebastiansbruderschaft in Telfs (3. Juni) Fahnenabordnung
Zeltaufstellen vom 18.–20. Juni
Fronleichnam-Prozession – 44 Mann (wegen Regen in der Pfarrkirche abgehalten)
Markterhebung und Bezirksschützenfest mit Fahnenweihe:
Kaiser-Max-Denkmalenthüllung (22. 6. Kirchstraße) zur Festeröffnung in Anwesenheit von Dr. Otto von Habsburg – 43 Mann anschließend Festzelteröffnung
Beim Markterhebungsfestakt, bei dem Olt. Georg Egger dem Bundespräsidenten Dr. Rudolf Kirchschläger und Landeshauptmann Eduard Wallnöfer die Meldung macht, ist die Kompanie mit 45 Mann angetreten. Nach dem Festakt werden die Korporationen von der Gemeinde zum Mittagessen in die Zirler Gasthöfe geladen. Die Kompaniemitglieder müssen darauf aber verzichten, da sie den Zeltbetrieb für den nachmittägigen Festumzug in Schuß bringen müssen. Am Festumzug können sie nur mit einer Fahnenabordnung teilnehmen. Die Ehrenkompanie stellt deshalb die Schützenkompanie Wilten unter Hptm. Rosenkranz. Der Zeltbetrieb geht an diesem Tag bis in die frühen Morgenstunden. Anschließend ist das Festzelt zu reinigen und die Vorbereitungen für das bereits am Morgen beginnende Bezirksschützenfest zu treffen. (23. 6.)
Nachmittags findet der Festumzug statt der im Festzelt der Schützenkompanie endet
Bezirksschützenfest mit Fahnenweihe findet wegen starken Regens in der Pfarrkirche statt. Die Fahne wurde von KR Karl Reinhart gespendet und vom Bataillonskuraten Dekan Franz Saurer aus Telfs geweiht. Fahnenpatin ist Fräulein Anika Dornauer, die Enkelin des Fähnrichs Hans Dornauer (24. 6.).
Diese Festlichkeiten (Markterhebung und Schützenfest) waren für die Schützenkompanie ein sehr großer Erfolg (ansehensmäßig und finanziell)
Herz-Jesu-Prozession (1. Juli) – 45 Mann
Schützenfest in Seefeld (8. Juli) – 25 Mann
Mons.-Kolb-Gedenkschießen in Matrei/Br. – 18 Schützen (Witting Anton sen. erringt auf der Festscheibe den 2. Rang) (14. Juli). Dabei lernten wir den Erfinder der elektronischen Schießauswertung, Dipl.-Ing. Alfons Kempf aus Deutschland und seine revolutionäre elektronische Schießauswertung (Teiler und 1/10 Ringe) kennen.
Trachtenfest in Sautens (15. 7.) – Fahnenabordnung
Rosenkranz für den Schützenkameraden Ferdinand Seelos – 24 Mann
Schützenfest in Oberperfuss (20. 7.) – Fahnenabordnung
Begräbnis Ferdinand Seelos – 28 Mann
Gedenktafelenthüllung in Scharnitz – Fahnenabordnung (21. 7.)
Schützenfest in Tumpen (22. 7.) – 30 Mann
Preisverteilung Mons.-Kolb-Schießen in Matrei – 14 Mann
Dorffest (4. 8.) zu Gunsten der Pfarrkirchenrenovierung – 20 Mann
Landesfeiertag 15. August 
Festgottesdienst – Vor dem Festgottesdienst wird beim Kriegerdenkmal ein Foto von der Kompanie mit den beiden Kompaniefahnen gemacht.
Großer Österreichischer Zapfenstreich – mit Musikkapelle und Kaiserjäger (Schützen 43 Mann) am Festplatz östlich des Friedhofes. Die Bevölkerung, die sehr zahlreich erschienen ist, war von diesem Festakt sehr begeistert. Diese Festveranstaltung wurde als Beitrag der Zirler Traditionsvereine (Musik/Schützen/Kaiserjäger) zur Markterhebung von Zirl und als Beitrag zum Tiroler Gedenkjahr durchgeführt.
Feldmesse bei der Schützenschanz mit Beteiligung der Scharnitzer Sänger (Kristen) (2. 9.) – 36 Mann
Begräbnis von Ehrenbürger Stefan Witting – 14 Mann
Vorabendmesse zum Landesfestumzug (Pfarrkirche) – 34 Mann
Landesfestumzug in Innsbruck (9. 9.) – 51 Mann
Kriegergedächtnis, das in Zirl traditionsgemäß am zweiten Sonntag im September stattfindet, mußte wegen dem Landesfestumzuges auf den darauffolgenden Sonntag verlegt werden (wegen Regen in der Kirche) – 39 Mann (16. 9.)
Hochzeit von EHG Lorenz von Habsburg und Prinzessin Astrid von Belgien in Brüssel (21./22./23. 9). Dazu waren die Schützenkompanie, die Musikkapelle und die Kaiserjäger geladen. Die Schützenkompanie rückte dazu mit 50 Mann aus.
Empfang der Zirler Abordnung im Park des Schosses Belvedere in Brüssel. Dabei wurde eine exakte Salve geschossen und das Hochzeitsgeschenk (Schützenscheibe mit dem Motiv der Martinswand) übergeben.
Hochzeitsparade gemeinsam mit der Belgischen Armee vor dem Rathaus am Grand Place.
Am Abend wurde dort von den Zirlern der „Große Österreichische Zapfenstreich“ unter der musikalischen Leitung von Ernst Neuner und dem Kommando von Leutnant Josef Schneider vor einer gewaltigen Zusehermasse aufgeführt. Die Schützenkompanie schoß dabei, wie bereits am Vortag im Königsschloß eine „Mustersalve“, wofür die Schützen tosenden Applaus bekamen. Das Auftreten der Zirler Korporationen wurde in den belgischen und deutschen Medien sehr ausführlich erwähnt. Den österreichischen Medien ist dieses Ereignis leider entgangen.
Schützenwallfahrt in Absam – Abordnung
Kameradschaftsabend im Hotel Löwen
Totengedenken im Rahmen der Glaubensmission – 34 Mann
Eine Fahnenabordnung rückte zu 12 Begräbnissen ehemaliger Kriegsteilnehmer aus.
Im Jahr 1984 beginnen auch die Vorbereitungsarbeiten für den Schützenheimbau.
In 326 Stunden werden im Februar die Holzbauwerke (Stadel und Schuppen) im Hof des Altersheimes abgetragen und so der Platz für den geplanten Zubau freigemacht. Das Holz wird zu einem guten Teil im Schützenheim wieder verwertet, der Rest an Schützenkameraden als Brennholz verschenkt.
Im September, wenige Tage vor der Brüsselreise, wird in Fiss ein von der Kompanie um S 50.000,– erworbenes Gastlokal in 90 Stunden abgebaut, nach Zirl transportiert und dort zwischengelagert.
Im November und Dezember beginnen auch die Vorarbeiten für den Schützenheimbau. Die Kompaniemitglieder beginnen mit dem Abtragen der Baulichkeiten (Schuppen) am Altersheimareal (250 Stunden) um der Gemeinde den Platz für den Pflegeheimbau freizumachen. Die dabei anfallenden Bretter und Balken werden für das zukünftige Schützenheim benötigt.
Der Benützungsvertrag für das Schützenheim wird mit der Gemeinde abgeschlossen.
Obwohl das Jahresprogramm mit Terminen vollgepackt war, fanden die Schützen dennoch Zeit um 15 Weltkriegsteilnehmern die letzte Ehre zu erweisen.

1985
Eröffnung der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld - Jungschützen
Jahreshauptversammlung (12.1.)Neuwahlen – Offiziere und Kassier werden geheim (mit Stimmzettel) gewählt: Hptm. Josef Schneider, Olt. Stephan Zangerl, Lt. Arnold Defrancesco, Fähnrich Johann Dornauer, Kassier Anton Lechleitner, Furier Felix Plattner, Bekleidungskämmerer Franz Hofer, Waffenmeister Alfons Defrancesco. Der langjährige Olt. Georg Egger wird zum Ehrenhauptmann ernannt. Empfang Dr. Otto v. Habsburg in Innsbruck (Vortrag über Zukunft Europas)
Schützenball
Schützenheimeinweihung in Inzing (19.5.) und in Kematen (15.9.)
Schützenheimbau - DISAG-Schießauswertanlage um S 75.000,- gekauft.
24. Mai Schützenheim-Einweihung (Pfarrer Josef Indrist, Ehrenbundesoberschützenmeister HR. Dr. Josef Deflorian, Baon-Kdt. Kurt Schletterer, Bgm. Dir Walter Turek. 
25. Mai "Tag der Offenen Tür" gemeinsam mit Pflegestation-Neubau des Altersheimes. Sehr großes Interesse der Bevölkerung für Schützenheim. 
Das Schützenheim ist jeden Dienstag und Donnerstag mit Ausnahme von Feiertagen ganzjährig geöffnet.
Letztes Vergleichsschießen mit Schützengilde am KK-Stand
50. Geburtstag von Bürgermeister Dir. Walter Turek
Andreas-Hofer-Gottesdienst (36 Mann) – Offizieller Abschluß des Tiroler Gedenkjahres 1809–1984
10.3. Beschießen der Hochzeitsscheibe am KK-Stand der Schützengilde - Erzherzog Lorenz und Prinzessin Astrid zu Besuch in Zirl. Empfang am Dorfplatz - Besichtigung der Pfarrkirche, Gedenktafel für Kaiser Ferdinand beim Schwarzen Adler und Kloster Martinsbühel besichtigt – Festbankett am Abend im Zirler Weinhof.
Schützenschnurschießen in Inzing (12x GOLD, 5x SILBER, 6x Grün, Mannschaft 4. Rang
Fronleichnam-Prozession (51 Mann) – ohne Sebastian-Farggele (Renovierung)
Schützenfest in Wilten, Baon-Fest in Scharnitz, Ehrenkompanie beim Oberländer Regimentsfest in Lermoos (51 Mann)
Mithilfe beim Pfarrfest
11 Begräbnisse (Fahnenabordnung)

1986
Jahreshauptversammlung: Andreas-Hofer-Gedenkmesse - anschließend Jahreshauptversammlung (Gasthof Hirschen)
Ausrückungen der Kompanie: Kompaniefoto vor der Fronleichnam-Prozession in Martinsbühel, Grenzlandfest in Zwiesel (Ehrenkompanie), Schützenfeste in Uderns, Baon.-Fest in Reith, Friedensfest in Pejo und Festakt bei der Friedensglocke in Rovereto, Schützenausflug zum Kaunertaler Gletscher, Brunnen-Einwehung in Eigenhofen.
Ausrückungen einer Abordnung: 7.–10. März – Taufe von Amadeo in Brüssel (Sohn von EHG. Lorenz v. Habsburg ) Die Schützenoffiziere Schneider, Zangerl, Defrancesco und E-Hptm. Egger übergeben Wiege als Geschenk.
Lavis (Welschtirol), Schützenheimeinweihung in Hatting und Polling.
Begräbnisse: Schützenkamerad Engelbert Waldner wird zu Grabe getragen.
Schützenheim: Die österreichischen LG-Meisterschaften in Innsbruck werden mit der Zirler DISAG-Auswertung ausgewertet.
Schießwesen: Schützenschnurschießen in Mieming
Umweltschutz: Aufforsten in der Schloßbachklamm durch Schützenkompanie und alljährlicher Dorfputz (Ehnbachufer reinigen)
Weitere Aktivitäten: Schützenball diesmal kein Maskenball (Trachtenball), Filmaufnahmen im Schützenheim für Fremdenverkehrswerbefilm, Kompaniefahne-Besichtigung durch Frau Illek aus Wien bezüglich einer Renovierung.
Kuriosität: Schützengilde erhebt auf Grund der Nachforschungen ihrer Chronistin (Edith Niedermayr) Ansprüche auf Kompaniefahne.
Mitarbeit beim Zirler-Berg-Rennen (Wertungsfahrt) für Fremdenverkehrsverband (Eintritte).
Ehrenkranzverleihung an Bürgermeister Dir. Walter Turek, KR Karl Reinhart und Franz Skuhala durch Lkd/Stv. Karl Bucher.
Orgeleinweihung (Kirchenrenovierungsende) 
8.11. EHG Lorenz v. Habsburg mit Gattin Astrid zu Besuch im Schützenheim (Stift Stams, Martinswandgrotte besichtigt und Ehrenscheibe im Schützenheim beschossen)
Schützenheim: 94 Schießabende und 9 Sonderschießveranstaltungen
10 Begräbnisse (Fahnenabordnung)

1987
Jahreshauptversammlung (60 Mann) nach der Andreas-Hofer-Gedenkmesse.
Ausrückungen der Kompanie: Franz-Plattner-Gedenkgottesdienst und Gedenktafelenthüllung in der Meilstraße, Schützenfest in Polling, Flaurling, Baon-Fest in Mieming, Großer Österreichischer Zapfenstreich am Landesfeiertag am Dorfplatz, Ehrenkompanie beim ABTA-Kongress in Innsbruck (Fremdenverkehr-Fachtagung).
Ausrückung einer Abordnung: Gedenkfeier für den Zirler Kirchenmaler Franz Plattner am Innsbrucker Westfriedhof, 500-Jahr-Feier in Calliano, Festakt 75 Jahre Mittenwaldbahn, 100. Geburtstag von Kaiser Karl I. in Klosterneuburg, 75. Geburtstag von Otto v. Habsburg in Andechs.
9 Begräbnisse (ehemaliger OSM der Gilde Alfred Suitner).
Schützenheim: DISAG-Auswertanlage zur Auswertung der Österreichischen LG-Meisterschaft nach Salzburg verliehen.
Festakt im Schützenheim und Gedenkscheibenbeschießen zum 200. Geburtstag von Anton Plattner, Priester und Schützenhauptmann im Jahre 1809. Altmarketenderinnentreffen im Schützenheim (14 Teilnehmerinnen)
93 Schießabende und 11 Sonderveranstaltungen im Schützenheim.
Umwelt: Aufforstung im Bereich des Weges zum Schießstand in der Schloßbachklamm und Dorfputz.
Weitere Aktivitäten: Schützenball als Trachtenball durchgeführt Renovierung der alten Kompaniefahne in Wien (Fr. Illek).
Kuriositäten:
Schützengilde schreibt Brief an die Kompanie, worin sie auf die alte Kompaniefahne Anspruch erhebt, den Schießbetrieb im Schützenheim, das Führen der Bezeichnung Oberschützenmeister für den Verantwortlichen unseres Schießstandes und das Feiern der ersten urkundlichen Ausrückung von Zirler Schützen bei der Schlacht von Calliano (1487) und das Tragen des braunen Tiroler Schützenrockes (wird auch von der Musikkapelle als zweite Tracht verwendet) untersagt. Die Kompanieführung verbittet sich diese Einmischungen in das Vereinsgeschehen und stellt unmißverständlich klar, daß die Schützenkompanie die Klärung auf dem Gerichtsweg nicht scheuen wird. Alle Kompaniemitglieder die auch Mitglieder der Schützengilde sind stellen ihre Tätigkeiten bis zu einer allfälligen Klärung oder Rücknahme des Gildenbriefes bei der Schützengilde ein. Landesoberschützenmeister und Bürgermeister ersuchen die Kompanie trotz der bestehenden Unstimmigkeiten die Schützengilde zum geplanten Festakt (Großer Österreichischer Zapfenstreich am Dorfplatz) dennoch einzuladen. Als Zeichen des guten Willens wurde eine Teilnahme einer Abordnung der Schützengilde genehmigt.
Aussprache mit der Zirler Wirtschaft wegen angeblicher Schädigung der Zirler Gastronomie durch das Schützenheim. Diese Aussprache ist für die Kompanie positiv ausgefallen. Die Vertreter der Wirtschaft sind einer leicht wiederlegbaren Falschmeldung aufgesessen. Die Argumente der Schützen waren so überzeugend, daß sie sich bei der Kompanieführung sogar entschuldigten. Sie haben eingesehen, daß das Schützenheim, Zirls Wirtschaft belebt (Beweis durch das Kassabuch) und der Fremdenverkehrsverband für das Schützenheim als beliebtes Angebot für seine Gäste im Vorjahr sogar einen Werbefilm in Auftrag gegeben hat.

1988
Jahreshauptversammlung: (60 Mann) nach der Andreas-Hofer-Gedenkmesse
Ausrückungen Kompanie: Schützenfest in Mezzocorona mit Musikkapelle (Ehrenkompanie), Papstbesuch in Innsbruck - „Ehrenspalier“ durch Innsbruck von Schützen gebildet, Baon-Fest in Telfs, Feldmesse bei der Schützenschanz (Stefan Sailer und Hermann Barbist verunglücken bei der Heimfahrt tödlich). Vereinshauseinweihung in Eigenhofen.
Ausrückungen Abordnung: 75. Geburtstag unseres Ehrenhauptmann Georg Egger, Festakt der Studentenverbindung „Austria“  
Schützenheim: Teilermaschine für Schießveranstaltung in Inzing verliehen, Baon-Jungschützenschießen in Zirl 
Umwelt: Dorfputz, Aufforsten am Ochsenleger nach einem großen Hagelschaden im Vorjahr (6 Tage) 
Begräbnisse: Ehrenmitglied Rudolf Bucher, weitere 11 Begräbnisse ehemaliger Kriegsteilnehmer.
Schießwesen: Schützenschnurschießen in Telfs: 29 Mann, 16x Gold, 6x Silber, 3x Grün, Mannschaft 1. und 3. Rang
Aktivitäten: Schützenball, Ausstellung im Pfarrheim „Vereine stellen sich vor“, Festbesuch in Kematen mit den Schützenheimmitarbeitern, Mithilfe beim Bez.-Musikfest, Zirler-Berg-Rennen (Eintritt)

1989
Jahreshauptversammlung: Die Jahreshauptversammlung wird nun wieder nach alter Tradition nach der Sebastian-Prozession abgehalten.
Schützenball: Trachtenball sehr gut besucht
Ausrückungen: Ehrenkompanie beim Begräbnis der letzten Kaiserin von Österreich Zita v. Habsburg in Wien (58 Mann), Maidult in Passau, Fronleichnam-Prozession (57 Mann) ist EHG. Lorenz v. Habsburg und seine Gattin Astrid dabei, Trachtenfest in Sautens, Kriegergedächtnis wird wegen Regen in der Pfarrkirche gehalten, anschließend Verleihung des „Zita-Ordenskreuzes“ an alle Teilnehmer an den Begräbnisfeierlichkeiten in Wien.  
Abordnungen: Bundesheerangelobung in Kematen, Requium für Kaiserin Zita in der Hofkirche, Begräbnis Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, Grabwache beim Ostergrab in der Pfarrkirche, Festakt 100. Geburtstag von Ehrenfähnrich Meinrad Wild, Einweihung des Kaiserjäger-Vereinslokales, Fahnenweihe des Welschtiroler Schützenbundes in St. Romedi, Herzbeisetzung von Kaiserin Zita im Kloster Muri (Schweiz)
Begräbnisse: Altmarketenderin Antonia Spiegl geb. Kapeller, Margarethe Kroneder (Stammgast im Schützenheim) in Inzing,
Schützenheim: Baon-Schießen im Schützenheim, Besuch der Marine aus Wilhelmshaven, Computer für Schützenheimschießkartei angekauft, Schützenheimbesichtigung durch Schützengilde Wilten.
Schießwesen: Jungschützenschießen in Telfs (Wolfgang Holzknecht - Tagessieger), Internationales Alpini-Schießen in Rovereto Tagesieger (Heinrich Schneider) und Mannschaftssieg.
Umweltschutz: Dorfputz
Sonstige Aktivitäten: Mithilfe beim Pfarrfest, Kalvarienbergkirche Fundamente trockenlegen, Wirtschaftsausstellung – Schießbudenerlös für Kalvarienbergrenovierung, Stiege zum Hl. Grab am Kalvarienberg durch Schützen erneuert, Zirler Schäferball mit Schützenheimmitarbeiter besucht.

1971
Jahreshauptversammlung: 44 Mann und 2 Marketenderinnen
Ehrengäste: Pfarrer Josef Trojer, Bürgermeister Josef Stainer und die beiden Gemeinderäte Josef Häfele und Georg Lotter.
Die Jahreshauptversammlung wird am 24. 1. 1971 nach der Sebastian-Prozession im Gasthof Hirschen abgehalten.
1971 sind folgende ehemalige Schützenkameraden gestorben: Hans Degenhart, Johann Witting (Toseler).
1971 wurden folgende Ausrückungen und Aktivitäten durchgeführt:
Haussammlung und Glückstopf.
Der Schützenball mußte entfallen, da die Zirler Wirte kein Interesse für Ballveranstaltungen mehr hatten und sie deshalb ihre Säle nicht mehr zur Verfügung stellten, obwohl sie eigentlich an den Bällen am meisten verdient hatten. Die Vereine mußten für die Musik aufkommen, dafür durften sie den Eintritt, die Garderobe und eine Schnapsbude auf eigene Kassa betreiben. Die Konsumation der Ballbesucher und eine Bar wurde vom Wirt auf seine Kosten betrieben.
Fronleichnam-Prozession – 43 Mann (Hotel Post)
Begräbnis von HR. Schumacher (Landeskommandant 1952–1971)
Herz-Jesu-Prozession – 39 Mann (Hotel Löwen)
Osttiroler Schützentag in Lienz – 38 Mann
Fahnenweihe in Flaurling (Abordnung)
Baon.-Schützenfest in Scharnitz – 36 Mann (Ehrenkompanie)
Hoher Frauentag – 26 Mann (Gasthof Hirschen)
Kriegergedächtnis – 35 Mann (Gasthof Steinbock)
Bez.-Schützenschnurschießen in Zirl (KK-100m). Die Kompanie stellt 10 Mann und 2 Marketenderinnen
Ab 1971 werden die Prozessionen (Fronleichnam und Herz-Jesu) auf Vorschlag von Kapellmeister Ernst Neuner wieder feierlicher gestaltet. Die Schützen tragen wieder den hl. Sebastian (Farggele) mit und übernehmen das Böllerschießen. Die Farggelen werden wieder alle mitgetragen. Jesukind – Erstkommunionkinder, Muttergottes – Jungfrauen und die Mutter Anna – Männer im Auftrag des Annabundes, wurden immer mitgetragen. Die Farggelen – Sebastian – früher Burschen, jetzt Schützen, Schutzengel – früher Burschen jetzt Burschen im Auftrag der Musikkapelle und „Leiden Christi“ – früher Burschen jetzt Brauchtumsgruppe „Zirler Türggeler, im Volksmund wurde dieses Farggele auch „Nagglburg“ genannt, wurden in den vergangenen Jahren nicht immer mitgetragen.
Für das Marbergerdenkmal (Freiheitskämpfer 1809) in Silz spendet die Kompanie S 500,–.

1972
Jahreshauptversammlung – 40 Mann und 2 Marketenderinnen
Ehrengäste: Pfarrer Josef Trojer, Bürgermeister Josef Stainer sowie die Gemeinderäte Josef Häfele und Georg Lotter.
Die Jahreshauptversammlung wird am 23. 1. 1972 nach der Sebastiansprozession im Gasthaus Hirschen abgehalten.
An Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Haussammlung und Glückstopf
Begräbnis Dr. Kurt Gerscha (Arzt) – 17 Mann
Fronleichnam-Prozession (wegen Schlechtwetter in der Kirche)
Herz-Jesu-Prozession – 40 Mann (Hotel Löwen)
Bez.-Fest in Reith bei Seefeld – 37 Mann
Hoher Frauentag und 150 Jahre Musikkapelle Zirl – 20 Mann
Fackelzug anläßlich des 200-Jahr-Jubiläums des Zirler Kalvarienberges, in Anwesenheit von Bischof Paulus Rusch
Kriegergedächtnis – 35 Mann
Fest in St. Michael (Salzburg)
1972 entfällt der erste Schützenball im Pfarrheim, da die KAJ (Katholische Arbeiterjugend) um diesen Termin wegen einem Mißverständnis bei der Ballmusikbestellung bittet.
1972 sind gestorben: Aloisia Stockinger geb. Niederkircher (Fahnenpatin), Adolf Plattner (Hoses Adolf).

1973
An Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Sebastiansprozession mit anschließender Jahreshaupversammlung (Neuwahlen) im Gasthof Hirschen – 44 Mann und 2 Marketenderinnen
Ehrengäste: Dekan Franz Saurer (Bezirkskurat), Bürgermeister Josef Stainer.
Hauptmann Rudolf Kapferer, Obmann Josef Anthofer, Oberleutnant Georg Egger (Zwickeler), Leutnant/Schriftführer Josef Schneider (Hafeler), Fähnrich Johann Dornauer, Kassier Anton Lechleitner (Paffer), Waffenmeister Rudolf Bucher, Bekleidungskämmerer Alois Gantioler.
Der langjährige Kassier Siegbert Berreitter und die „Fähnrichlegende“ Meinrad Wild stellten sich aus gesundheitlichen und Altersgründen nicht mehr der Wahl.
Alt-Fähnrich Meinrad Wild wird „Ehren-Fähnrich“.
An weiteren Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
1. Schützenball im Pfarrheim erbringt einen Gewinn von S 11.000,–. Haussammlung und letzter Glückstopf erbringen S 19.700,–.
Begräbnis von Pfarrer Martin Rueland (Bezirkskurat) – 27 Mann
Schützenwallfahrt in Altötting
Fest in Kematen (Abordnung)
Fronleichnam-Prozession ausgefallen wegen Schlechtwetter – 36 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 40 Mann
700 Jahre Stift Stams – 24 Mann
Bezirksfest in Obermieming – 30 Mann
Hoher Frauentag – Landesfeiertag (Fahnenabordnung – hl. Messe)
Gedenkmesse in der Schützenschanz (Kristen)
Kriegergedächtnis beim Musikpavillon (wegen Bau der Nordumfahrung) – 30 Mann
Familienabend (Gasthof Hirschen)
Beim letzten Schützenschnurschießen auf dem Zirler Schießstand (wegen Nordumfahrung abgetragen) errang die Zirler Marketenderin, Elisabeth Sailer, die Bezirksschützenkette für die Zirler Schützenkompanie. Sie ist damit aber auch die erste „Schützenkönigin“ des Bezirkes Hörtenberg.
1973 stirbt das ehemalige Mitglied Johann Kapferer.

1974
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu verzeichnen:
Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung – 38 Mann, 2 Marketenderinnen.
Ehrengäste: Pfarrer Josef Trojer, Bürgermeister Josef Stainer und die Gemeinderäte Josef Häfele und Georg Lotter.
1974 wird erstmals auf dem Weg von der Geistbühelkapelle zur Pfarrkirche nicht mehr gebetet (Entscheidung von Pfarrer Josef Trojer). Die Geistlichkeit (Pfarrer Trojer/Kooperator Gutheinz) wollten die Prozession (Bittgang) überhaupt abschaffen. Erst der massive Protest der Zirler Bevölkerung hat sie zur Beibehaltung veranlasst.
In diesem Jahr stirbt auch Bataillonskommandant Major Josef Anthofer, der in einem würdigen Begräbnis von den Hörtenberger Schützen zur letzten Ruhe begleitet wird.
Fronleichnam-Prozession – 42 Mann (Hotel Löwen)
Herz-Jesu-Prozession – 41 Mann (Hotel Löwen)
1974 wird von Pfarrer Josef Trojer auch ein neuer Prozessionsablauf und ein neuer Prozessionsweg eingeführt. Bisher wurden die Prozessionen nach der hl. Messe gehalten. Die Korporationen haben vor der Kirche Aufstellung genommen und auf das Ende der Messe, bzw. auf den Beginn der Prozession gewartet. Eine Ausnahme bildete nur der Herz-Jesu-Sonntag für die Schützenkompanie, sie war an diesem Tag auch bei der Messe dabei. Die neue Prozessionseinteilung lautet:
Fronleichnam – 1. Evangelium am Südostende des Friedhofes; 2. Evangelium beim Möbelhaus Rangger in der Meilstraße gegenüber der Werkstätte Fuchs (alter Evangeliumsplatz bis Anfang 1950); 3. Evangelium im Rahmen der hl. Messe am alten Dorfplatz vor dem Viechengl Haus, anschließend feierlicher Einzug in die Kirche.
Herz-Jesu-Sonntag (10 Tage nach Fronleichnam) - Hl. Messe bei der Hauptschule am Anger. 1. Evangelium in der Schöngasse (Brunnen); 2. Evangelium bei der Innbrücke (Nepomuckbildstock); 3. Evangelium vor dem Altersheim in der Bahnhofstraße, anschließend feierlicher Einzug in die Kirche. 
Nach den Prozessionen legen die Marketenderinnen ihre Blumensträuße in Begleitung eines Schützenoffiziers an den Gräbern von Schützenkameraden ab. Nach der Prozession findet die Defilierung der Korporationen vor den Gemeindehonoratoren in der Kirchstraße statt.
Außerordentliche Bataillonsversammlung (Wahl von Kurt Schletterer (Inzing) zum neuen Bataillonskommandanten)
Landesfeiertag (15. 8.) Fahnenabordnung
Bezirksschützenfest in Telfs mit Weihe der neuen Bataillonsfahne (nach altem Vorbild). Diese Fahne wurde von den 14 Gemeinden gespendet in denen es im Hörtenberger-Bataillon Schützenkompanien gibt (Flaurling, Hatting, Inzing, Kematen, Leutasch, Mieming, Oberperfuss, Ranggen, Reith, Scharnitz, Seefeld, Telfs, Wildermieming und Zirl) – 31 Mann
Ausflug ins Zillertal (Mayrhofen)
Kriegergedächtnis beim Musikpavillon (wegen Bau der Nordumfahrung) – 30 Mann 
Volksmission in Zirl (Eröffnungsgottesdienst)
Familienabend (Gasthof Hirschen)
1974 sterben noch die ehemaligen Schützen Josef Schneider (Schmied Seppl) und Rudolf Öfner (Kleßn Rudl).

1975
An Ausrückungen und Tätigkeiten waren zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung im Gasthof Hirschen (11. 1.).
Die Jahreshauptversammlung findet erstmals nicht mehr nach der Sebastian-Prozession statt. Der Grund für die Verlegung auf einen Samstag Abend im Jänner ist die Stallarbeit des Hauptmannes, die ihn zum vorzeitigen Verlassen der Jahreshauptversammlung nach der Sebastian-Prozession zwingt. Nach dem Tod von Obmann Josef Anthofer wäre dann kein führender Repräsentant der Kompanie mehr anwesend.
Siegbert Berreiter und Rudolf Bucher werden zu EHRENMITGLIEDERN ernannt.
Sebastiansprozession – 32 Mann
Schützenball (Haussammlung nur bei Gewerbebetrieben)
Fronleichnam-Prozession – 38 Mann (Hotel Löwen)
Herz-Jesu-Prozession – 35 Mann (Hotel Löwen)
Weiters wurde ein Fußballturnier zwischen der Feuerwehr, der Musikkapelle und den Schützen veranstaltet, dessen Reinerlös den Kindern im Kloster Martinsbühel zu Gute kam. (Diese Fußballspiele wurden auch noch in den Jahren 1976 und 1977 durchgeführt).
Landesfeiertag – Gelöbnisgottesdienst (Abordnung)
Bezirksschützenfest in Seefeld – 39 Mann
Einweihung der neu errichteten Kalvarienbergkapelle – 34 Mann
Kriegergedächtnis wieder beim Kriegerdenkmal – 35 Mann
Schützenausflug – Rund um den Kaiser
Bildungstag in Thaur
Eine Fahnenabordnung rückte zu 11 Begräbnisse ehemaliger Weltkriegsteilnehmer aus.
1975 wurden die Kalvarienberg-Stationskapellen neu errichtet. Die Schützenkompanie übernahm dabei die zum Errichten schwierigste Kapelle. Es ist dies die fünfte Kapelle.
Folgende Stationskapellen wurden errichtet von:
1. Gemeinde
2. Musikkapelle
3. Kaiserjäger
4. Sportklub
5. Schützenkompanie
6. Feuerwehr
7. Gemeinde
Der Theaterverein – Bildstock „Letztes Abendmahl“
Schafzuchtverein – Bildstock „Der gute Hirte“
Das Material stellte zu allen Renovierungen und Erneuerungen die Gemeinde. Die Schützenkompanie übernahm dennoch Kosten in der Höhe von S 5000,–.
In diesem Jahr wurden auch die 1962 eingeführten Trachtentücher durch grüne Krawatten ersetzt, da sich diese nicht bewährt haben. (Krawattenknopf war unansehlich und das eigentlich schöne Tuch unter dem Trachtenlaibl versteckt)
Eine neue Trommel sowie Trachtenstoff um S 21.000,– wurden gekauft.
Die Gemeinde erhöht die Subvention auf S 7000,–.
Das Bataillons-Schützenschnurschießen ist in Oberperfuss (LG).
1975 wird die Alpenregion der Schützen proklamiert. In ihr sind die Schützen des Bundes der Tiroler Schützenkompanie, des Südtiroler Schützenbundes und die Bayrischen Gebirgsschützen vereint. Der Welschtiroler Schützenbund (1982/83 gegründet) tritt erst 1995 bei. In diesem Zusammenhang wurde eine Erhebung unter allen Schützenkompanien durchgeführt. Die Zirler Schützenkompanie hat dabei 48 Schützen und 2 Marketenderinnen, das Durchschnittsalter der Kompanie beträgt 38,3 Jahre.

1976
An Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen, am 17. 1. 1976 im Gasthof Hirschen.
Anwesend sind 30 Schützen, 2 Marketenderinnen, die Ehrengäste – Pfarrer Josef Trojer, Bürgermeister Walter Turek, Vizebgm. Stefan Suitner sowie die Ehrenmitglieder Siegbert Berreiter und Rudolf Bucher.
Hauptmann/Obmann Rudolf Kapferer, Oberleutnant Georg Egger (Zwickeler Jörgl), Leutnant/Schriftführer Josef Schneider, (Hafeler Seppl), Fähnrich Johann Dornauer, Kassier Anton Lechleitner, Waffenmeiser Rudolf Bucher, Bekleidungskämerer Alois Gantioler. 
Schützenfest in Partenkirchen
Kriegergedächtnis (Kriegerdenkmal) – 38 Mann
Einweihung des Gemeindezentrums (neues Gemeindeamt) – 31 Mann
Ball und Haussammlung
Kompaniefoto vor dem Pfarrheim für Schützenbuch-Egg/Pfaundler
Primiz von John Egbulefu aus Nigeria. Die Pfarre Zirl übernahm die Patenschaft (Kosten) für sein Priesterstudium.
Fronleichnam-Prozession – 42 Mann (Hotel Löwen)
Herz-Jesu-Prozession – 36 Mann (Hotel Löwen)
Fußballturnier Feuerwehr/Musik/Schützen - Erlös für Kinder in Martinsbühel
Bezirksschützenfest in Oberperfuss – 46 Mann (Ehrenkompanie)
Landesfeiertag – Hoher Frauentag (15. 8.) Ausrückung zur hl. Messe mit Kompanie
Familienabend im Gasthof Hirschen
Autobahneröffnung (Fahnenabordnung)
1976 wurde dem langjährigen Kassier, Siegbert Berreiter (1955–1973) und dem langjährigen Fahnenbegleiter Alfons Eder (1955–1975) mit der Kompanie die letzte Ehre erwiesen.
Weiters rückte eine Fahnenabordnung bei 14 Weltkriegsteilnehmern zum Begräbnis aus.
Die Geimeinde erhöht ihre jährliche Subvention auf S 9000,–.
Da das Abfeuern von Böllern behördlich verboten wurde, wird als Ersatz eine Böllerkanone angekauft (S 12.800,–).
Der Oberleutnant Georg Egger erhält am Landesfeiertag die Verdienstmedaille des Landes überreicht. Er spendet der Kompanie, als seinen Beitrag zum Kalvarienberg-Kapellenbau einen Baum (Lärche).
Die Kompanie erhält in der Kirchstraße (Mauer-Postgarten) einen Plakat-Anschlagkasten.

1977
An Ausrückungen und Aktivitäten wurden durchgeführt:
Jahreshauptversammlung am 8. 1. 1977 im Gasthof Hirschen. Anwesend sind 32 Mann, 2 Marketenderinnen, das Ehrenmitglied Rudolf Bucher und die Ehrengäste Pfarrer Josef Trojer und Vize-Bgm. Stefan Suitner.
Bei dieser Jahreshauptversammlung wird der Bekleidungskämmerer Alois Gantioler zum Ehrenmitglied ernannt.
Sebastian-Prozession – 36 Mann
Schützenball wie üblich im Pfarrheim und die Haussammlung
Fronleichnam-Prozession – 44 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 42 Mann
1977 wird erstmals ein Dorfputz durchgeführt. Die Schützenkompanie reinigt dabei an zwei Abenden mit dem Theater- und dem Schafzuchtverein das Ehnbachufer.
Einweihung der Kapelle in Eigenhofen nach der Renovierung – 43 Mann
Beim Bataillonsschießen erreichte die Kompanie beim neu eingeführten Mannschaftsbewerb den 3. Rang.
Lichtbildervortrag über die Südfront (1915–1918) im Gasthof Hirschen
Der Sonnenzug (Behinderte Menschen) wird von der Gemeinde feierlich empfangen. Die Kompanie rückte mit 31 Mann und der Böllerkanone aus.
Das 3. Fußballturnier Schützen/Musik/Feuerwehr wird diesmal von der Kompanie organisiert. Die Schützenmannschaft erreicht diesmal Platz 2. Der Match-Ball (S 800,–) wurde dem Fußballnachwuchs gespendet. Der Erlös (Spenden der Zuseher) von S 4500,– konnte dem Kinderheim in Martinsbühel (behinderte Kinder) übergeben werden.
Schützenfest in Scharnitz – 39 Mann
Bezirksschützenfest in Wildermieming – 40 Mann
Landesfeiertag (15. 8.) – Fahnenabordnung
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal – 36 Mann
Einweihung der Leichenkapelle im erweiterten Friedhof (Abordnung)
Kameradschaftsabend im Gasthof Hirschen
1977 erweist die Kompanie dem Ehrenfähnrich Meinrad Wild die letzte Ehre und rückt mit einer Fahnenabordnung zu 10 Begräbnissen von Weltkriegsteilnehmern aus.
Die Kompanie spendet in diesem Jahr für die Erdbebenopfer in Friaul (Italien) S 500,– und für den ehemaligen Schützenkuraten, Missionsbischof Bonifaz Madersbacher in Bolivien, im Rahmen der Glocken-Aktion des Bundes der Tiroler Schützenkompanien S 500,–.
Für Trachtenerneuerung und den Ankauf von 10 Hüten werden S 10.000,– aufgewendet.
Die Tiroler Schützenzeitung wird vom Bund der Tiroler Schützenkompanien wieder eingeführt. Sie erscheint am 1. Mai mit der ersten Auflage. Das Emblem des Titelblattes ist das von der ersten Auflage im Jahre 1846.

1978
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung am 7. 1. 1978 im Gasthof Hirschen.
Bei der Jahreshauptversammlung wird der langjährige Pioniermeister, Johann Witting (Augl Hans) zum Ehrenmitglied ernannt.  
Fronleichnam-Prozession – 49 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 48 Mann
Vollversammlung zur Vorbereitung des Bezirksschützenfestes in Zirl.
Bezirksschützenfest vom 30. 6. bis 2. 7. 1978. Es herrscht Schlechtwetter, die Feuerwehr ist beim Ableiten des Wassers behilflich. Das Bezirksfest ist dennoch ein großer Erfolg für die Kompanie. Es wird die beachtliche Summe von S 124.000,– erwirtschaftet. Damit sollte dem lang gehegten Wunsch, einen Schützenraum mit Luftgewehrschießstand zu erhalten, ein großes Stück näher gekommen werden. Die Mitarbeit aller Schützenkameraden und der freiwilligen Helfer war vorbildlich.
Landesfeiertag (15. 8.) Gelöbnisgottesdienst (Abordnung)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal – 44 Mann
Schützenwallfahrt in Absam (Abordnung)
Zirl spendet Maibaum für Innsbruck. Die Kompanie begleitet den Baum beim Einzug in Innsbruck – 39 Mann.
Kameradschaftsabend im Gasthof Hirschen
Der heuer fällige Gedenkgottesdienst bei der Schützenschanz (Kristen) wird auf das kommende Jahr verschoben. Beim Bildstock werden aber heuer 2 neue Bänke aufgestellt.
1978 stirbt der ehemalige Kassier Hermann Riedl (Buller) und das fördernde Mitglied Alfons Abdank. Bei 9 Begräbnissen von Weltkriegsteilnehmern rückte ebenfalls eine Fahnenabordnung aus.
Die Schützenkompanie spendet der Pfarre, zur Renovierung der Barock-Monstranz S 3000,–.
5 neue Trachtengurte (S 9000,–) werden gekauft.

1979
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu verzeichnen:
Jahreshauptversammlung am 6. 1. 1979 im Gasthof Hirschen. Anwesend sind 44 Mann, 2 Marketenderinnen, die Ehrenmitglieder Rudolf Bucher und Johann Witting (Augl) sowie die Ehrengäste Pfarrer Josef Trojer, Kooperator Mag. Gebhart Ringler und Bürgermeister Walter Turek. Die Kompanie besteht derzeit aus 49 aktiven Schützen, 2 Marketenderinnen, 6 Jungschützen, 3 Ehrenmitgliedern und 25 fördernde Mitgliedern.
Sebastian-Prozession zur Geistbühelkapelle – 39 Mann
Schützenball (wie üblich im Pfarrheim), Haussammlung
Eröffnung des Taktfahrplanes-ÖBB (Fahnenabordnung)
Bez. Schützenschnurschießen in Mieming - Mannschaftsbewerb 4. Rang
Dorfputz – Er kann erstmals an einem Abend abgeschlossen werden. Die Dorfputzaktion zeigt Wirkung, die Verschmutzung ist nicht mehr so groß.
Schützenfest in Ranggen (150-Jahr-Jubiläum) – 31 Mann
Fronleichnam-Prozession – 39 Mann
Herz-Jesu-Prozession – 46 Mann
Schützenfest in Mühlbach/Südtirol – 34 Mann
Bezirksschützenfest in Flaurling – 28 Mann
Schützenfest in Mieming – 13 Mann
Schützenfest in Seefeld – 30 Mann
Schützenfest in Reith b. Seefeld – 39 Mann
Landesfeiertag (15. 8.) (Abordnung)
Gedenkmesse bei der Schützenschanz (Kristen) – 32 Mann
Empfang des neuen Pfarrers – Josef Indrist (Abordnung)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal – 43 Mann
KK-Schießstand Einweihung (Gilde) – Fahnenabordnung
Schützenwallfahrt in Absam (Abordnung)
Kameradschaftsabend im Gasthof Hirschen
Die Schützenkompanie wird mit einheitlichen Trachtenschuhen ausgestattet.
1979 geleitet die Kompanie das langjährige Mitglied Oskar Hendl zur letzten Ruhe. Eine Fahnenabordnung rückt zu den Begräbnissen der fördernden Mitglieder Josef Scheiring (Hirschen Pepi) und Franz-Josef Plattner (Hafeler Pepi) sowie zum Begräbnis von Ferdinand Kapeller (Schafer Ferdl) nach Mieming aus (ehemaliges Mitglied). Weiters rückte die Fahnenabordnung zu weiteren 13 Begräbnissen von Weltkriegsteilnehmern aus.
Die Gemeinde erhöht die Subvention auf S 12.000,–.
Ehrenmitglied Johann Witting feiert seinen 85. Geburtstag.
Die Schützengilde bittet die Kompanie um Mithilfe beim KK-Schießstandbau (Arbeitsschichten und um eine Vorfinanzierung von S 20.000,–) um den Schießstand termingerecht im Herbst eröffnen zu können. Das Kompaniekommando erklärt sich bereit, die gewünschten Arbeitsschichten und die Vorfinanzierung zu leisten. Die Kompanie erklärte sich sogar bereit, eine Scheibenzuganlage zu spenden (S 15.000,–). Da sich der Oberschützenmeister Bernd Fels, als alleinig Bevollmächtigter zu keiner Gegenleistung bereit erklärt und die Einberufung einer Vollversammlung dazu als nicht durchführbar sieht, wird dem Ansuchen der Schützengilde nicht nachgekommen.

1980
An Ausrückungen und Tätigkeiten sind zu vermerken:
Jahreshauptversammlung am 12. 1. 1980 im Gasthof Hirschen. Anwesend sind 38 Schützen, 2 Marketenderinnen, die Ehrenmitglieder Rudolf Bucher und Alois Gantioler und die Ehrengäste Pfarrer Josef Indrist und Bürgermeister Walter Turek.
Sebastian-Prozession – 41 Mann
Schützenball und Haussammlung
Am Faschingsdienstag wird auf Ersuchen der Musikkapelle ein Würstlstand betrieben, um das Faschingstreiben zu beleben. Der Reingewinn wurde der Musikkapelle übergeben.
Dorfputz – Ehnbachufer gereinigt mit Theater- und Schafzuchtverein.
Angelobung der Jungmänner des Landwehr-Stammregimentes 62 (Absam) in Zirl – 46 Mann unter dem Kommando von Olt. Egger Georg (Hauptmann war auf Kur).
Bezirksschützenfest in Kematen – 39 Mann (Kommando Olt. Egger)
Fronleichnam-Prozession – 48 Mann
Herz-Jesu-Prozession (verregnet) – 39 Mann
Begräbnis von Hptm. Kammerlander (Kematen) Abordnung
Begräbnis von Hptm. Hörhager (Seefeld) Abordnung
Schützenfest in Garmisch – 39 Mann
Dorffest zu Gunsten der Kirchenrenovierung - 20 Mann mitgeholfen
Landesfeiertag – Gelöbnisgottesdienst (Abordnung)
Schützenfest in Telfs – 29 Mann
Bez. Schützenschnurschießen in Zirl KK-100 m (64 Teilnehmer) Mannschaft 2. Rang. Heinrich Schneider jun. (Hafeler) erringt als erster Zirler Schütze zu seiner GOLDENEN Schützenschnur den ersten EICHENKRANZ.
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal – 39 Mann
Kameradschaftsabend im Gasthof Hirschen
1980 werden die beiden Schützenkameraden, Kogler Josef und Franz Riedl (Schwarzn Franz) von der Kompanie zur letzten Ruhe geleitet. Eine Fahnenabordnung rückte zum Begräbnis des fördernden Mitgliedes Robert Sailer sen. (Gloser Robert) und zu 7 Begräbnissen von Kriegsteilnehmern aus.
1980 werden einheitliche Trachtenschuhe eingeführt. Der Preis von S 25.000,– wird je zur Hälfte von der Kompanie und den Schützen getragen.
Weiters werden 2 zusätzliche Trommeln angekauft.
Neben der Mithilfe beim Dorffest beteiligte sich die Kompanie bei der Kirchenrenovierung beim Ausheben (unterkellern) der Sakristei (14 Mann) und beim Abschlagen von Putz im Kirchenschiff (2 Tage – je 8 Mann)

1938
Bereits am 11. März in der Nacht werden von örtlichen NS-Anhängern die Waffen der Schützenkompanie (Werndl-Gewehre) beschlagnahmt. Hauptmann Hermann Riedl wird als Bürgermeister und als Schützenhauptmann seines Amtes enthoben. Die Führung der Schützenkompanie wird Josef Neuner (Leutascher) von Amtswegen übertragen.

1939 Beginn des II. Weltkrieges

1939
wird die Schützenkompanie dem 1938 gegründeten Tiroler Standschützenverband und dem NS-Reichskriegsbund „Kyffhäuser“ angeschlossen. Die Schützenkompanie erhält zu den wieder ausgefolgten Werndl-Gewehren auch noch Steyr-Mannlicher M-95 Stutzen.

1940
Am 7. Jänner wird die Schützenkompanie Zirl offiziel aufgelöst und am 11. Jänner muß sie ihr Eigentum an den Reichskriegsbund-Kameradschaft Zirl übergeben. 43 Stück Uniformen komplett, 33 Werndl-Gewehre (1938 beschlagnahmt), 26 Mannlicherstutzen M-95, die Fahne und die Kompaniekassa mit einem Stand von 110,- Reichsmark.

1943
Rückt die als „Schützenkompanie“ eingekleidete Reichskriegsbund-Ortsgruppe Zirl unter dem Kommando von Josef Neuner beim Gaufest in Innsbruck aus. Dabei wurde das Tiroler Schützenwesen von der Nazi-Propaganda für Durchhalteparolen gekonnt ausgenützt. Aber die Organisation „per Dekret von Oben“ hat dem Geist des Schützenwesens völlig widersprochen und war schon deshalb zum Scheitern verurteilt.
Die kirchlichen Festlichkeiten wurden während der NS-Zeit immer mehr eingeschränkt. Prozessionen, zum Beispiel, durften nur mehr innerhalb des Friedhofes abgehalten werden. An einer Teilnahme dieser sogenannten „Schützen“ war nicht mehr zu denken. Da die Siegesmeldungen für Propaganda-Aufmärsche allmählich auch ausgingen, kam auch das „Schützenleben“ des NS-Reichskriegsbundes völlig zum Erliegen.

1945 Ende des II. Weltkrieges

Am 3. Mai wurde Zirl von der 103. US-Division eingenommen, damit war für Zirl der II. Weltkrieg zu Ende. US-Truppen zerstören die ehemaligen Kompaniewaffen und Teile der Kompanieausrüstung. Die Kompaniefahne überstand das Kriegsende unversehrt, da sie ja mit Tiroler Symbolen geziert war.
Zu den Prozessionen (Fronleichnam, Herz-Jesu, Frauen (Annatag) und die Jungfrauen (Hoher Frauentag) hat die Schützenkompanie noch nicht teilgenommen.
Erstmals rückt die Schützenkompanie wieder im September zum Kriegergedächtnis aus (ohne Waffen). Hauptmann ist Josef Neuner (Leutascher). Er wurde nicht abgelöst, obwohl er 1938 von den NAZIs eingesetzt (nicht gewählt) wurde.
Dieses Kriegergedächtnis muss wohl sehr bedrückend gewesen sein, da zu dieser Zeit die meisten in Gefangenschaft geratenen Zirler, als vermisst galten.
Zirl hatte im II. Weltkrieg 123 Opfer zu beklagen. 74 Zirler sind gefallen, 31 sind vermisst oder in der Gefangenschaft umgekommen und 18 Einwohner sind unter Kriegseinwirkung gestorben.

1946
übernimmt Franz Haider jun. als Obmann die Geschicke der Schützenkompanie. Am 11. Juni wird die erste Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen abgehalten.
Dabei werden nur der Oberleutnant (Josef Anthofer), der Leutnant (Johann Stoll) und der Kassier und Obmann in einer Person (Franz Haider jun.) gewählt. Der Hauptmann Josef Neuner bleibt ohne Wahl im Amt. Um die darniederliegende Kompaniekassa etwas aufzufüllen wird ein Mitgliedsbeitrag beschlossen, der in Raten gezahlt werden konnte.
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen-(Annatag 26. 7.) und Jungfrauen-Prozession am „Hohen Frauentag“ (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal.
Die Schützenkompanie schließt sich dem in Telfs neugegründeten Oberinntaler Schützenbund unter der Leitung von Gottlieb Klocker aus Roppen an.

1947
Das Kommando der Schützenkompanie setzt sich wie folgt zusammen:
Hauptmann Josef Neuner (Leutascher), Obmann und Kassier Franz Haider jun., Oberleutnant Josef Anthofer, Leutnant Johann Stoll sen., Fähnrich Meinrad Wild (Toul) und Oberjäger Friedl Hueber (Glatz).
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian,- Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.) und Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal.
Der erste Schützenball nach dem Krieg (2. Februar) bringt einen Erlös von 2357,- Kronen.
Nach der Kriegergedächtnisfeier wird auf der Terrasse des Gasthofs Löwen das erste Kompaniefoto nach dem II. Weltkrieg gemacht.
1947 wird der Schütze Josef Kuenz jun. (Pfluager) zu Grabe getragen.
In diesem Jahr erfolgte die Geldumwechslung im Verhältnis 3:1. Der Stand in der Kompaniekassa betrug nach der Umwechslung 490,- Schilling).
Die Kompaniekassa wurde gespeißt: Balleinnahmen, Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Bei dieser Jahreshauptversammlung werden dem Schützenkameraden Georg Egger Grüße aus der Heimat in die russische Kriegsgefangenschaft geschickt.

1948
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian,- Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.) und Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Auch eine Ausrückung zum Berg Isel ist erwähnt.
1948 stirbt das Kompaniemitglied Max Öfner (Stundl).
Weiters wurde der Schützenball und ein Glückstopf abgehalten. Für den Glückstopf wurden im ganzen Dorf Beste (Sachspenden) gesammelt. Beim Schützenball konnte man Lose kaufen und mit etwas Glück einen oder mehrere dieser vorher gesammelten Preise gewinnen. Ball und Glückstopf erbrachten die Summe von S 993,-. Ein Preiskegeln, das ebenfalls von der Kompanie in diesem Jahr durchgeführt wurde, brachte einen Ertrag von S 835,-. Den 1. Preis erringt Anton Piffer vor Alfred Neuner und Dr. Toni Schnaiter.
Ein Vermerk im Kassabuch verdient es besonders erwähnt zu werden.
Der Kassier Franz Haider jun. musste 16 ungültige 10 Groschenmünzen abbuchen!
Mit welchen Summen sich der Kassier zu beschäftigen hatte und welche Preisunterschiede es damals gegeben hatte soll folgendes Beispiel aufzeigen:
1. Kranz für das Kriegergedächtnis S 8,00
1. Kranzschleife S 8,50
1. Urkunde mit Rahmen und Glas S 100,00

1949
Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen, findet am 9. April im Gasthof „Post“ statt.
Das Kommando wird dabei bestätigt (Josef Neuner bleibt ohne Wahl Schützenhauptmann). Neu im Ausschuß ist Schriftführer Friedl Hueber, Johann Stoll sen. übernimmt als Leutnant auch die Betreuung der neu erhaltenen Kompaniewaffen (Schweizer Ordonanz Gewehre) und der Bekleidung.
1949 erhielt die Kompanie von der französischen Besatzung die Erlaubnis wieder Waffen zu tragen. Es wurden Schweizer Ordonanz Gewehre zum Preis von S 825,- gekauft. Am 16. 9. werden sie an die Kompanie geliefert. Wieviele Gewehre dabei gekauft wurden ist nicht angegeben.
Dabei wird auch beschlossen, das „Sebastian-Farggele“ vom Burschenbund zu übernehmen und bei den Prozessionen mitzutragen. Der Zusammenschluß mit dem Kriegerverein wird abgelehnt.
Die Schützenkompanie tritt auch dem neugegründeten „Oberinntaler Schützenbund“ bei.
Der Schützenball findet im Gasthof „Post“ statt. Dabei wird wieder ein „Glückstopf“ durchgefüht.
In diesem Jahr wird auch der Neuorganisation der Schützenkompanie vor 100 Jahren mit einer Feldmesse beim Kriegerdenkmal und einem Fest am Baggen gedacht. In dieser Festschrift wird das Gründungsjahr der Zirler Schützenkompanie mit dem Jahr 1667 angegeben (in diesem Jahr wird die Schützenkompanie erstmals urkundlich bei der Sebastian-Prozession erwähnt). Als Besonderheit zu den ortsüblichen Ausrückungen ist in diesem Jahr die Ausrückung zur Einweihung der Innbrücke (24. 6.) besonders zu erwähnen.
Weiters wurde eine Haus- und eine Schafwollsammlung durchgeführt.
Als größerer Ausgabeposten scheint im Kassabuch die Reparatur eines Signalhorns auf.
Hermann Riedl jun. (Buller) übernimmt die Kassaführung von Franz Haider jun.
Eine Fahnenabordnung rückte zur Wiedereröffnung des Berg-Isel-Museums aus.
Zu den jährlichen Ausrückungen (Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Annatag, Hoher Frauentag und Kriegergedächtnis) kam in diesem Jahr auch eine Ausrückung nach Telfs zu einem Schützenfest dazu.
1949 stirbt der Schützenkamerad Graf (Vorname unbekannt).
Hermann Riedl jun. (Buller) übernimmt am 23. 3. 1949 die Kassa mit einem Stand von S 2892,- von Franz Haider jun.

1950
Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen findet nach der Fronleichnam-Prozession ohne Wahl des Hauptmannes statt. Bei dieser Versammlung wird aber beschlossen, daß bei der Neuwahl, im Jahre 1953 das gesamte Kommando (auch der Hauptmann) neu zu wählen ist.
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26.7.), Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal.
Weiters wurde das Schützenfest in Mieming besucht, sowie der Schützenball und ein Schützenfest (Baggen) abgehalten.
Tanzunterhaltungen müssen 1950 sehr beliebt gewesen sein. Der Schützenball wurde deshalb auf zwei Gasthöfe aufgeteilt. (Bürger - Gasthof Steinbock, junge Burschen - Gasthof Brücke).
Die Schützenkompanie übernimmt, wie bei der Jahreshauptversammlung 1949 beschlossen, vom Bubenbund das „Sebastian-Farggele“ und trägt es bei der Sebastian-Prozession zur Geistbühelkapelle das Erste mal. Das „Sebastian-Farggele“ stammt noch aus der „alten“, um 1860 abgetragenen Pfarrkirche. An dieser Sebastian-Prozession wirkt auch die Musikapelle mit.
1950 sind folgende Schützen gestorben: Franz Kranebitter, Krabichler, Gapp, Untertiner.
Der Kassastand betrug am 1. Jänner S 3357,49. An größeren Ausgaben wurden getätigt: Kauf eines Flügelhorns (S 250,-) und mehrere Schützenhüte (S 878,90). Die Einkehr zu Fronleichnam kostete S 198,-.
1950 wird auch der Bund der Tiroler Schützenkompanien gegründet. Dem Gründungskomitee gehört auch Hauptmann Josef Neuner (Leutascher) aus Zirl an. Das Oberländer Schützenregiment, zu dem die Kompanien des Gerichtsbezirkes Hörtenberg/Telfs gehörten, war bereits früher gegründet worden. Dieser Zusammenschluss diente als Vorbild für die Bundesgründung. Im Kassabuch scheint als Bundesbeitrag (Mitgliedsbeitrag) der Betrag von S 45,- auf.
Wegen Arbeitsaufteilung wird er in vier Viertel aufgeteilt (Oberland, Tirol Mitte, Unterland und Osttirol). Das Kommando jedes Teilbundes führt ein Oberstleutnant im Schützenrang.
Im Herbst werden vom Bund ein einheitliches Exerzierreglement und Verhaltensweisen für Schützen herausgegeben. Der Schriftführer der Zirler Kompanie, Friedl Hueber wird zum Major und der Pfarrer von Zirl, Martin Rueland, zum Bezirkskuraten (Bezirk Telfs) gewählt.
Die Schützenkompanie nimmt ab 1950 am Herz-Jesu-Sonntag nicht nur an der Prozession sondern auch am Hochamt in der Pfarrkirche (mit Waffen) teil. Bei allen Prozessionen war es bisher üblich, daß sich die Korporatationen während der hl. Messe am Kirchplatz gesammelt haben.

1951
scheint erstmals nach dem II. Weltkrieg am 20. 1. eine Jahreshauptversammlung im Kassabuch auf.
Sebastian-Prozession und anschließend Jahreshauptversammlung im Gasthof „Steinbock“. Die Kompaniestärke beträgt jetzt 48 Mann. Das Essen nach der Jahreshauptversammlung wird vom Hauptmann Josef Neuner gespendet.
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.), Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Weiters wurde zum Begräbnis von Landeshauptmann Weißgatterer und zum Bezirksschützenfest in Kematen, 150-Jahr-Feier in Seefeld, „Schützengroßfest“ in Karrösten, „Großaufmarsch“ am 13. August in Innsbruck ausgerückt.
Am 2. Mai werden die neuen Kirchenglocken (4 Stück) ins Dorf geleitet und am 3. Mai geweiht. Die Namen dieser 4 Glocken im Volksmund sind „Ziegerla“, „Martinsglöckl“, „Elferin“ und „Zwölferin“.
Im Anschluß an die Glockenweihe wird der langjährige Fähnrich der Schützenkompanie Meinrad Wild zum Ehren-Fähnrich ernannt und Franz Haider und Friedl Hueber erhalten Ehrendiplome für besondere Verdienste.
Das Kriegergedenken findet in der Pfarrkirche statt. Dazu ist in der Chronik vermerkt:
Achtung - Achtung - Schützen! Die Kriegergedächntnisfeier findet trotz aller Umständen statt und zwar um 9.00 Uhr in der Pfarrkirche. Vergatterung aller Korporationen (Schützen, Musik, Kaiserjäger, Heimkehrer, Kriegsinvalide, Feuerwehr und Angehörige der Gefallenen) um 8.30 Uhr am Kirchplatz. Alle Schützen müssen mit dem Gewehr ausrücken! Weshalb ist leider unbekannt!
Folgende Schützenkameraden sind in diesem Jahr gestorben: Stephan Lechleitner (Paffer), Kirchmair, Jordan, Jakob Kuen (Schloßhäusler).
1951 wird erstmals nach dem II. Weltkrieg eine Subvention der Gemeinde verbucht (S 500,-).
Der Schützenball wurde 1951 ausnahmsweise bereits am 14. Jänner abgehalten und erbrachte einen Reingewinn von S 587,50.
Größere Ausgaben waren: Jahreshauptversammlung S 591,80, Invalidensteuer (Ball) S 104,-, Urkunden S 400,-, Hüte, Federn und Trachten S 850,80.
Die Schützenkompanie erreicht die Nachricht, dass für Schäden durch die US-Truppen im Mai 1945, die nachweisbar sind und bis zum 15. Juni 1950 gemeldet werden, Entschädigungen bezahlt werden. In diesem Jahr werden auch die Schützenkompanien von den Aliierten offiziell anerkannt. Bis dahin wurden sie nur stillschweigend geduldet.

1952
Am 17. Jänner findet eine wichtige Aussprache zur Sebastian-Prozession statt, zu der Kaiserjäger, Heimkehrer, Feuerwehr, Bubenbund, Musikkapelle und die Plattlergruppe „D'Solsteiner“ von der Schützenkompanie eingeladen werden. Möglicherweise wurde dabei wegen einer Verlegung der Prozession vom Sebastianstag auf den nächstliegenden Sonntag beraten. Bei der Jahreshauptversammlung halten Major Steinlechner von der Bundesleitung und Friedl Hueber als Bezirksmajor eine Festansprache.
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.), Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Weiters wird auch zum Schützenfest in Telfs ausgerückt. Der diesjährige Schützenball wird im Gasthof „Löwen“ mit Preiskegeln im Gasthof „Post“ abgehalten.
Im Jahr 1952 stirbt der Schützenkamerad Josef Mößmer jun. (Schnitzer).

1953
In diesem Jahr wird erstmals die Sebastian-Prozession und die anschließende Jahreshauptversammlung nicht mehr am 20. Jänner gehalten sondern auf den näherliegenden Sonntag verlegt. Dabei wird nicht wie 1950 beschlossen, der gesamte Ausschuß neu gewählt. Hauptmann Neuner ist der Ansicht, daß er nicht gewählt werden müsse, da er ja 1938 bestellt und nicht gewählt wurde. Diese, in Schützenkreisen nicht übliche Ansicht, ist weder durch die Statuten des Bundes, noch durch den Schützenbrauch gedeckt und trägt daher zu Unmut und zu Spannungen in der Kompanie bei.
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.), Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Auch das Oberländer Schützenfest in Landeck wurde besucht.
Neben dem Schützenball und einem Preiskegeln wird erstmals eine „Holzaktion“ durchgeführt (S 1400,-). Unter Holzaktion ist zu verstehen: die Schützenkompanie erhält Bäume spendiert, die dann gemeinsam geschlagen und aufgearbeitet werden. Das Nutzholz wird zu Brettern usw. verarbeitet und so wie das Brennholz an den Meistbieter verkauft.
1953 wird auch eine Haussammlung durchgeführt um damit die „Generalrenovierung“ der Kompaniefahne durchführen zu können (S 4.254,50).
Die „generalrestaurierte“ Kompaniefahne (Adler und Muttergottesbild von der alten Fahne – die beiden Fahnenblätter sind neu) wird im Rahmen eines Schützenfestes eingeweiht. Die Kosten der Renovierung betrugen S 6.673,60. Fahnenpatin ist die Alt-Marketenderin Maria Plattner (Löwenwirtin).
Die im Jahre 1926 eingenähte „Bluterde“ wurde dabei in ein eigenes Fahnenband gegeben. Die Einweihung erfolgt im Rahmen eines Schützenfestes. Bezirksmajor Friedl Hueber, überbringt dabei die Grüße der Bundesleitung.
Neben der Fahnenrenovierung hat die Schützenkompanie auch die Erneuerung des Bildstöckls in der Schützenschanz durchgeführt. Die Einweihung desselben erfolgt im Rahmen des 250-Jahr-Jubiläums der Kämpfe um die Schützenschanz im Jahre 1703 (7. September 1953).
Der Ankauf von 40 Stück Schweizer-Ordonanz-Gewehre (S 1600,-) wurde ebenfalls 1953 durchgeführt.
Die Gemeinde hat, wohl in Anbetracht der vielen Schützenaktivitäten, ihre Subvention auf S 800,- erhöht und für die Fahnenrenovierung und den Gewehrankauf zusätzlich S 1000,- bereitgestellt.

1954
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.), Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Weiters wurde auch das Schützenfest in Ranggen besucht. Der Schützenball brachte einen Reingewinn von S 982,-.
Am 18. September wird die „Kriegerglocke“ feierlich ins Dorf geleitet. Da sie bereits geweiht war (Salzburg) wurde die Glocke anschließend im Turm aufgehängt. Beim Kriegergedächtnis am darauf folgenden Tag hat sie zu Ehren der Gefallenen das erste Mal geläutet. Die „Kriegerglocke“ (große Glocke) wurde von den „Heimkehrern“ des II. Weltkrieges gespendet. Sie läutet seither jeden Samstag Abend und beim Kriegergedächtnis zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege sowie beim Begräbnis eines Kriegsteilnehmers.
In diesem Jahr stirbt auch der langjährige Waffenmeister (bis 1938) der Kompanie Franz Riedl (Buller).
Der Ankauf einer Marschtrommel (S 120,-) und einer Kapselzange zum Nachladen der Salutmunition (S 109,-) wurden 1954 getätigt.
Ab 1954 sorgt wieder ein kompanieeigener Trommler (Alois Kofler sen.) für den exakten Gleichschritt.

1955
Hauptmann Josef Neuner stellt sich nicht der Wahl und legt am Tag vor der Jahreshauptversammlung seine Kommandantenfunktion zurück. Bei dieser Jahreshauptversammlung wird Friedl Hueber (Glatz) zum neuen Schützenhauptmann gewählt. Diese emotionale Neuwahl, unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Anton Schnaiter, erbringt ein völlig neues Kompaniekommando. In diesem Jahr kommt es zu einer völligen Umgestaltung des Kompaniekommandos.
Hauptmann Friedl Hueber (Glatz) (neu), Oberleutnant Georg Egger (Zwickeler) (neu), Leutnant/Schriftführer Franz Matzler (neu), Fähnrich Meinrad Wild (Toul) (alt), Kassier Siegbert Berreitter (neu), Waffenmeister Rudolf Bucher (alt), Bekleidungskämmerer Alois Gantioler (neu).
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen- (Annatag 26. 7.), Jungfrauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Die Kompanie rückt beim 150-Jahr-Jubiläum „1805 – Tirol wird von Franzosen besetzt“ mit 53 Mann und mit der neuerbauten Böller-Kanone das erstemal aus.
Weiters nimmt sie am Begräbnis von Erzherzog Eugen in Innsbruck teil.
Ab 1955 werden die beiden Prozessionen am Frauen- (Annatag 26. 7.) und am Hohen Frauentag (15. 8.) nur mehr abwechselnd gehalten. Ab diesem Zeitpunkt werden beide Prozessionen „Frauenprozessionen“ genannt.
1955 stirbt das Kompaniemitglied Franz Höller.
An Anschaffungen wurden getätigt: 2 Marketenderinnenfassln.
Die Kompaniewaffen werden ab 1955 beim Oberleutnant Georg Egger (Zwickeler Jörgl) eingestellt.
Das neugegründete Oberinntaler Schützenregiment erfordert eine Teilung des Schützenviertels Oberland. Die Kompanien des Gerichtsbezirkes Hörtenberg werden dem Viertel Tirol-Mitte zugeordnet, obwohl das Oberland bis zur Martinswand und zur Melach reicht.
Am KK-Schießstand der Schützengilde Zirl wird ein Vergleichsschießen mit den Schützenkompanien Inzing und Reith durchgeführt und eine Postkarte mit dem Kompaniekommando vor dem Gasthof „Steinbock“ zum Verkauf im Souvenierhandel aufgelegt. Kompanieausweise werden eingeführt und bei der Fahnenweihe des „Oberinntaler Schützenregimentes“ in Silz ausgerückt.

1956
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung (Gasthof Steinbock), die Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauenprozession (Hoher Frauentag (15. 8.), zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal sowie zum Schützenfest in Ried (Oberland), zum Schützenfest nach Partenkirchen und zum Eröffnungsfestzug des Oktoberfestes nach München.
Bei der Jahreshauptversammlung werden die Statuten beschlossen und die Kompanie bei der Vereinsbehörde als Verein angemeldet. Die Stärke der Kompanie beträgt 54 Schützen, 8 Jungschützen und 2 Marketenderinnen.
Neben dem Schützenball wird auch eine Rodelpartie mit Familienangehörigen mit anschließendem Tanz abgehalten.
1956 stirbt Althauptmann des Jahres 1920 Franz Riedl (Klefelerschwarzer)
Es wird eine neue Salutkanone gebaut (Kosten S 3000,-).

1957
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Die Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung im Gasthof „Löwen“, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen-Prozession (26. 7.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Weiters besuchten wir das Schützenfest in Reith bei Seefeld (Wiedergründung der Schützenkompanie), das Schützenfest in Scharnitz, Einweihung des Kriegerdenkmales in Mittenwald, zur Einweihung des „Erzherzog-Eugen-Denkmals“ in Innsbruck.
Zum Begräbnis von Landeshauptmann Graus nach Rotholz ist eine Abordnung ausgerückt.
Der traditionelle Schützenball mit Glückstopf und eine Holzaktion in Soln erhöhten den Kassastand.
1957 sind die Schützenkameraden Josef Kuen (Schloßhäusler), Alois Riedl, Ignaz Spiegl (Gredler Naz) und Josef Kuenz sen. (Pfluager) gestorben.
Die Gemeinde erhöhte ihre Subvention für die Schützenkompanie auf S 1500,-.
Eine Einmaligkeit stellt die Erbschaft aus dem Nachlass von Josef Kuen (Schloßhäusler) dar (S 400,-).
Der Kompanieausschuss bemüht sich um ein geeignetes Schützenlokal (derzeit privat) um die Kompanieausrüstung und die Gewehre ordnungsgemäß zu lagern.
Zum Nachladen der Salutmunition wird ein Kalibriergerät gekauft (damit werden die Hülsen wieder in die Originalform gepresst).
Der Verschleiß von Signalhörnern muss sehr groß sein. 1957 scheint wieder der Ankauf eines Signalhorns auf (S 100,-)!

1958
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung im Gasthof „Löwen“, Fronleichnam-, Herz-Jesu-, Frauen-Prozession (15. 8.) und zum Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal. Weiters wurde das Bezirksschützenfest in Obermieming und die Fahnenweihe in Telfs besucht.
Der Schützenball mit Glückstopf, ein Ausflug nach Kaltern und der Kameradschaftsabend (Kreuzwirt) zählte ebenfalls zu den Kompanieaktivitäten.
Auf dem Weg nach Hochzirl wurde ein Bildstöckl (14 Nothelfer) errichtet und vom Schützenkuraten Martin Rueland feierlich eingeweiht.
Weiters wurde die im Vorjahr begonnene Holzaktion weitergeführt.
Für die „Herz-Jesu-Glocke“ in Innsbruck wurden von der Kompanie S 500,- gespendet.
1958 sind folgende Schützenkameraden gestorben: Josef Mößmer sen. (Schnitzer) und Salinger.
Als Einmaligkeit ist die Spende eines Widders durch Sebastian Öfner (Fischer Wastl) im Kassabuch genannt. Dieser Widder wurde 1959 mit einem Erlös von S 150,- versteigert.
Eine Flügelhorn-Generalreparatur von S 110,- scheint im Kassabuch ebenfalls wieder auf.

1959
Das Jubiläumsjahr – 150 Jahre Tiroler Freiheitskampf – war von zahlreichen zusätzlichen Aktivitäten geprägt.
Neben den alljährlichen Veranstaltungen und Ausrückungen, die in diesem Jahr alle ganz besonders feierlich begangen wurden sind noch zu erwähnen:
Andreas-Hofer-Gedenkgottesdienst (20. Februar) in der Pfarrkirche, Kreidfeuer (April) am historischen Kreidfeuerplatz vor der Ruine Fragenstein, Vergleichsschießen der Hörtenberger Schützenkompanien am KK-Stand der Zirler Schützengilde (Mai), Herz-Jesu-Gelöbnisfeier (Juni), Gedenkfeier bei der „Porta Claudia“ in Scharnitz (Juni), Weihe der „Schützenglocke“ in Innsbruck (Juli), 150-Jahr-Feier des Bezirkes Innsbruck-Land und des Bataillon Hörtenberg/Telfs anläßlich der „Erhebung Tirols im Jahre 1809“ in Martinsbühel (August) und der große Landesfestumzug in Innsbruck (September), bei dem die Schützenkompanie Zirl mit 50 Mann ausgerückt ist. Beim Kriegergedächtnis-Gottesdienst (September) wird noch das Fahnenband mit den Namen der im II. Weltkrieg gefallenen Zirler geweiht. Dieses Fahnenband wird mit dem des ersten Weltkrieges (geweiht 1926) von der Zirler Schützenkompanie bei jedem Kriegergedächnis auf der Kompaniefahne mitgetragen. Bei der anschließenden Defilierung am Dorfplatz steht die Kompaniefahne an der Spitze der Honoratoren. Musikkapelle, Schützenkompanie, Kaiserjäger und die Männer der Feuerwehr defilieren an der Kompaniefahne mit den beiden Fahnenbändern mit den Namen der Gefallenen Zirler beider Weltkriege vorbei.
Im Jubiläumsjahr kauft die Schützenkompanie von Karl Veith einen alten „Vorderlader“. Dieses Schmuckstück ist jedoch durch Sorglosigkeit in Privatbesitz gelangt, wo er später verkauft worden sein sollte.
Im Gedenkjahr 1809–1959 hat die Schützenkompanie trotz ihrer vielen lobenswerten Aktivitäten einen Tiefpunkt erreicht, den das Kompaniekommando durch gesundheitliche Probleme von Hauptmann und Schriftführer ausgelöst hatte. 

1960
An Ausrückungen sind zu verzeichnen: Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung (Gasthof Hirschen).
Schützenball mit Glückstopf
Andreas-Hofer-Gedenkmesse zu seinem 150. Todestag
Bezirksfest in Kematen (15 Mann)
Fronleichnam-Prozession (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Hoher Frauentag (Frauenprozession 15. 8.) (Gasthof Hirschen)
Schützenfest in Mittenwald
1. Jahrtag von Mons. Dr. Franz Kolb (Landeskurat) in Matrei a. Br.
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal (Gasthof Steinbock)
Südtirolkundgebung in Innsbruck
Schützenfest in Mittenwald
Südtirolkundgebung in Innsbruck
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal (Gasthof Steinbock)
In einer außerordentlichen Vollversammlung mit Neuwahlen wird Hauptmann Friedl Hueber von Josef Anthofer abgelöst.
Die Neuwahlen bringen folgendes Ergebnis:
Hauptmann/Obmann Josef Anthofer (neu), Oberleutnant Georg Egger, Leutnant wird nicht besetzt, Fähnrich Meinrad Wild, Kassier Siegbert Berreitter, Schriftführer Hans Dornauer (neu), Waffenmeister Rudolf Bucher, Bekleidungskämmerer Alois Gantioler.
Mit diesem Ausschuss hat Hauptmann Josef Anthofer begonnen, die Kompanie wieder aufzubauen. Die Kompaniestärke betrug damals um die 20 Mann.
Um den Kassastand aufzubessern wurde eine Holzaktion im Brunntl und im Blachfeld durchgeführt.
1960 sind gestorben: Alois Witting (Stefeler), Josef Fritz (Kranzlbinder).

1961
An Ausrückungen waren zu verzeichnen:
Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung (Hirschen)
Schützenball und Glückstopf
Fronleichnam-Prozession (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Bezirksschützenfest in Leutasch
Musikpavillon-Einweihung in Zirl (Gasthof Steinbock)
Frauenprozession am Annatag – letzte Annaprozession Zirl (Hirschen)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal
Weiters wurde bei der „Brunnenhütte“ am Vorberg ein Kreuz errichtet und feierlich durch Pfarrer Martin Rueland eingeweiht.
1961 stirbt das Mitglied Alois Albrecht (Spialer).
Es wird auch beschlossen, die 40 Jahre alten grauen Schützenröcke durch neue, sogenannte „milizblaue“ zu ersetzen und neue „Speckbacher“ Hüte anzuschaffen. Die Kosten dafür betragen S 20.000,-.
Die diesjährige Holzaktion im Brunntl und im Flieserwald erbringt einen Ertrag von S 6000,–

1962
An Ausrückungen sind zu verzeichnen:
Sebastian-Prozession mit anschließender Jahreshauptversammlung (Gasthof Hirschen)
Bei dieser Jahreshauptsammlung wird in einer Ergänzungswahl Rudolf Kapferer zum Leutnant gewählt.
Schützenball und Glückstopf
Andreas-Hofer-Gedenkfeier in Innsbruck
Feuerwehr-Fahnenweihe
Fronleichnam-Prozession (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Bezirksschützenfest in Flaurling
700-Jahr-Feier in Freistadt OÖ
In diesem Jahr wird die letzte Prozession am „Hohen Frauentag“ (15. August) gehalten (Gasthof Hirschen).
Die Zusammenlegung der beiden Prozessionen und ihre abwechselnde Abhaltung hat also nicht allzulange gedauert. Damit ist ein Stück dörflicher Kultur gestorben. Nicht die Zirler Bevölkerung, sondern die Geistlichkeit (Pfarrer Rueland) hat die Auflassung durchgedrückt.
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal (Gasthof Steinbock)
1962 wird erstmals mit den neuen Trachten ausgerückt und ein Kompaniefoto beim Musikpavillon gemacht.
1962 werden 40 Stück Speckbacherhüte und neue Krawatten (Trachtentücher mit Hirschhornring angeschafft (S 5500,–).
Die Gemeinde gewährt zu ihrer Subvention von S 2000,– eine zusätzliche Zuwendung von S 9000,– der Bund der Tiroler Schützenkompanien gewährt einen Zuschuss von S 3000,–.

1963
Ab diesem Jahr sind unter dem Begriff „Traditionelle örtliche Ausrückungen“ nur mehr zu verstehen: Der Bittgang zur Geistbühelkapelle (Sebastian-Prozession) mit anschließender Jahreshauptversammlung, der Schützenball mit Glückstopf, die Prozessionen zu Fronleichnam und am Herz-Jesu-Sonntag sowie das Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal mit anschließender Defilierung der Korporationen am Dorfplatz vor den örtlichen Honoratoren. Am „Hohen Frauentag“ wird an Stelle der Prozession eine „Gelöbniserneuerung“ beim Festgottesdienst in der Pfarrkirche eingeführt zu der die Kommandanten der Zirler Traditionsvereine (Schützen, Musik, Feuerwehr, Kriegerverein und Kaiserjäger) mit einer Fahnenabordnung ausrücken. Bei der Schützenkompanie rückt jeweils der gesamte Ausschuß dazu aus.
Weitere Ausrückungen waren:
Begräbnis von Ehrenbürger Dr. Purtscheller
Beerdigung von Landeshauptmann Tschiggfrey in Innsbruck
Fahnenweihe der Musikkapelle Zirl
Bezirksschützenfest in Seefeld
Schützenfest in Rietz
Vergleichsschießen der Hörtenberger Schützenkompanien in Zirl KK – 100 Meter
Familienabend im Gasthof Steinbock
1963 sind die Kameraden Anton Öfner (Scholl Tondl) und Franz Kranebitter (Eaveler) gestorben.
Der Hauptmann der Kompanie, Josef Anthofer, wird zum Kommandanten des Bataillons Hörtenberg/Telfs gewählt. Er war vorher bereits mehrere Jahre als Schriftführer in der Bundesleitung tätig.
1963 wird eine Holzaktion im Blachfeld durchgeführt.

1964
Jahreshauptversammlung: 35 Mann und 2 Marketenderinnen
Ehrengast: Pfarrer Martin Rueland (Baon-Kurat)
Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen findet am 10. 1. 1964 nach der Sebastian-Prozession im Gasthof Hirschen statt.
Hauptmann/Obmann Josef Anthofer, Oberleutnant Georg Egger, Leutnant Rudolf Kapferer, Fähnrich Meinrad Wild, Kassier Sigbert Berreitter, Schriftführer Hans Dornauer, Waffenmeister Rudolf Bucher, Bekleidungskämmerer Alois Gantioler.
An sonstigen Ausrückungen sind zu verzeichnen:
Fronleichnam-Prozession (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
40-jähriges Priesterjubiläum von Bezirkskurat Martin Rueland (Zirl)
Bezirksschützenfest in Oberperfuss
Landes Trachtenfest in Innsbruck
Hoher Frauentag (15. 8.) Gelöbniserneuerung (Hl. Messe)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal (Gasthof Steinbock)
Kameradschaftsabend
In diesem Jahr wird erstmals der Schützenball vom ersten Sonntag im Februar (mit wenigen Ausnahmen) auf den Samstag verlegt, wofür sich die Schützen prompt eine Rüge durch Pfarrer Rueland, wegen der zu befürchtenden Vernachlässigung der Sonntagsmesse durch die Ballbesucher einholen.
1964 wird der Alt-Hauptmann Josef Neuner (Leutascher) (1938–1955) und der langjährige Leutnant Vinzenz Niederkircher (Postwirt) zu Grabe getragen.

1965
Jahreshauptversammlung: 28 Mann und 1 Marketenderin
Ehrengast: Pfarrer Martin Rueland (Baon-Kurat)
Die Jahreshauptversammlung findet am 24. 1. 1965 nach der Sebastiansprozession im Gasthof Hirschen statt.
An weiteren Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Schützenball und Glückstopf
Fronleichnam-Prozession (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Bezirksschützenfest in Telfs (33 Mann)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal
Der Zuschuss der Gemeinde wir auf S 4000,– erhöht.
Der Ausflug nach Straubing muss wegen Hochwasser abgesagt werden, als Ersatz fährt die Kompanie zum Schützenfest nach Garmisch und wird dabei von einem „Wolkenbruch“ völlig durchnässt!
1965 stirbt der Althauptmann Franz Albrecht (1921–1925) (Spialer) und der langjährige Hornist der Kompanie Anton Wild (Toul Tondl).
Im Schützenbezirk Hörtenberg wird ein Vergleichsschießen zwischen den Kompanien abgehalten. Das Schießen führt die Kompanie Inzing durch.
Von 1955–1965 werden die Kompaniewaffen beim Olt. Georg Egger (Zwickeler Jörgl), aufbewahrt.
1965 erhält die Kompanie einen Raum im „Hohen Haus“ (Fam. Kuen). Die Jahresmiete beträgt S 2000,–.
1965 wird auch eine Holzaktion durchgeführt.

1966
Jahreshauptversammlung: 27 Mann und 1 Marketenderin
Ehrengast: Bürgermeister Dr. Anton Schnaiter
Die Jahreshauptversammlung findet am 23. 1. 1966 nach der Sebastian-Prozession im Gasthof Hirschen statt.
An sonstigen Ausrückungen und Aktivitäten sind zu erwähnen:
Schützenball im Hotel Löwen und Glückstopf
Fronleichnam-Prozession – 33 Mann, 2 Marketenderinnen (sehr starke Ausrückung)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Bezirks-Fest in Wildermieming – 26 Mann, 2 Marketenderinnen
Empfang des neuen Pfarrers Erwin Corazza (Ehrensalut geschossen)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal – 26 Mann, 2 Marketenderinnen
Trachtenfest in Innsbruck
Familienabend im Gasthof Brücke wird wegen des Todesfalles (Autounfall) vom Schützenkameraden Max Kuenz (Pfluager) abgesagt.
1966 sterben: Alt-Hauptmann Hermann Riedl (1924–1938) (Buller), Alt-Hauptmann Friedl Hueber (1955–1960) (Glatz), Pioniermeister Sebastian Öfner (Fischer Wastl) und Max Kuenz (Pfluager).
Die alte Tradition des Schützenschnurschießens soll 1967 wieder durch den Bund der Tiroler Schützenkompanien eingeführt werden. In der Zirler Kompanie werden dafür bereits die Weichen gestellt. Es wird unter anderem beschlossen, dafür die Jugend zu gewinnen, weshalb unter der Zirler Jugend für einen Beitritt zu den Schützen verstärkt geworben wird.

1967
Jahreshauptversammlung: 30 Mann und 1 Marketenderin
Ehrengast: Pfarrer Erwin Corazza
Neuwahlen: Hauptmann/Obmann Josef Anthofer (Baon-Kdt. Hörtenberg), Oberleutnant Georg Egger, Leutnant Rudolf Kapferer,         Fähnrich Meinrad Wild, Schriftführer Johann Dornauer, Kassier Siegbert Berreitter, Waffenmeister Rudolf Bucher, Bekleidungskämmerer Alois Gantioler.
Jahreshauptversammlung findet nach der Sebastian-Prozession im Gasthof Hirschen statt (22. 1.).
Schützenball und Glückstopf
Fronleichnam-Prozession entfällt wegen Schlechtwetter (Messe in der Kirche)
Landestrachtenfest in Zirl (auch Mithilfe beim Zeltbetrieb)
Herz-Jesu-Prozession (Gasthof Löwen)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal (Hotel Post)
Bez.-Schützenfest in Kematen
1. Baon-Schützenschnurschießen findet am KK-Stand (100 m) in Zirl statt.
Die ersten Schützenschnüre erringen für die Zirler Kompanie Josef Schneider und Hansjörg Kapferer (Grüne Schützenschnur).
Bei der Gemeinde wird erstmals wegen Räumlichkeiten zum Bau eines Schützenraumes mit Zimmergewehrschießstand, angesucht. Die Gemeinde erhöht ihre Subvention auf S 5000,– der Fremdenverkehrsverband stellt S 2000,– zur Verfügung.
Die Schützenkompanie erhält im Keller des Altersheimes den langersehnten Raum um die Kompanieausrüstung unterbringen zu können. Dieser Raum wurde von den Schützenkameraden „bewohnbar“ gemacht um darin die Kompaniegewehre, Ausrüstungsgegenstände und die Bekleidung ordnungsgemäß zu lagern und die Salutmunition zu laden. Die Kompaniefahne war bis zur Renovierung der Pfarrkirche dort aufbewahrt (Kasten beim südseitigen Aufgang zur Empore). Bisher wurde das Kompanieeigentum in Privathäusern untergebracht. Die dafür aufgewendeten Mittel belaufen sich auf  S 3500,–. Für die Miete 1966 des vorherigen Raumes im „Hohen Haus“ (Kuen) werden letztmalig S 2000,– bezahlt.
Weiters wird eine Holzaktion durchgeführt.
Der Familienabend wird im Gasthaus Brücke abgehalten.
1967 stirbt der langjährige Schütze Gottlieb Fritz (Kranzlbinder).

1968
Jahreshauptversammlung: 28 Mann, 2 Marketenderinnen
Ehrengast: Pfarrer Erwin Corazza
Die Jahreshauptversammlung findet am 21. 1. 1968 nach der Sebastian-Prozession im Gasthof Hirschen statt. Pfarrer Corazza lobt die Schützen wegen ihrer Treue zur Sebastian-Prozession. Die Statue (Farggele) des hl. Sebastian wird bei dieser Prozession erstmals bis zur Geistbühelkapelle getragen. Bis dahin wurde sie nur bis zum „Hauser Ander“ (Weinbergweg) mitgetragen.
An weiteren Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Fronleichnam-Prozession (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal
Bez-Schützenfest in Inzing – Zirl Ehrenkompanie
Gedenkgottesdienst bei der Schützenschanz (Kristen Alm)
Bez. Schützenschnurschießen in Zirl (KK – 100 m)
Fahnenweihe in Oberperfuss
Festlichkeit zum 60. Geburtstag von Mjr. Josef Anthofer (Hotel Post). Die Bundesleitung war durch Landeskommandantstellvertreter Major Würtenberger vertreten.
Gelöbnisgottesdienst (15. 8.) am Hohen Frauentag
50 Jahre Abtrennung Südtirols (Kundgebung in Innsbruck)
Schützenball und Glückstopf
1968 sterben folgende Schützenkameraden: Altmarketenderin Maria Plattner (Löwenwirtin), Ludwig Kapferer, Franz Muschitz sen., Hans Schatz (Zimmermeister), Franz Geiger, Robert Prantl (Wiener) und Josef Lackner.

1969
Jahreshauptversammlung: 38 Mann und 2 Marketenderinnen
Ehrengast: Pfarrer Erwin Corazza
Die Jahrshauptversammlung findet am 26. 1. 1969 nach der Sebastian-Prozession im Gasthof Hirschen statt.
An weiteren Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Fronleichnam-Prozession (wegen Schlechtwetter in der Kirche)
Herz-Jesu-Prozession (Hotel Löwen)
Kaiser-Maximilian-Ausstellung im Zeughaus (Eröffnung)
Bezirksschützenfest in Ranggen
Schützenfest in Tegernsee (Bayern)
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal
Familienabend im Gasthof Hirschen
Hoher Frauentag – Landesfeier in Innsbruck
Bez.-Schützenschnurschießen am KK-Stand in Zirl. Dabei errang Josef Schneider die erste Schützenschnur in „GOLD“ für die Zirler Kompanie. Insgesamt beteiligte sich die Kompanie mit 13 Schützen und den beiden Marketenderinnen.

1970
Jahreshaupversammlung: 35 Mann und 2 Marketenderinnen
Ehrengäste: Pfarrer Erwin Corazza, Bürgermeister Josef Stainer sowie die Gemeinderäte Josef Häfele und Georg Lotter.
Die Jahrshauptversammlung wird nach der Sebastiansprozession, am 25. 1. 1970 im Gasthof Hirschen abgehalten.
Neuwahlen: Hauptmann Rudolf Kapferer, Obmann Josef Anthofer, Oberleutnant Georg Egger (Zwickerler), Leutnant/Schriftführer    Josef Schneider (Hafeler), Fähnrich Meinrad Wild, Kassier Siegbert Berreitter, Waffenmeister Rudolf Bucher, Bekleidungskämmerer Alois Gantioler.
Rudolf Kapferer löst Josef Anthofer als Schützenhauptmann ab, da dieser aus gesundheitlichen Gründen dieses Amt zurücklegen mußte. Das Amt des Obmannes behält er aber weiter, nachdem er dazu von den Kameraden ersucht wurde. Oberleutnant Georg Egger, Leutnant, Schriftführer und Chronist wird der erst 21jährige Josef Schneider (Hafeler Seppl). Er ist damit der jüngste Schützenoffizier Tirols dieser Zeit. Der bisherige Schriftführer, Johann Dornauer wird Fähnrich-Stellvertreter und Beisitzer im Kompanieausschuß. Die übrigen Ausschußmitglieder bleiben unverändert.
1970 sind folgende ehemalige Schützenkameraden gestorben: Franz Holer, Vinzenz Schnaiter (Medl Vinzenz), Anton Meauschek, Fanz Haider sen., Franz Scheiring (Hirschen), Otto Zangerl, Anton Öfner (Sales Tondl).
Folgende Ausrückungen und Aktivitäten sind zu verzeichnen:
Schützenball mit Glückstopf
Goldene Hochzeit von Fähnrich Meinrad Wild
Fronleichnam-Prozession – 42 Mann (Hotel Post)
Herz-Jesu-Prozession – 44 Mann (Hotel Löwen)
Hoher Frauentag (15. 8.) 30 Mann (auf Wunsch der Gemeinde mit Kompanie)
Bez.-Schützenfest in Hatting – 38 Mann
Bischofsweihe von Schützenkurat Bonifaz Madersbacher in Innsbruck – 23 Mann
Kriegergedächtnis beim Kriegerdenkmal – 36 Mann
Empfang des neuen Pfarrers Josef Trojer
Bez.-Schützenschnurschießen KK-100 m in Zirl 11 Mann und 2 Marketenderinnen
Kameradschaftsabend – Gasthof Hirschen
Die Kompaniewaffen (Schweizer-Ordonanzgewehre) werden generalüberholt S 3000,–.
Eine neue Begräbnisordnung wird eingeführt. Die hl. Messe wird in die Begräbniszeremonie eingebaut. Bisher wurde die hl. Messe nach dem Begräbnis gehalten. Die Fahnenabordnungen der Schützen und des Kriegervereins, die zu Begräbnissen von Weltkriegsteilnehmern ausrückten, nahmen bisher nur am Begräbnis, nicht jedoch an der Messe teil.

1906 Am 21. Juni wird eine neue Kompaniefahne, gefertigt von Maria Geiger (Staßler) aus Eigenhofen, geweiht. Das Fahnenblatt zeigt jetzt den Tiroler Adler (falsche Blickrichtung) und auf der anderen Seite wieder das Bild der Muttergottes vom Guten Rat und dem gleichen Text wie die Kompaniefahne von 1855. (Die Fahne hat ebenfalls den Dorfbrand von 1908 überstanden, da sie in der Pfarrkirche aufgestellt war) Sie steht heute noch zu ganz besonderen Anlässen (z.B. Kriegergedenken) bei der Schützenkompanie in Verwendung.

1908 „Dorfbrand“ Am 21. Juni (Herz-Jesu-Sonntag) brennen in Zirl 164 Häuser ab. Die gesamte Kompanieausrüstung, sowie die Fahne aus dem Jahre 1855 werden ein Raub der Flammen. Die 1906 geweihte Kompaniefahne bleibt bei dieser Katastrophe verschont, da es in Zirl üblich war die Fahnen nach der Prozession in der Pfarrkirche abzustellen.

1909 Zur „Jahrhundertfeier der Kämpfe von 1809“ in Innsbruck rückt die Schützenkompanie bereits neu eingekleidet (brauner Schützenrock) und ausgerüstet (Werndlgewehre) unter Hauptmann Johann Egger, gemeinsam mit der Musikkapelle aus.

1910 Nach der Primiz von Kassian Lechleitner, zu der die Schützenkompanie unter Hauptmann Johann Egger ausgerückt ist, wird ein weiteres Kompaniefoto (hinter dem Gasthaus Lamm) gemacht.

1912 Beim „Eucharistischen Kongress“ in Wien sind Zirler Bürger (in Musiktracht) mit der Kompaniefahne anwesend.

1914-1918 Beginn I. Weltkrieg

Die wehrfähigen Zirler werden zu ihren Einheiten (Kaiserjäger, Kaiserschützen) eingezogen. Im Herbst muß bereits der Landsturm (letzte Reserve) aufgeboten werden.

1915 Als Italien im Mai Österreich den Krieg erklärt, wird unter dem Namen „Standschützen“ eine bereits seit 1871 nicht mehr existierende Verteidigungstruppe aus dem Ärmel gezaubert. Franz Gastl rückt als Standschützenhauptmann mit den Zirler zu Standschützenbataillon III. nach Telfs ein und steht mit ihnen am Tonalepaß und später in der Gegend des Gardasees zur Verteidigung der Heimat bereit. Der Hauptmann der Schützenkompanie, Johann Egger ist bereits seit 1914 bei den Kaiserjägern an der Front. Für ihn übernimmt Anton Schneider (Hafeler) das Kommando bei der Schützenkompanie. Diese rückt auch während des Krieges zu kirchlichen und patriotischen Anlässen weiter aus und erweist den Gefallenen bei den Sterbegottesdiensten in der Heimat die letzte Ehre. In ihren Reihen sind kriegsbedingt nur Männer und Kinder die zum Wehrdienst zu jung oder zu alt sind oder wegen körperlicher Gebrechen vom Militärdienst befreit sind.

1919 Die Schützenkompanie rückt neben den kirchlichen Festlichkeiten auch zur „Heimkehrerfeier“, bei der die aus der Kriegsgefangenschaft Heimkehrenden, von der Gemeindeführung und der Bevölkerung mit gebührenden Ehren empfangen werden, unter Hauptmann Anton Schneider aus.

1920 Bei der Weihe der neuen Kirchenglocken (Mai) und bei der Einweihung des Kriegerdenkmals (12. September) rückt die Schützenkompanie unter Hauptmann Franz Riedl (Klefeler) aus. Seit 1920 wird am zweiten Sonntag im September beim Kriegerdenkmal (Guatsleben) für die Gefallenen eine feierliche Feldmesse gehalten zu der neben der Schützenkompanie, die Gemeinderepräsentanten, die Musikkapelle, die Feuerwehr, die Kaiserjäger und die Angehörigen der Gefallenen ausrücken.

1921 Unter Hauptmann Josef Reinhart werden aus Militäruniformen „neue“ Trachtenröcke angefertigt und die Speckbacherhüte eingeführt. In diesem Jahr werden Kompaniefotos beim alten Dorfplatz (Viech-Engl) und beim Kriegerdenkmal aufgenommen.

1924 Zur Primiz von Josef Seelos (Boot) rückt die Schützenkompanie vermutlich noch unter Hauptmann Franz Albrecht (Spialer) aus. Zur Einweihung des Krankenhauses Hochzirl ist die Schützenkompanie unter dem Kommando des neuen Hauptmannes Hermann Riedl (Buller) angetreten.

1926 Die Kompaniefahne wird restauriert und „Bluterde aus den Schlachtfeldern des I. Weltkrieges eingenäht. Am 5. September wird die Trauerschleife mit den Namen der im I. Weltkrieg gefallenen Zirler bei der Kriegergedächtnisfeier geweiht.
Die Paten sind: Maria Reinhart (Nocker) und Ignaz Plattner (Preschger). Das bei diesem Anlass gemachte Kompaniefoto ist ebenfalls am alten Dorfplatz aufgenommen. Weiters rückt die Schützenkompanie zur Fahnenweihe nach Oberperfuß und zum 35-Jahr-Jubiläum des Kriegervereines Telfs aus. Auf diesem Fahnenband ist vermerkt „ehemals Schützenkompanie Telfs“

1927 werden anstelle der langen Lodenhosen Kniehosen aus Teufelhaut eingeführt. Kniehosen waren bereits um 1700 bei den Schützenkompanien üblich. Bei der Kriegerdenkmalweihe in Reith ist die Schützenkompanie Zirl ebenfalls dabei.

1928 Beim Besuch des Bundespräsidenten Hainisch im Krankenhaus Hochzirl rückt die Schützenkompanie unter Hauptmann Hermann Riedl zum Empfang aus und fährt zur Fahnenweihe des „Deutschen Frontkämpferbundes“ nach Rosenheim.

1932 Rückt die Schützenkompanie neben den örtlichen Festlichkeiten zur Fahnenweihe des Kriegervereins Reutte aus.

1933 Zirler Schützen beteiligen sich mit der Schützenfahne am Katholikentag in Wien und rücken zu den Fahnenweihen der Schützenkompanien Flaurling und Wildermieming aus.

1934 Beim Festumzug „125 Jahre Erhebung Tirols im Jahre 1809“ rückt die Schützenkompanie unter Hauptmann Hermann Riedl in Innsbruck aus.

1936 Das Kreuz für die Martinswandgrotte wird am 23. September feierlich unter Anwesenheit von Erzherzog Eugen nach Martinsbühel geleitet. Die Schützenkompanie rückt zu diesem Festakt ebenfalls unter Hauptmann Hermann Riedl aus.

1733-1735 Krieg gegen Frankreich um die Vorherrschaft in Italien, die Hörtenberger Schützen werden zum Schutz der Südgrenze aufgeboten.

1734 werden in Scharnitz (Porta Claudia) und in der Leutasch die Grenzbefestigungen ausgebaut und verstärkt.

1741 befehligt der Salzfaktor Georg Witting aus Zirl, die 150 Mann starke Schützenkompanie des Gerichtsbezirkes Hörtenberg im Zuge des „Österreichischen Erbfolgekrieges“ gegen Bayern. Leutnant ist der Zirler Forstknecht Johann Lechleitner.

1745 und 1770 Kaiserin Maria Theresia wollte im Zuge der „Schlesienkriege“ gegen Preussen die Tiroler Landesverteidigungsordnung (Tiroler sind nur zur Verteidigung Tirols verpflichtet) aufheben und an ihre Stelle, die Aushebung der Wehrfähigen zum allgemeinen Militärdienst durchsetzen. Dieses Ansinnen konnte vom Tiroler Landtag beidemale erfolgreich abgewendet werden.

1763 wird Anton Lechleitner als Schützenhauptmann erwähnt (vermutlich im Zuge des Siebenjährigen Krieges gegen Preussen).

1765 Die Zirler Schützen rücken unter Hauptmann Georg Witting beim Besuch der Kaiserin Maria Theresia in Innsbruck aus. In einer Urkunde wird die Hörtenberger Fahne mit einem Kreuz auf drei schwarzgelben Feldern erwähnt.

1778 wird in Tirol ein Jäger- und Scharfschützenkorps aufgestellt, das auch außerhalb des Landes Kriegsdienst zu versehen hatte (Bayrischer Erbfolgekrieg 1778-79).

1782 Kaiser Josef II. verfügt die Auflassung aller Tiroler Grenzbefestigungen mit Ausnahme der von Kufstein.

1786 Kaiser Josef II. führt ohne Rücksicht auf die Tiroler Eigenart (Landlibell 1511) die Konskription (Aushebung der Wehrfähigen zum Militärdienst) zur k.u.k. Armee ein, aber 1790 wird dieses Dekret bereits wieder widerrufen.

1796 Die Schützenkompanie Zirl ist im Juni mit dem Aufgebot des Gerichtsbezirkes Hörtenberg im Paznauntal und im Engadin und vom August bis zum 2. November unter Hauptmann Franz Sailer (Sohn des Steinbockwirtes) in der Scharnitz zur Grenzsicherung eingesetzt.

1797 Bei der „Schlacht von Spinges“ (April) sind die Zirler Schützen unter Hauptmann Johann Brunner, im Verband des Gerichtsbezirkes Hörtenberg, in der Gegend von Niederflains, südlich von Sterzing eingesetzt um das Vordringen des Feindes zum Brenner zu verhindern. Für besondere Tapferkeit erhielt die Hörtenberger Fahne von der Landschaft (Landtag) dafür die „Große Goldene Ehrenmedaille“ zuerkannt.

1799-1802 wird die Zirler Schützenkompanie (166 Mann) unter ihrem Hauptmann Johann Brunner (Löwen Wirt) im Paznauntal, und im „Oberen Gericht“ bei Finstermünz erwähnt, wo sie das Vordringen französischer Truppen verhindern. Die Hörtenberger Kompanie kommandiert Major Braitenberg von Telfs.

1805 Dieses Jahr ist eines der blutigsten in der Geschichte der Zirler Schützenkompanie. Die Zirler Schützenkompanie ist zur Verteidigung der Festung Leutasch unter Hauptmann Franz Sailer (Sohn des Steinbockwirtes) eingesetzt. Nach der Umgehung der Festung Leutasch über das „Alpl“ sind die Verteidiger der Festung eingeschlossen. Die meisten von ihnen fallen oder geraten in französische Kriegsgefangenschaft. Hauptmann Sailer wird seither vermisst. Nach französischen Berichten sollen dabei aber zwei Tiroler Schützenhauptleute gefallen sein. In den österreichischen Berichten wird dabei aber nur Hauptmann Scheidinger aus Oberperfuß erwähnt, weshalb angenommen werden kann, dass es sich bei dem zweiten gefallenen Schützenhauptmann um Franz Sailer handeln müßte.

Zirl wird von den französischen Soldaten geplündert und von einer ansteckenden Krankheit heimgesucht. Der Zirler Schützenhauptmann, der Kriegsjahre 1799-1802, Johann Brunner stirbt nach schwersten Mißhandlungen durch französische Soldaten.

1808 beginnt das bayrische Militär mit der Aushebung von Rekruten in Tirol. Diese Rekrutierungen waren eine Ursache für die Erhebung Tirols im Jahre 1809.

1809 „Tiroler Freiheitskampf“

Bei der Erhebung Tirols kommt es auch im Raum Zirl zu Gefechten und die Zirler Schützen werden auch bei der Erstürmung der Innbrücke in Innsbruck, bei den Bergiselschlachten, sowie bei Gefechten in Scharnitz und bei Schwaz erwähnt. Im Laufe dieses Jahres stellt Zirl mehrere Schützen, deren Hauptleute waren: Georg Witting (Salzfaktor), Peter Kriegl (Lehrer), Anton Plattner (späterer Priester), Michael Niederkircher (Postwirt) und Alois Heinrich Kuen (Frühmesser). Im November wird Zirl abermals von feindlichen Soldaten angezündet. 63 Wohnhäuser und 70 Wirtschaftsgebäude werden ein Raub der Flammen.

1815 Das bereits 1778 aufgestellte Jägerregiment wird neu errichtet. Daraus entsteht 1816 das Tiroler Kaiserjägerregiment, die ebenfalls k.u.k. Truppen waren und deshalb auch außerhalb der Landesgrenzen zum Dienst verpflichtet waren.

1822 Beim Besuch der Kampfstätten von 1809, zu dem Kaiser Franz I. den Zaren Alexander II. von Rußland, auch nach Martinsbühel eingeladen hat, rückt die Schützenkompanie unter Michael Niederkircher zum Empfang aus. Mit dabei dürfte vermutlich auch die in diesem Jahr gegründete Musikkapelle gewesen sein.

1848 rückt die Schützenkompanie Zirl erstmals urkundlich mit einer eigenen Fahne unter Hauptmann Paul Gastl, zur Verteidigung der Heimat in die Gegend des Stilfser Jochs aus. Ihr Quartier ist in Lichtenberg im Vintschgau. Hauptmann Gastl erhält vom Kaiser Ferdinand für das tapfere Verhalten seiner Schützenkompanie die „Goldene Tapferkeitsmedaille“ überreicht.

Weiters besucht der wegen der Unruhen aus Wien nach Tirol geflohene Kaiser fünf mal Zirl und besichtigt dabei alle historischen Kampfstätten von 1703 und 1809 rund um Zirl.
Die Schützenkompanie Zirl stellt dabei auch die Ehrenwache vor der Hofburg in Innsbruck, wobei sich die dazu auserkorenen Schützenkompanien abwechselten.

Im Zuge dieser Besuche bestieg der spätere Kaiser, Prinz Franz-Josef, auch den Solstein.

Aus diesem Jahr stammt auch das Zirler Schützenlied von Anton Plattner.

In diesem Jahr sind auch der Schützenhauptmann von 1809, Michael Niederkircher, und der amtierende Schützenhauptmann Paul Gastl zur Kaiserkrönung von Franz-Josef I. nach Olmütz eingeladen.

1849 ist die Schützenkompanie ebenfalls unter Hauptmann Paul Gastl zur Verteidigung der Südgrenze aufgeboten.

1852 Am 10. Mai wird in Zirl der Gemeindeschießstand neu eröffnet und mit einem Freischießen eingeweiht.

1855 Am 15. August wird die neue Fahne der Schützenkompanie geweiht. Die Kompanie ist dazu über 100 Mann stark ausgerückt. Das Fahnenblatt zeigt den kaiserlichen Adler und ein Bildnis der „Maria vom Guten Rat“. Unter dem Bild ist die Bitte an die Himmelskönigin „Steh’ im Streite uns zur Seite“ angebracht.

1857 rückt die Schützenkompanie unter Oberleutnant Gasser, zur Einweihung der neuen Pfarrkirche aus. Hauptmann Gastl hatte als Gemeindevorsteher (Bürgermeister) die Gemeinde zu repräsentieren.

1859 In diesem Jahr stand die Schützenkompanie Zirl, unter Hauptmann Paul Gastl, 80 Mann stark, ebenfals im Vintschgau im Einsatz. Vor dem Abmarsch nahm die Schützenkompanie noch an der Herz-Jesu-Prozession teil. Diesmal wurde die Hörtenberger Fahne mit der „Silbernen“ ausgezeichnet. Beim großen Festaufzug, am „Ehrentag Tirols“ (1809-1859) in Innsbruck trägt der Zirler Hauptmann des Jahres 1809, Michael Niederkircher die Fahne des Gerichtes Hörtenberg, „die alte Zeitzeugin der Kämpfe bei Spinges“.

1863 Die Schützenkompanie nimmt unter Hauptmann Paul Gastl, in Innsbruck am Festumzug „500 Jahre Tirol bei Österreich“ teil.

1866 werden die Zirler Schützen bei der Verteidigung der Südgrenzen bei Rovereto und Levico im Verband der Hörtenberger Schützen erwähnt. Die Zirler Schützenoffiziere sind Tobias und Josef Gspan.

1871 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, an Stelle der örtlichen Schützenkompanien werden drei Landesschützenregimenter zur Landesverteidigung gebildet. Die Schützenkompanien und Schützengilden waren ab diesem Zeitpunkt nur mehr eine landsturmpflichtige Organisation. Deren Mitglieder wurden zu den Kaiserjägern und Landesschützen (den späteren Kaiserschützen) eingezogen, nach deren Entlassung waren sie dann bis zum 45. Lebensjahr Landsturmpflichtig.

1881 Kaiser Franz-Josef I. besucht anläßlich der Eröffnung der Arlbergbahn Zirl. Die Schützenkompanie rückt unter Hauptmann Franz Gastl zum Empfang aus. Dabei erhält der Jungschützenhauptmann Anton Plattner (Taschn Tondl) für seine schneidige Meldung vom Kaiser aus dessen Federbusch (Tschako) eine Feder überreicht.

1884 Zum Jubiläum „400 Jahre Kaiser Max in der Martinswand“ rückt die Schützenkompanie unter Hauptmann Franz Gastl nach Martinsbühel aus.

1885 Beim Festumzug zum „2. Österreichischen Bundesschießen“ in Innsbruck rückt die Schützenkompanie ebenfalls unter Hauptmann Franz Gastl aus.

1893 Bei der Enthüllung des Andreas Hofer Denkmales am Bergisel steht die Schützenkompanie unter dem Kommando von Karl Thaler.

1899 Das älteste, trotz Dorfbrand von 1908 noch erhaltene Kompaniefoto wird beim Klefeler (Meilstr. 21) angefertigt. Hauptmann ist Josef Häfele (Gnaschger). Die Kompanie trägt den grauen Schützenrock und ist mit Wenzel Gewehren ausgerüstet.

Um 1650 wird die „Geistbühelkappelle“ (Pestkapelle) gebaut.
Erste urkundliche Erwähnung

1667 Die Zirler Schützen werden erstmals urkundlich bei der Sebastiansprozession erwähnt.

1670 In Scharnitz und Leutasch wird jeweils eine Grenzfestung errichtet. Der Name „Porta Claudia“ für die Festung in Scharnitz scheint aber erst im 18. Jahrhundert erstmals auf. Bis zur Errichtung der Festung in Scharnitz war nur die Burg am Schlossberg bei Seefeld, das „Milser Schlössl“ als Grenzfestung gegen Norden ausgebaut. Die Übergänge und Täler an der Nordgrenze Tirols, waren damals nur mit Schanzanlagen versehen.

1677 werden im Aufgebot der Hörtenberger folgende Zirler erwähnt:
Peter Sibelin, Bartlmä Zechendtner, Martin Lechleitner, Gregori Lechleitner, Martin Kranbiter, Matthäus Knol, Gregori Seiller, und Sebastian Kolb.

1694 Votivbild in der Geistbühelkappelle - es stellt vermutlich ein Ereignis dar, das ein Zirler Schütze im 30jährigen Krieg erlebt hat. 1632 war das Außerfern zwischen der Festung Ehrenberg und die Stadt Füssen beinahe ein Jahr lang Kampfgebiet, das ständig erobert und wieder rückerobert wurde. Die auf diesem Votivbild dargestellte Stadt ist vermutlich Füssen (Türme). Der gefangene Tiroler Schütze entkommt dem sicheren Tod durch enthaupten, weil ein überraschender Gegenangriff die Henker zur überstürzten Flucht zwingt. Die Soldaten werden dabei, wie am Bild dargestellt, vom Hl. Sebastian angeführt.

1700 und 1701 ziehen mehrmals österreichische Truppen durch Zirl, die zur Verstärkung der Truppen für Prinz Eugen in Oberitalien bestimmt sind.

Spanischer Erbfolgekrieg

1703 In Tirol ist dieser Krieg, ob seiner Kürze von rund zwei Monaten, ironisch als „Bayrischer Rummel“ bekannt. Bei dieser Auseinandersetzung kam es zu erbitterten Kämpfen, wobei auch große Grausamkeiten an der Zivilbevölkerung verübt wurden und unermessliche Schäden durch Brandschatzungen zu beklagen waren.

Die Ursache, die zu diesem Krieg von 1701 bis 1714 führte, war typisch für die Geisteshaltung dieser Zeit. Kaiser, Könige und Fürsten betrachteten ihre Länder als persönlichen Besitz, den man verkaufen, verpfänden, verschenken und natürlich auch vererben kann. Ebenso waren vielfach die Untertanen Besitz des jeweiligen Landesfürsten.

Als sich Frankreich und Österreich bezüglich der Erbansprüche in Spanien nicht einigen konnten, kam es 1701 zum Krieg zwischen diesen beiden Ländern. Dieser Krieg entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Weltkrieg. Er wurde nämlich nicht nur auf dem europäischen Kontinent, sondern auch auf den Weltmeeren und in den Kolonien in Übersee ausgetragen. England und Holland unterstützten dabei Österreich. Der bayerische Kurfürst Max Emanuel, der sich ursprünglich zur Neutralität bekannte, trat aber auf der Seite Frankreichs in den Krieg ein.

Typisch für diese Zeit war aber auch der Glaube an Hexerei und an Vorboten für schreckliche Ereignisse. Ein sich ankündigender Krieg, der die Menschen verständlicherweise in Angst und Schrecken versetzte, war ein solches Ereignis. So wurden beispielsweise die verheerende Heuschreckenplage (1695), die gewaltigen Stürme des Jahres 1697 und die fürchterlichen Hochwetter des Jahres 1702 als untrügliche Vorboten für kommendes Unglück angesehen. Es wird berichtet, dass die Bevölkerung des Nachts von unerklärlichem Lärm geweckt wurde. Am 2. August 1702, so wird berichtet, wurden bei der Martinswand und im Scharnitzwald schauderhaftes Kriegsgetümmel und im Oberland Kanonendonner und Trommelstreiche war genommen. Auch sonderbare sogenannte „Sternengefechte“ wurden beobachtet. Vermutlich waren diese Himmelserscheinungen Sternschnuppen, die im August auch heute noch verstärkt auftreten.

Die Verteidigungsvorbereitungen, bei einen drohenden Angriff, wurden, wie so oft in der Geschichte unseres Landes, zu spät und halbherzig in Angriff genommen. Auch unfähige militärische Führer haben dann noch das ihre dazu beigetragen. Die Verteidigungsmannschaften, so wurde befohlen, haben sich am 17. Juni in Innsbruck zu sammeln. Am darauffolgenden Tag sollten sie Richtung Kufstein abmarschieren um mit den Verteidigungsvorbereitungen zu beginnen.

Am 17. Juni 1703 griff aber bereits der bayerische Kurfürst, Max Emanuel mit ca. 12.000 Mann, die sich zuvor bei den Türkenkriegen in Ungarn hervorragend bewährt haben, bereits bei Kufstein Tirol an. In wenigen Tagen war deshalb das Unterinntal bis Innsbruck von den Bayern bereits besetzt. Das kaiserliche Militär, vom raschen Vordringen der Feinde völlig überrascht, setzte sich fluchtartig über den Brenner ab. Der zum „Militär-Direktor von Tirol“ ernannte General Gschwind, machte bei diesem fluchtartigen Rückzug seinem Namen alle Ehre. Jetzt rächte sich, dass das Aufgebot der Schützen zu spät und in Unterschätzung des Feindes, in zu geringer Stärke alarmiert wurde und das die Verteidigungsstellungen nur unzureichend instand gehalten waren.

Die Grenzfestungen versagten dabei kläglich. Die Festung Kufstein musste wegen verhängnisvollen Fehlern aufgegeben werden. Die Festungen Ehrenberg (Reutte), Leutasch und „Porta Claudia“ in Scharnitz müssen kampflos kapitulieren, da der Feind aus der „falschen“ Richtung, vom Inntal her angreift. General Maffei rückte erst nach der Übergabe der „Porta Claudia“ mit 3000 Mann Verstärkung von Norden ins Land ein und bezieht am 9. Juli Quartier in Zirl. Sein Weg ist von Brandschatzung und Plünderung gekennzeichnet.

Der Kurfürst lässt sich bereits in Innsbruck als „Gefürsteter Graf von Tirol“ huldigen. Er versucht durch Versprechungen und Zusagen das Volk und die Beamtenschaft freundlich zu stimmen. Als abschreckendes Beispiel verfolgt er alle, die ihm die Gefolgschaft verweigern mit besonderer Härte und lässt sogar ihre Häuser zerstören. Diese Vorgangsweise verfehlte natürlich in vielen Fällen nicht seine Wirkung. Der Postmeister von Zirl, Martin Schandl, war einer jener, die sich aus welchen Gründen auch immer, für verräterische Zwecke missbrauchen ließen. Beinahe das gesamte Oberland, mit ihm natürlich auch der Gerichtsbezirk Hörtenberg, lässt sich wegen dieser Maßnahmen beeindrucken und verzichtet auf Widerstand.

Aber diese Rechnung ging dem Kurfürsten dennoch nicht auf. Wegen der großen Tributforderungen erwachte das Volk allmählich aus seiner Lähmung. Der Großteil der ländlichen Bevölkerung war trotz aller Versprechungen nicht mehr bereit, sich diesen Forderungen zu beugen.

Es kommt deshalb am 1. Juli zur, für die bayrischen und französischen Truppen, verheerenden Schlacht an der Pontlatzer Brücke. Auch die zermürbenden Kämpfe mit den Südtiroler Schützen am Brenner zeigen Wirkung. Die französischen Offiziere beklagen sich beim Kurfürsten, dass ihre Soldaten schonungslos zu Angriffen auf die Schanzanlagen am Brenner eingesetzt würden und diese überdies ganz auffallend bevorzugte Ziele der treffsicheren Tiroler Schützen seien. Die Schützen haben, bei aller Verbitterung gegenüber den Bayern, ihre „scharfzielenden Kugelbüchsen“, doch lieber auf die „französischen Fremdlinge“ gerichtet. Die feindlichen Truppen müssen dieser Heckenschützentaktik Tribut zollen und sich allmählich gegen Innsbruck zurückziehen.

Durch die militärischen Erfolge bei Pontlatz und am Brenner kommt allmählich der Widerstand der Tiroler in Schwung. Der Aufstand der Oberländer setzte sich Richtung Innsbruck fort. In Scharnitz und Seefeld sowie in Flaurling, Inzing und Ranggen werden die feindlichen Besatzer vertrieben. Die Schützen, die in der Zwischenzeit auch eine Verstärkung von 550 Mann kaiserlicher Soldaten unter dem Kommando von Freiherr v. Heindl über das Vintschgau erhalten hatten, rückten nun über Telfs und Inzing gegen Zirl vor. Es kommt zum Kampf um die Zirler Innbrücke. Es galt die Brücke zu erobern um gegen Innsbruck erfolgreich auf beiden Seiten des Inns vorrücken zu können.

Kämpfe in Zirl

Kampf um die Zirler Innbrücke

In der Nacht zum 21. Juni fuhr der Forstknecht und Jäger Anton Lechleitner, der in Martinsbühel wohnte, mit der dortigen Fähre über den Inn um den Landsturm von Kematen und Völs aufzubieten. Sie sollten so heimlich wie möglich bis zur Zirler Innbrücke vorrücken um dann gemeinsam mit den bereits dort versammelten Schützen die Brücke im Handstreich erobern. Dieser überraschende Handstreich wurde jedoch durch einen Schützen, dem ein Schuss unbeabsichtigt losging, zunichte gemacht. Nun blieb den Zirler und Hörtenberger Schützen nichts anderes übrig, als im Sturm die Brücke zu nehmen. Es kam zu einem blutigen Kampf um die Innbrücke, aus denen schließlich die Tiroler als Sieger hervorgingen. Von den 240 bayerischen Soldaten konnten sich nur 16 Dragoner (Reiter) nach Innsbruck absetzen, alle anderen fielen oder wurden gefangengenommen. Durch Mut und Tapferkeit zeichneten sich dabei besonders die Schützen Michael Puelacher, Bartlmä Gressel, Michael Sailer und Michael Traxler aus Zirl aus.

„Zirler Herrgott“ in der Kreuzkirche bei Pill

Die bei diesen Kämpfen in Brand geratene Zirler Innbrücke brannte ab. Das am Brückengeländer angebrachte Kreuz stürzte unversehrt in den Inn wo es aufrecht stehend den Inn entlang bis Pill geschwommen ist. An der Engstelle, zwischen Pill und Schwaz wird das Kreuz von dort Wache haltenden Schützen aus den Fluten des Inns geborgen.
An dieser Stelle wurde für das Kreuz eine Kapelle aus Holz errichtet. 1764 wurde dann die heutige „Kreuzkirche“ erbaut. Die von Christoph Mayr 1767 geschaffenen Bilder zeigen die Historie von der Auffindung des Kreuzes und von der festlichen Einweihung der Kirche. Auf diesem Bild sind auch die dazu ausgerückten Schützenkompanien abgebildet. Die Darstellung der Schützenkompanien und deren Trachten sind historisch sehr wertvoll. Ob zu dieser Einweihung auch die Zirler Schützen ausgerückt sind, ist leider nicht belegt. Auf dem Hochaltar des Kirchleins steht das besagte Kreuz, es wird heute noch als „Zirler Herrgott“ verehrt.

Die Kreuzkirche in Pill wurde in den Jahren 1981-1985 renoviert. Dabei wurde die ganze Kirche um 1,4 Meter gehoben und um 5 Meter von der Bundesstraße zurückgesetzt um sie vor den Straßenabwässern und dem Streusalz zu schützen.

Die Kämpfe bei Martinsbühel

Nach der Vertreibung der Feinde aus Zirl bezogen die Schützen (800 Mann) und 150 kaiserliche Soldaten zwischen Martinsbühel und dem Hofwald bei Kranebitten Stellung. Eine meterdicke Mauer sperrte die Straße von der Festung Martinsberg (Martinsbühel) bis hinauf zu den Wänden der Martinswand. In den eilig errichteten Schanzen beim Meilbrunnen, beim „Blattl-Egg“ auch „Plattele“ genannt und in Martinsbühel gingen kaiserliche Soldaten und die ausgesuchtesten Scharfschützen, aus dem Oberland und dem Vintschgau, aus Zirl werden namentlich Christoph Lechleitner, Klemet Jöchl, Georg Öfner und ein gewisser Stocker erwähnt, in Stellung. Die anderen Schützen plazierten sich im Gelände oberhalb der Straße an vorteilhaften Positionen. Um das Vordringen der Feinde auf der Straße zusätzlich zu erschweren, wurde die Straße zwischen Meilbrunnen und dem Hofwald „verhackt“ das heißt mit Bäumen unpassierbar gemacht. Die dringend gebrauchten Feldschlangen (Kanonen), die in Stellung gebracht hätten werden sollen, waren zum Leidwesen der Verteidiger jedoch nicht eingetroffen.

In der Zwischenzeit überbrachten Boten dem Kurfürsten die Kunde, dass sich die Tiroler im Ober- und Unterland erhoben haben und dass die Südtiroler Schützen über den Brenner Richtung Innsbruck vorrückten. Er sah sich plötzlich mit seinen Truppen in Innsbruck von allen Seiten eingeschlossen. Da beschloss er, die Verschanzungen beim „Schwarzem Kreuz“, östlich von Völs und an der Martinswand zu stürmen, um sich die Verbindung nach Bayern über Seefeld und Scharnitz zu wahren.

Am 23. Juli brach der bayrische Kurfürst in Innsbruck auf, um die beiden Schanzen bei Völs und Zirl zu stürmen. Dazu teilte er sein Heer in zwei Gruppen. Der erste Teil, größtenteils aus Franzosen bestehend, unter der Führung der Generäle Riciourt und Lützelburg, marschierte über die Gallwiese bei Mentlberg vor die Verschanzungen beim „Schwarzen Kreuz“ in Völs. Dort waren die Schützen des Gerichtes Sonnenburg (Wilten) und die von Axams, Oberperfuss, Oberhofen und Inzing eingesetzt. Die andere Gruppe, bestehend aus 5 Bataillonen Fußtruppen, einigen Schwadronen Reiterei und den nötigen Kanonen, unter der Führung des Marschalls Sanfré und des Generals Maffei zog am linken Innufer gegen Martinsbühel, wo sie bei Tagesanbruch auf den ersten Widerstand trafen.

Sobald die Bayern in die Nähe der Schanzen kamen, feuerten die Schützen auf die feindliche Streitmacht. Jeder Angriff wurde mit gut gezielten Schüssen und mit Steinen von den steilen Hängen herab zurückgeschlagen. Nun versuchten die feindlichen Soldaten das steile Gelände zu erklimmen, wobei sie von den sich allmählich zurückziehenden Schützen ständig beschossen wurden. Erst nach mehrstündigem hartem Kampf konnte sich der Feind bis an die Schanzanlage beim „Plattele“ heranarbeiten. Aber hier scheiterte jeder Angriff am hartnäckigen Widerstand der Verteidiger. General Maffei hat in seinen Memoiren versichert, dass diese Stellungen ohne dem Beschuss durch den Kanonen aus der gegenüberliegenden Innseite nie bezwungen hätten werden können.

Inzwischen hatte aber der Kurfürst die Schanze beim „Schwarzen Kreuz“ eingenommen. Dadurch konnte er mit seinem Kanonen die Verteidiger beim „Plattele“ und in Martinsbühel auch ins Flankenfeuer nehmen. Durch die Splitterwirkung und dem durch den Kanonenbeschuss ausgelösten Steinschlag kamen die Verteidiger in arge Bedrängnis. Als es schließlich den feindlichen Dragonern glückte, auf ihren Pferden den Inn zu überqueren, war der Feind auch noch im Rücken der Schützen. Fluchtartig mussten sie die Stellungen trotz allen Heldenmutes und Opfergeistes aufgegeben. Wer nicht unter den Säbeln des Feindes fiel, geriet in Gefangenschaft. Nur wenigen Schützen gelang es, sich ins Brunntl durchzuschlagen.

Bei diesem Kampf, es war dies der verlustreichste der Tiroler im Jahre 1703, sind 57 Schützen und 80 kaiserliche Soldaten gefallen. 70 Landstürmer und gegen 100 Soldaten sind in Gefangenschaft geraten. Die Verluste der Bayern und Franzosen wird mit über 700 angegeben. Nach diesem Gemetzel bei Martinsbühel drang der Feind ungehindert in Zirl ein.
Ferdinand Graf von Arco, Adjutant des Kurfürsten, wird erschossen

Als der bayerische Kürfürst, nach der Erstürmung der Schanzen bei Völs mit seinen Soldaten Richtung Zirl ritt musste er die Engstelle beim sogenannten „Reißenden Ranggen“, südlich des Inns passieren. Dort lauerte aber bereits der kaiserliche Revierförster Anton Lechleitner aus Zirl um ihn aus dem Hinterhalt zu erschießen. Den Soldaten voraus ritt aber Graf Arco, der Adjutant des Kurfürsten in prächtiger Uniform. Der Kurfürst selbst trug aus weiser Vorsicht einen einfachen Reitermantel. Max Emanuel entgeht durch diese List aber dem sicheren Tod, denn Lechleitner schießt prompt auf den Grafen Arco, den er wegen seiner prächtigen Uniform für den Kurfürsten gehalten hat.

Zirl und das Schloss Fragenstein werden niedergebrannt

Als Vergeltung für die ihn bei Martinsbühel zugefügten großen Verluste und als Rache für den Tod seines Adjutanten überlässt der bayerische Kürfürst Max Emanuel, Zirl zwei Tage lang der Wut seiner Soldaten, die neben der Plünderung auch noch unvorstellbare und abscheuliche Grausamkeiten an der Bevölkerung und an den Gefangenen verübten. Zirl wird anschließend in Brand gesteckt und brennt völlig ab.

Über die Gräueltaten, die im Totenbuch aufgeschrieben sind, berichtet „Curat Schranz“ in seiner Topographie lediglich:
„An den Einwohnern, denen die Soldaten habhaft wurden, werden grausame Mordthaten verübt. Den Schmiedemeister Franz Mader verbrannten sie in seiner Feueresse, dem Christoph Witting banden sie Hände und Füße und verbrannten ihn so auf dem Dorfplatz, der Eva Portnerin stachen sie die Augen aus. Die blinde Anna Kaeferin schossen sie nebst vielen anderen tot.“ Kurat Schranz verzichtet dabei auf das weitere Nennen von abscheulichsten Taten.

Wenn man bedenkt, dass zu dieser Zeit die Folter ein legales Mittel der Gerichtsbarkeit war und die bayerischen Soldaten in den Türkenkriegen diese Grausamkeiten gesehen und erlebt haben, dann kann man am ehesten begreifen, weshalb es zu solchen Abscheulichkeiten gekommen ist.

In die umliegenden Nachbargemeinden Völs, Kematen und Unterperfuss wurde ebenfalls geplündert, gemordet und alle Behausungen niedergebrannt. Die über den Zirlerberg Richtung Seefeld abziehenden Feinde hausten in Leithen, Reith und Seefeld ähnlich wie in Zirl.

Am Abend des 24. Juli, beim Schein des brennenden Dorfes, versuchten die Bayern vergebens das Schloss Fragenstein einzunehmen. Am 25. Juli setzten die Tiroler das Pulvermagazin auf Schloss Fragenstein selbst in Brand, um das Schloss nicht unversehrt in Feindeshand fallen zu lassen. Die feindliche Übermacht war zu groß um Fragenstein erfolgreich verteidigen zu können.

Als die Südtiroler Schützen, die in der Zwischenzeit auch durch das kaiserliche Militär Verstärkung erhielten, vom Brenner gegen Innsbruck unaufhaltsam vordrangen, entschloss sich Max Emanuel am 26. Juli zum raschen Abzug aus Innsbruck. Er zog sich über Hötting und Zirl bis nach Seefeld zurück. Bei Steinach wurde die kurfürstliche Militärmusik, die vorwiegend mit Beuteinstrumenten aus den Türkenkriegen ausgestattet war, von Matreier Schützen gefangengenommen. Matrei am Brenner kann sich deshalb rühmen, die erste Musikkapelle Tirols, in „türkischer Besetzung“ zu sein. Eine Musikkapelle in „türkischer Besetzung“, das heißt, mit Blechblasinstrumenten, Tschinellen, Pauken und Schellenbaum ausgestattet, war in Tirol hundert Jahre später noch immer eine Besonderheit.

Zum Dank für das völlig überraschende und kampflose Verlassen der Landeshauptstadt durch die bayerischen Truppen errichtete man die sogenannte „Annasäule“ in der heutigen Maria-Theresien-Straße. Obwohl die Mutter Gottes auf dieser Säule steht, wird sie „Annasäule“ genannt, da am Annatag (26.Juli) die feindlichen Truppen Innsbruck verlassen haben.

Kämpfe bei der Schützenschanz im Kristental

In Scharnitz halten sich die Bayern und Franzosen unter General Maffei noch bis Ende August um die noch stehenden Trümmer der Grenzfestung „Porta Claudia“ vor ihrem Abzug endgültig zu zerstören.

Durch Proviantmangel kommt es bei den verfolgenden kaiserlichen Soldaten in Seefeld zum Überlaufen mehrerer Dragoner (berittene Soldaten) zu den Feinden. Diese setzten den Kurfürsten von der tatsächlichen Stärke (Schwäche) der Verfolger und vom voreilig befohlenen Abzug der Südtiroler und kaiserlichen Soldaten Richtung Brenner in Kenntnis. Es kommt deshalb ab dem 30. Juli zu den befürchteten Gegenangriffen, die den Kurfürsten sogar einmal bis nach Zirl zurückführten.

Bei diesen, beinahe den ganzen August anhaltenden heftigen Gefechten zwischen Scharnitz und Zirl, kommt es auch zu Kämpfen bei der Schützenschanz in der Nähe der Kirstenalm. Die feindlichen Truppen versuchten über das Gleirschtal und der Kristenalm ins Inntal vorzudringen um den bei Leithen, Reith und Seefeld in Stellung gegangenen Tirolern und kaiserlichen Soldaten in den Rücken zu fallen. Ob es bei den Kämpfen in der Schützenschanz auch Tote gegeben hat, ist nicht bekannt. Die Flurbezeichnung „Bei den armen Seelen“, auf halbem Weg zwischen Kristenalm und Schützenschanz würde aber auf gefallene feindliche Soldaten hindeuten, weil es sonst keine schlüssige Erklärung für diese Flurbezeichnung gibt. Zur Verteidigung der Schützenschanz wurden neben den Hörtenberger Schützen auch die Schützen aus dem Gericht Sonnenburg (Wilten) und Hötting aufgeboten.

Das Ende der Kämpfe

Ende August mussten sich die feindlichen Truppen endgültig aus Tirol zurück ziehen. Einzig die Festung Kufstein konnte noch ein Jahr lang gegen den Ansturm der Tiroler gehalten werden. Im Gegenangriff, der bei Scharnitz, Kufstein und über den Achenpass gleichzeitig geführt wurde, drangen die Tiroler, unterstützt von kaiserlichen Soldaten, mordend, plündernd und brandschatzend in Bayern ein. Mit der Begründung „man habe die Grausamkeiten von den Bayern gelernt“, war aber den an Grausamkeiten völlig unschuldigen bayerischen Bevölkerung nicht geholfen.

Der Heldenruhm, den sich der bayerische Kurfürst in den Türkenkriegen erworben hatte, verblasste in den Tiroler Bergen. Er büßte, je nach Quelle, zwischen drei- und fünftausend seiner besten Offiziere und Soldaten ein.

Tirol hat 1703 die im Landlibell begründete Aufgabe, sich selbst zu verteidigen, erfüllt, obwohl Adel, Klerus, Bürger und auch das kaiserliche Militär die Landbevölkerung öfters im Stich gelassen haben. Es waren in erster Linie die Bauern, welche die Hauptlast in den Kämpfen trugen. Sie waren es auch, die sich mit gutem Grund von der „milden“ Regierung des Hauses Habsburg nicht trennen wollten.

Kaiser Leopold I. sparte nicht mit Lob und Auszeichnungen für die erfolgreichen Landesverteidiger. Das Landgericht Hörtenberg erhielt für besondere Tapferkeit sogar die „Goldene Panzerkette“ an die Fahne geheftet. Bei Geldzuwendungen für den Wiederaufbau hielt sich das Kaiserhaus eher zurück, was bei den chronisch leeren Staatskassen nicht verwundert. Zirl erhielt als Entschädigung für die verheerenden Verwüstungen, neben kleineren finanziellen Zuwendungen, das Privileg zwei Märkte pro Jahr abhalten zu dürfen. Kaiserin Maria Theresia hat dieses „Marktprivileg“ 1777 erneuert und bestätigt.

Die Habsburger als Landesfürsten

Die Tiroler Landesfürsten hatten in dieser Zeit öfters Kriege mit den benachbarten Ländern zu führen. Die Stadtstaaten in Oberitalien und hier im besonderen Venedig, wollten sich die Gebiete um Trient immer wieder aneignen. Auch Bayern wollte mehrfach, zumindest Teile des Landes Tirol, das sich aus dem bayerischen Stammesgebiet selbständig gemacht hat, wieder zurückholen. Im Westen des Landes kam es wegen Besitzansprüche mit den Eidgenossen, den Appenzellern und der Graubündner zu so manchem Krieg. Außerdem kam es auch zu Fehden im Inneren des Landes, zwischen dem Landesfürsten und dem Tiroler Adel, die sich seinem Einfluss entziehen wollten. Deshalb wurden neben den Lehenspflichtigen Rittern, vom jeweiligen Landesfürsten, auch immer wieder Bürger und Bauern zum Kriegsdienst aufgeboten.

1406 erhielt Herzog Friedrich IV., dessen Vater Leopold III. bei der Schlacht bei Sempach gegen die Eidgenossen gefallen ist, die selbständige Regierungsgewalt in Tirol und den Vorlanden (Habsburgergebiete westlich des Arlberges) wurde von seinen Gegnern der Spottname „Friedl mit der leeren Tasche“ gegeben. Er gewährte den Tiroler Bürgern und Bauern im so genannten „Freiheitsbrief“, das Tragen von Waffen und erhalten auch politisch gleiche Rechte wie der Adel und der Klerus. Aus diesem Jahr ist auch das älteste Aufgebotsschreiben des Landesfürsten bekannt. Dieses Aufgebot, wird bei Imst von den Appenzellern in die Flucht geschlagen. Die Appenzeller erbeuten dabei auch gleich, das erstmals erwähnte Banner des Tiroler Aufgebotes.

1415 wurden diese Spannungen mit dem Tiroler Adel durch die Reichsnacht, die Kaiser Sigmund aus einseitig politischen Gründen über Herzog Friedrich IV., beim Konzil in Konstanz aussprach, ganz besonders groß. Der Herzog musste gegen seinen Bruder und dem im Falkenbund zusammengeschlossenen Adeligen Krieg führen. Die Bürger und Bauern unterstützten dabei „ihren“ Herzog, der diese Auseinandersetzung mit dem Adel, dank ihrer tapferen Unterstützung für sich entscheiden konnte.

1416 Im Friedensvertrag bestätigt Herzog „Friedl mit der leeren Tasche“ dem Gerichtsbezirk Hörtenberg neben anderen Gerichtsbezirken erneut das Tragen von Waffen für alle freien Bürger und Bauern als Lohn für den Beistand im Kampf gegen den im Falkenbund zusammengeschlossenen Tiroler Adel.

1426 „Parzival von Weineck“ muss die Burg „Fragenstein“ an Herzog Friedrich IV. (mit der leeren Tasche) übergeben, da auch er mit dem im Falkenbund vereinten Tiroler Adel gegen den Landesfürsten gekämpft hatte.

1431 In diesem Jahr wird der Grundstein für die Sonderentwicklung der Tiroler Landesverteidigung gelegt. Herzog Friedrich IV. (mit der leeren Tasche) besiegt mit seinem Bürger- und Bauernheer den Bischof von Chur in der Fürstenburg im Vintschgau, der vom Ritterheer des Adels unterstützt wird.
Die Tiroler Landesverteidigung war ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bereits in Gerichtsbezirken und Fähnlein (Kompanien) organisiert. Es war bereits festgelegt, in welcher Stärke der „Zuzug“ auszurücken habe und wer für Waffen, Verpflegung und Sold aufzukommen hatte. Das Wort „Zuzug“ wird für die zur Landesverteidigung aufgebotenen Streitmacht verwendet.

1478 scheint auf der Burg Fragenstein folgendes ansehnliche Waffenarsenal auf:
4 Handbüchsen, 23 Hakenbüchsen, 4 Karrenbüchsen (kleine Kanonen) und eine kleine und eine große Steinbüchse (Kanonen).

Türkengefahr an der Grenze Tirols

Seit 1470 trat zur Bedrohung Tirols durch Venedig und den Eidgenossen und Bündnern ein weiterer Feind aus dem Osten hinzu. Die Türken, die bereits in Krain (heute Slowenien) und Kärnten einfielen, waren deshalb auch für Tirol eine ernste Bedrohung. Vornehmlich im Pustertal begann man mit der Errichtung von neuen Verteidigungsanlagen. Die bereits bestehenden wurden zusätzlich verstärkt. Das Tirol von der verheerenden Türkeneinfällen verschont geblieben ist, mag sicher mit dem entschlossenen Ausbau der Grenzverteidigung im Zusammenhang stehen. Die Bevölkerung von Kärnten und der Steiermark hatten beinahe 200 Jahre lang das Morden und Brandschatzen dieser berittenen Horden über sich ergehen lassen müssen.

1487 - Erste urkundliche Erwähnung von Zirler Schützen

Der an chronischem Geldmangel leidende Erzherzog Sigmund, mit dem ironischen Beinamen „der Münzreiche“ lässt sich 1487 zu einem Angriff gegen die Republik Venedig verleiten. Zunächst nützt der äußerst zwielichtige Tiroler Hofmeister Gaudenz von Matsch das Überraschungsmoment und erobert im Frühjahr das venezianische Rovereto. Da er diesen schnellen militärischen Erfolg nicht weiter nützt, obwohl er, den Landesfürsten zu diesem Krieg gedrängt hatte und wegen seinem überraschenden Rückzug während der härtesten Kämpfe im August, verstummen die Gerüchte, er sei von den Venedigern bestochen worden, nicht mehr.

Das Aufgebot des Gerichtsbezirkes Hörtenberg unter dem Kommando von Hauptmann Hindelang betrug 115 Mann. Zirl stellte dabei eine Rotte von 11 Mann unter Rottmeister Gastl/Holzöppfel.

Das Tiroler Aufgebot kämpft dabei unter dem Kommando von Friedrich Kappler, einem Elsässer, am 10. August 1487 südlich von Trient, bei Calliano, gegen ein Heer der Republik Venedig, unter dem Kommando des Condottieri Roberto di Severino erfolgreich.

Das Nordtiroler Aufgebot ist dabei aber in einen Hinterhalt der Venezianischen Truppen geraten und wurde vollständig aufgerieben. Das erklärt, weshalb am Anmarschweg der Zirler Rotte unter Rottmeister Gastl/Holzöpfl Verpflegsrechnungen existieren aber nicht mehr vom Rückmarsch.

Dieser Krieg, der von Erzherzog „Sigmund dem Münzreichen“ mutwillig vom Zaun gebrochen wurde, endete ohne territoriale Veränderungen. Tirol und Venedig mussten, wegen der intensiven gegenseitigen Handelsbeziehungen, an friedlicheren Verhältnissen interessiert sein.
Kaiser Maximilian - Beginn der Neuzeit

Mit der Übergabe Tirols, an den späteren Kaiser Maximilian I. beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Landes. Das Land, das seit 1363 unter einer eigenen Linie des Hauses Habsburg regiert wurde, trat mit einem Ruck in den Mittelpunkt der weltumspannenden Politik Maximilians. Es war dies umso bedeutungsvoller, weil in dieser Zeit Veränderungen vor sich gingen, wie sie im Laufe der Menschheit ganz selten waren. Das Schießpulver gab dem Rittertum den Todesstoß. Landsknechte traten an ihre Stelle. Sie werden 1486 erstmals erwähnt. Die Erfindung des Kompass erlaubt die Eroberung der Weltmeere und die Entdeckung neuer Kontinente. Nicht minder bedeutend war die Erfindung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg. Damit war es möglich, den ärmeren Schichten und damit die Masse der Bevölkerung neue Ideen zu vermitteln. Die Religionskriege waren eine Auswirkung dieser Entwicklung.

1499 - Engadiner Krieg „Schlacht an der „Calfen“ bei Glurns im Vintschgau“

Die Schweizer wollten schon lange nichts mehr vom deutschen Reich wissen und trachteten nach Unabhängigkeit. Die Bestimmungen des Reichtages waren den Eidgenossen zuwider, sie näherten sich deshalb an Frankreich an. Dies war für den Kaiser ein Grund mehr, gegen sie einzuschreiten.

Ein Krieg mit den Eidgenossen und den mit ihnen verbündeten Graubündnern war der Tiroler Regierung nicht unlieb, denn seit Jahren lebte man mit den Graubündnern in Feindschaft. Der Landtag bewilligte dazu ein Aufgebot von 4000 Mann und lehnte selbstbewusst Friedensangebote ab.

Im Februar 1499 stießen die Tiroler unter dem Kommando des Landeshauptmannes Leonhard von Völs, von Glurns im oberen Vintschgau, aus plündernd ins Münstertal vor und eroberten die Fürstenburg und nahmen den Bischof von Chur gefangen. Mit wechselndem Erfolg wurde auch an der Klause bei Finstermünz und am Ofenpass und in Vorarlberg bei Hard und Maienfeld gekämpft. Nach dem glänzenden Sieg der Schweizer bei Frastanz kehrt im Oberland und im Vintschgau Ernüchterung ein und man bereitet sich auf das Schlimmste vor. Man verstärkt am Arlberg, bei Nauders und bei Glurns die Verteidigungsstellungen und bietet ein 9000 Mann starkes Aufgebot auf. Das Kommando übernimmt Ulrich von Habsburg, der wie sich herausstellen wird, den fatalen Fehler begeht, seine in günstiger Lage versammelten Heerschar vor Umgehung zu schützen.

Am 22. Mai fällt aber an der Calva, westlich des Städtchens Glurns, die Entscheidung. Das kaiserliche Heer mit 3000 Mann und das Tiroler Aufgebot von rund 9000 Mann werden dabei von den Graubündnern völlig überrascht. Die Graubündner greifen nicht, wie vermutet, vom Münstertal her an, sondern umgehen die Stellungen der Verteidiger im Tauferertal und an der Calva Brücke mit einem Teil ihrer Streitmacht. Sie wählen den Weg über das Schlinigtal bei Burgeis und fallen dadurch den völlig überraschten Tirolern in den Rücken. Die Bündner stürzen sich nun auf den in der Falle sitzenden Feind von beiden Seiten und erschlagen alles was sich ihnen in den Weg stellt. Mehr als die Hälfte des Tiroler Aufgebotes, über 5000 Mann fallen bei dieser Schlacht. Ob an dieser verheerenden Schlacht, bei der auch das Tiroler Hauptbanner von den Graubündnern erbeutet wird, ein Hörtenberger Aufgebot teilgenommen hat ist nicht belegt. Bei einer Aufgebotsstärke von 9000 Mann muss es jedoch angenommen werden

Die Bevölkerung im Engadin und im Vintschgau hatten die Zeche für diesen grausamsten aller Schweizerkriege zu bezahlen. Der obere Vintschgau, bis hinunter nach Schlanders, wird in eine Wüste verwandelt. Wer nicht erschlagen wurde, dem blieb nur noch, was er am Körper trug. Die ganze Gegend wurde geplündert und anschließend alle Behausungen in Brand gesteckt. Es wird berichtet, dass sich die Überlebenden von verdorrtem Gras ernähren mussten, so groß war die Not und das Elend.

Die Opferbilanz dieses verheerenden Krieges lässt sich am besten dadurch ermessen: In 13 Schlachten kommen über 20.000 Menschen ums Leben und rund 2000 Ortschaften werden in Schutt und Asche gelegt.

1504 Bei der Belagerung von Kufstein, im Zuge des „bayerischen Erbfolgekrieges“ unter Kaiser Maximilian I. bewährte sich die Hörtenberger Gerichtskompanie.

1508 bis 1516 - Venedigerkriege

Die Venedigerkriege waren die ersten grausamen Kriege der Neuzeit, an denen alle Mächte teilnahmen und ohne Scham die Bündnisse wechselten. Diese beinahe acht Jahre anhaltenden Kampfhandlungen waren die große Bewährungsprobe für die neue Kampftruppe der Landsknechte, an Stelle der bisher üblichen Ritterheere.

Im Verlauf der „Venedigerkriege“, die Kaiser Maximilian I. im Laufe dieser Jahre führte, wird das Tiroler Aufgebot, neben den kaiserlichen Landsknechten, mehrmals zur Verteidigung der Südgrenze des Landes aufgeboten.

1511 - „Landlibell“

Das Landlibell (Wehrverfassung) ist der Endpunkt einer langen Entwicklung. In ihm wird unter Berufung auf die Landesfreiheit von 1406 festgelegt, daß Tirol im Falle eines Angriffes seine Grenzen einen Monat lang selbst zu verteidigen hat. Wesentlich war auch die Bestimmung, dass das Tiroler Aufgebot nur zur Verteidigung innerhalb der Landesgrenzen verpflichtet war und diese nicht zu überschreiten brauchte. Das „Elfjährige Landlibell“ war ein bedeutendes Verfassungsgesetz, das die Sonderentwicklung Tirols innerhalb Österreichs ermöglichte. Dieses Gesetz hat auch den Wehrwillen und die Freiheitsliebe der Tiroler ganz besonders gesteigert. Da nun auch der Bürger und Bauer bewaffnet waren und ihre Waffen daheim immer griffbereit hatten, musste jede Regierung mit ihnen auch vorsichtiger umgehen als mit waffenlosen Untertanen. Die Wehrpflicht umfasste alle Haus oder Grund besitzenden Männer, den Adel und die Geistlichkeit. Die Aufgebote werden je nach Feindsgefahr nach einer bestimmten Zugsordnung zu 5000, 10.000, 15.000, 20.000 Mann erfolgen.

1519 wurde das Landlibell dahingehend ergänzt, dass im Fall der Not jeder Waffentaugliche, also auch Knechte, Dienstboten und Gesellen wehrpflichtig sind. 6000 Mann sammeln sich zur Rückeroberung der Festung Ehrenberg in Martinsbühel. Die Burg Fragenstein und die Befestigungsanlagen bei Martinsbühel werden zusätzlich befestigt.

1524 bis 1526 - „Bauernkriege“

Die Bauernkriege (Michael Gaismayr) stellten das Landlibell vor die erste Bewährungsprobe. Den Tirolern wird 1526 das Waffentragen bestätigt, im übrigen Österreich verboten.

Die Bauernkriege in Tirol beschränkten sich vorwiegend auf Plünderungen von Klöstern und Pfarrhöfen im Raum Brixen. Erzherzog Ferdinand I. und der Tiroler Landtag konnte diesen Konflikt größtenteils bereits 1524 durch die Erfüllung der berechtigten Wünsche der Bergknappen und der Bauernschaft beruhigen.

Den Tirolern wird die „Waffenfreiheit“ erneut bestätigt, während es im übrigen Teil des Reiches streng verboten wurde. Dies ist die Bestätigung dafür, dass das Landlibell nicht von oben verordnet, sondern von den Bürgern und Bauern mitgestaltet und mitgetragen wurde.

1526 wird in der Zuzugsordnung die Einteilung der Verteidigungsmannschaften in Vierteln eingeführt. Die Viertelkommandanten unterstanden mit ihren Mannschaften dem „Obristen Feldhauptmann“. Weiters wird festgelegt wo sich die Verteidigungsmannschaften bei welcher Bedrohung zu sammeln hatten. Auch die zahlenmäßige Stärke der auszurückenden Mannschaften wurden festgelegt. Diese Einteilung wurde aber nur für die Grenzen gegen die damaligen Feinde (Venedig, Schweizer und Türken) erlassen. Die Pässe an der Nordgrenze Tirols erforderten keine Alarmordnung, da man von den deutschen Fürsten keine Bedrohung zu erwarten glaubte.

Vom Einfall der Schmalkalden zum 30-jährigen Krieg

1546 - Erster Schmalkaldeneinfall in Tirol

Das Unerwartete traf aber bereits nach wenigen Jahren ein.
Die Schmalkalden waren ein Bündnis von Fürsten aus Thüringen, die sich mit Martin Luther und seinen Lehren solidarisierten. Das Heer dieses schmalkaldischen Bundes marschierte unter dem berühmten Feldobrist Schärtlin von Burtenbach, mit 84 Fähnlein (Kompanien) Landsknechte nach Tirol, um das Konzil von Trient zu sprengen. Ein Fähnlein bestand damals aus rund 400 Mann.
Die Aufgebote der Gerichte Hörtenberg (Telfs) und Petersberg (Silz) wurde zur Verstärkung der Mannschaften in Ehrenberg eingesetzt, trafen aber zu spät ein, da am 11. Juli die Festung in Ehrenberg, die nur mit 71 Büchsenschützen besetzt war, übergeben werden musste.
Obwohl es für die Tiroler Nordgrenze keinen Organisationsplan gab, konnte binnen kürzester Zeit ein ansehnliches Aufgebot kampfbereit ausrücken. Die Aufgebote aus der Umgebung von Innsbruck, der Gerichte des Wipptales und des gesamten Unterinntales (6000 Mann) und an die 7000 Bergknappen sammelt sich in Martinsbühel zur Rückeroberung der Festung Ehrenberg (Reutte). Zusätzlich werden die Schanzanlagen bei Martinbühel und Fragenstein verstärkt um ein eventuelles Vordringen des Feindes nach Innsbruck zu verhindern.
Martinsbühel ist seit 1646 die Sammelstelle für die Aufgebote aus dem Unterinntal und dem Wipptal bei Feindgefahr in Ehrenberg und Scharnitz.
Die Rückeroberung der Festung Ehrenberg, an der auch das Hörtenbergische Aufgebot beteiligt war, wird am 5. September erfolgreich abgeschlossen.
1548 erlebt unser Ort den Durchzug von 12.000 Mann spanischer Söldner.
Um 1550 werden erstmals festliche Aufmärsche der Gerichtskompanien mit eigenen Fahnen und mit Waffen in militärischer Ordnung erwähnt.

1552 „Schmalkaldeneinfall“

Moritz von Sachsen bezwingt die Festung Ehrenberg (19. Mai) im Handstreich und steht in wenigen Tagen im Inntal. Dabei wird auch das Kloster Stams geplündert. Am 22. Mai werden die Verteidigungsmannschaften der Burg Fragenstein und die Befestigung bei Martinsbühel vom Angriff der Schmalkalden völlig überrascht und können keinen Widerstand leisten. Das Hörtenberger Aufgebot ist zu dieser Zeit an der damals noch unbefestigten Grenze bei Scharnitz zur Verteidigung eingesetzt. Am 25. Mai ziehen die schmalkaldischen Truppen kampflos in Innsbruck ein. Moritz von Sachsen verlässt bereits am 29. Mai, völlig unbehelligt mit einem Floß Tirol Richtung Passau. Seine Landsknechte ziehen sich plündern über Ehrenberg (Reutte) und Füssen wieder zurück.
Die Landesverteidigung hat kläglich versagt - das Volk spricht offen vom Verrat durch die Behörden des Landes.

1553 erlässt Kaiser Ferdinand I. ein neues „Kreienmandat“ (Alarmierungsplan). Die Alarmierung erfolgt nicht mehr durch Böllerschüsse sondern durch Eilbooten und dem läuten der Glocken. 1552 hatte sich die Alarmierung durch Böllerschüsse nicht bewährt.

1556 wird der Zuzug (Aufgebot der Schützen zur Landesverteidigung) der einzelnen Gerichtsbezirke zahlenmäßig genau festgelegt und die Auswahl der Mannschaft neu geordnet.

1605 wird in der Zuzugsordnung die Mobilisierung und die Aufmarschpläne neu festgelegt. Der Gerichtsbezirk Hörtenberg hatte dabei eine Kompanie mit 136 Mann zu stellen, die sich aus den Besitzenden der einzelnen Ortschaften zusammensetzt. Wer von den Wehrpflichtigen auszurücken hatte, wurde durch Los ermittelt. Dienstbooten, Knechte und Kleinhäusler waren nur zum Aufgebot des Landsturmes verpflichtet. Mit dieser Zuzugsordnung konnten die Angriffe der sieggewohnten Schweden im 30jährigen Krieg erfolgreich abgewehrt werden.

1611 bis 1637 Während dieser Zeit bricht mehrmals die Pest in Tirol aus.

1624 In diesem Jahr wird erstmals urkundlich eine Fahne und ein einheitlicher Schützenrock für den Gerichtsbezirk Hörtenberg/Telfs erwähnt.

1632 Die Schweden bedrohen im Zuge des 30jährigen Krieges erstmals Tirol. Nach der Niederlage der kaiserlichen Truppen bei Breitenfeld (Bayern) im September 1631 steigt die Gefahr eines Einfalls der sieggewohnten Schweden an der Nordgrenze Tirols bedrohlich an.
In aller Eile wird die gesamte Nordgrenze des Landes, vom hintersten Lechtal bis Kufstein zur Verteidigung ausgebaut. Alle nach Norden gerichteten Übergänge werden mit Schanzanlagen versehen um dem Feind ein rasches Vordringen nach Innsbruck zu erschweren. Die Regierung in Innsbruck hätte dadurch Zeit gewonnen um sich in letzter Minute nach Bozen absetzen zu können. Der Pass bei Scharnitz war um diese Zeit auch nur mit unzureichenden Schanzanlagen provisorisch befestigt, da man ja aus dem Deutschen Kaiserreich keinen Angriff erwartet hatte.
In Leutasch, Scharnitz und im Raum Seefeld werden Schanzen (Verteidigungsstellungen) gebaut und Gräben gezogen. Die Schützenschanz im Kristental stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Es wird berichtet, dass selbst auf der Nordkette bei Innsbruck Verteidigungsstellungen angelegt wurden.
Als Herzog Bernhard v. Sachsen/Weimar Tirol im April 1632 angreift, wird das Hörtenberger Aufgebot, unter dem Kommando von Peter Lang, zur Verteidigung der Festung Ehrenberg einberufen. Im Mai und Juni stehen sie im Ammerwald und beim Heiterwanger See im Einsatz. Als Ende Juli die Schweden unter General Banèr erneut angreifen, werden die Hörtenberger zur Verteidigung „der Scharnitz“ eingesetzt, wo sie noch den ganzen Herbst ihre Pflicht erfüllen (als Scharnitz wird damals die Gegend vom Zirlerberg bis Mittenwald bezeichnet). In Zirl befindet sich das Proviantlager für die Verteidigungsmannschaften, das vom Zollschreiber Michael Samer, aus Zirl, geleitet wird.

1636 Erzherzogin Claudia v. Medici reorganisiert das Verteidigungswesen und teilt die „Landmilitia“ in vier Regimenter. Die Wehrfähigen werden durch Musterung ausgewählt und für drei Jahre zu Waffenübungen verpflichtet.

1646 Die Kriegsgefahr ist in Tirol wegen eines völlig überraschenden Vorstoßes der Schweden, im Allgäu ganz besonders groß.

Die Gefahr eines neuerlichen Angriffs der Schweden lässt die Hörtenberger erneut in die Scharnitz zur Grenzverteidigung ausrücken. Der Gerichtsbezirk Hörtenberg wäre eigentlich (laut Zuzugsordnung) zur Verteidigung von Ehrenberg und die Stadt Innsbruck, Sonnenburg (Wilten) und der Gerichtsbezirk Wipptal (Steinach) für die Scharnitz zuständig.

Zirler Schützen als eigene Einheit

Bei diesem Aufgebot, im Spätherbst des Jahres 1646 werden die Zirler Schützen erstmals als eigene Einheit bei der Verteidigung der „Scharnitz“ erwähnt. Das Jahr 1646 wird deshalb als Gründungsjahr der Schützenkompanie Zirl angenommen.
Der Grund für diese eigenständige Kompanie könnte die überraschende Feindsgefahr und die dadurch verbundene entschlossene Verteidigung der Heimatgemeinde gewesen sein.
Die Tiroler Landesverteidigung hat sich im 30jährigen Krieg bewährt. Die Schützen haben sich gegenüber den angeworbenen Landsknechten als verlässlicher erwiesen. Tirol ist damit von Brandschatzung und dem wahllosen Morden der Schweden verschont geblieben.

1647 Sturmpatent für den Landsturm - wird der Landsturm (Reservemannschaften) wie schon im Landlibell von 1511 wieder eigens erwähnt. In der Zuzugsordnung des Jahres 1605 war diese nicht erwähnt worden. Die Burg Fragenstein wird als Kreifeuerplatz, festgelegt. Diese „Kreienfeuer“, was im germanischen soviel wie schreien oder alarmieren bedeutete, wurden vielfach auch als „Kreidenfeuer“ bezeichnet. Diese Signalfeuer, die an gut sichtbaren Plätze im ganzen Land bereitgehalten wurden, kündigten eine große Kriegsgefahr an. Um auf das Abbrennen dieser „Kreienfeuer“ aufmerksam zu machen wurden zusätzlich Böllerschüsse abgefeuert.
In diesen Musterungslisten des Jahres 1647 werden erstmals alle Wehrfähigen erfasst und es wird auch angeführt, welche Waffen sie im Verteidigungsfall mitbringen. In den Musterungslisten des Gerichtsbezirk Hörtenberg sind 619 wehrtaugliche Männer angeführt. Sie bilden per Los die 111 Mann starken Gerichtskompanien, die ein Monat lang Dienst zu versehen hat. 39 Mann dieser Kompanien rücken mit ihren eigenen Gewehren aus. Zirl stellte dabei 87 wehrfähige Männer. Die Gesamtstärke des Hörtenberger Aufgebotes, einschließlich des Landsturms, beträgt 769 Mann.
Namentlich werden genannt:
„Coperälen“: Martin Pruner von Zirl“
„Gemaine Knecht aus Zyrl“: „Caspar Gescheit, Christof Mader, Jacob Haßlacher, Jacob Weiß, Georg Albrecht, Leonhart ?Weistle, Hans Hopfner, Leonhart Pambgartner, Hannß Öfner, Martin Sailler, Thoman Öfner, Georg Schrot, Bartlme Lener, Iromias Schafenrat, Hanß Löfler, Hannß Gastl Miller, Matheiß Furtner“
„Schizen mit Feur Röhrn aus Zyrl“: „Thoman Obertaner, Caspar Wäckherl, Georg Lechleitner“
„Suma der Schizen mit Feur Röhrn 39 Man“
(Telfs (11), Leuitäschen (8), Ynnzing (9), Zyrl (3), Pfaffen und Oberhofen (8)
„Volgt was auf begebenten Notfahl für ain Neuer Aus- oder Überschuß gemacht“
„bewört“ und „unbewört“
„Volgen Hernach die ledigen unverheyratenen zum gewähr taugenliche personen“
aus „Telfs, Pfaffenhofen, Oberhofen, Flaurlingen, Pollingen, Ynnzing und Hätingen, Häting und Berger, Pettenau, Leuitasch, Reith, Seefeldt, Rannggen, Oberperfas“
Aus „Zyrl“ sind genannt:
Christof Nagele, Conrad Löfler, Niclauß Schaffenrat, Michael Kränbiter

Die Zirler Schützenchronik behandelt Ereignisse, welche die Geschichte des Landes Tirol geformt und das Tiroler Schützenwesen geprägt haben. Dabei werden den Aufgeboten des Landes und des Gerichtsbezirkes Hörtenberg / Telfs ein besonderes Augenmerk geschenkt, wobei im speziellen auf die jeweiligen geschichtlichen Ereignisse in unserem Heimatort Zirl und auf deren Schützenkompanie eingegangen wird.

Raeter und Römer

Schon die Illyrer, die in grauer Vorzeit die Alpengebiete bewohnten und die ihnen nachfolgenden Raeter waren wehrhafte Menschen. Sie leisteten den Römern, die um 15 v. Chr. ins Inntal und weiter nach Norden vorstießen, hartnäckig Widerstand. Der Ruf ihrer militärischen Tüchtigkeit wurde ihnen von den Römern bestätigt. Die Römer hatten vermutlich deshalb Rätien nie ganz unter ihre Kontrolle gebracht. Sie beschränkten ihre Erschließung hauptsächlich auf Kastelle und Militärstationen um die Militärstraßen zu sichern. Die Anlage von Gutshöfen und die Veteranensiedlungen blieben im Alpenraum eher bescheiden. Der Hauptaugenmerk der Römer lag im Alpenvorland. Das war auch der Grund, weshalb die Romanisierung in den Alpen langsamer als an Donau und Rhein vorangekommen ist und sich die Sprachen beider Völker zum „Rätoromanischen“ mischte.

Teriolis Das Römerkastell „Statio Teriolis“ in Martinsbühel war neben dem Militärlager „Veldidena“ in Wilten einer der wenigen römischen Stützpunkte im Inntal. Um 400 n. Chr. ist die „Statio Teriolis“ Sitz zweier ranghoher Offiziere. Der Befehlshaber eines Sonderkommandos „Tribunus gentis per Raetie deputate“ und des Präfekten der III. Italischen Legion „Praefectus legionis III. Italicae transrectioni specierum deputatae“ werden dort erwähnt. Auch eine frühchristliche Kirche, aus dem 5. Jahrhundert ist in Teriolis belegt. Dies zeigt, dass bereits mit den Römern das Christentum in unser Land gekommen ist.

Aus dem römischen „Teriolis“ hat sich durch Lautverschiebung das bajuwarische Cyreolum (799), Cirala (977) und Cirla (1050) der heutige Ortsname Zirl entwickelt.

Im Zuge der Völkerwanderung ist das römische Kastell „Teriolis“ zerstört worden.

Völkerwanderung

In der Zeit der Völkerwanderung, die mit dem Einfall der Hunnen um 375 n. Chr. begann, sind geschichtliche Aufzeichnungen sehr spärlich. Dies ist umso bedauerlicher, sind doch zwischen dem 5. und dem 7. Jahrhundert n. Chr. bedeutende Veränderungen für die Geschichte unseres Landes erfolgt. An Stelle der römischen Kohorten zogen nun Germanenfürsten mit ihren Kriegern durch das Land Richtung Süden. Dabei musste die Bevölkerung sehr viel Leid ertragen, da vermutlich nicht nur Teriolis zerstört wurde.

In diesen anhaltenden Wirren ging die staatliche römische Autorität unter. Die Ostgoten unter Theoderich (439 - 526), der in den deutschen Heldensagen als Dietrich von Bern bekannt ist, übernahmen die Herrschaft in unserem Land. Die Stadt Verona wird von den Ostgoten als Bern bezeichnet.

Die germanischen Langobarden dringen in unser Land ein. Die Wehrbereitschaft zur Verteidigung ihres Machtbereiches ausgenützt und durch Wehrbauten und dem Aufbau eines Milizsystems gezielt gefördert.
Der Ostgotenkönig Witigis trat 536 große Teile Raetiens an die Franken ab.

Bayerische Herzöge

Im letzten Abschnitt der germanischen Völkerwanderung nahmen die Baiwaren (Bajuwaren), und Alemannen das Land im Gebirge in Besitz. Wie alle Germanen besaßen auch sie im Verhältnis zu ihrer Volkszahl eine beträchtliche Wehrkraft, weil sie alle Bevölkerungsschichten in die Heeresgemeinschaft eingebunden haben. Die Verteidigung des Gebietes, das die Menschen zur bäuerlichen Bewirtschaftung und damit zur Fortpflanzung ihrer Sippen brauchten, war Sinn und Ziel dieser steten Wehrbereitschaft.

Wenn in Tirol, durch die ganze spätere Geschichte, der Bauernstand wehrhaft und in einem gewissen Sinne die allgemeine Wehrpflicht wirksam geblieben ist, so geht das zu einem guten Teil auf diese Umstände der germanischen Völkerwanderung zurück.

Die bereits unter den Römern einsetzende Christianisierung unseres Landes wird von den bayerischen Herzögen fortgesetzt. 763 wird in Scharnitz bereits ein Kloster gegründet. Die von den bayerischen Herzögen getätigten Klostergründungen haben die Geschichte unseres Landes bis heute geprägt.

799 – Erste urkundliche Erwähnung von Zirl

Der „Edle von Gayo“, der zum bayerischen Adelsgeschlecht der „Huosi“ gehörte, schenkt seinen Besitz im „Poapintal“ (Oberinntal) zu Cyreolu dem Kloster Schlehdorf in Bayern.

Der Frankenkönig, „Karl der Große“ (768-814), der alle germanischen Herzöge unterwarf, teilte seinen Besitz in Grafschaften und Marktgrafschaften, die seinem Machtbereich im weltlichen und kirchlichen unterstanden. Die von ihm eingesetzten Grafen und Bischöfe waren verpflichtet, den Kaiser bei militärischen Unternehmungen zu unterstützen und das Land in seinem Sinne zu verwalten.

Deshalb wird ab dem 8. Jahrhundert das Heerwesen immer mehr vom Ritterstand geprägt. Diese Ritter waren im heutigen Sinne Berufssoldaten, die vor allem die wichtigen Verkehrswege und Alpenübergänge zu sichern hatten. Trotz diesen „Berufskriegern“, die sich durch Turniere ständig in der Kampftechnik übten, wird auf das Aufgebot der freien Bauern, selbst zur Hochblüte des Ritterstandes vom 11. bis ins 13. Jahrhundert, nie ganz verzichtet. Diese Aufgebote der freien Bauern wurden bereits damals hauptsächlich zur Verteidigung der Heimat eingesetzt.

Der deutsche König „Otto der Große“ (936-973) hat bei der Lehensvergabe die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass die geistlichen Lehensträger verlässlicher waren als selbst seine nächsten Verwandten. Die Vergabe der Lehen an Bischöfe und Klöster hatte zusätzlich noch den Vorteil, dass das Lehen dadurch nicht vererbt werden konnte. Da diese Bischöfe vom ihm bestellt wurden, konnte er natürlich die ihm nahestehenden Bischöfe bevorzugen und war die Sorge des Erbrechtes los.

Das „Lehen“ war ein vom deutschen König, zur Nutzung verliehener Besitz, und der „Lehensträger“ waren die Pächter, die das „Lehen“ verwalteten.

Damit waren die Bischöfe von Trient und Brixen neben den kirchlichen auch die weltlichen Herren im Lande. Sie hatten unter anderem dafür zu sorgen, dass die deutschen Könige, die zur Krönung zu römisch-deutschen Kaisern nach Rom zogen, gefahrlos durch das „Land im Gebirge“, wie Tirol damals genannt wurde, ziehen konnten. Die Geistlichkeit war aber durch diese Lehen von der Gunst des Kaisers abhängig. Durch Grundschenkungen und der Verleihung verschiedener königlicher Rechte (Regalien) wurde die Machtfülle aber auch die Abhängigkeit der Bischöfe gefördert.

Papst Gregor VII. (1073-1085), wiedersetzt sich dieser weltlichen Einmischung in kirchenrechtliche Belange. Es gab in der Kirche, eine vom Kloster Cluny bei Lyon ausgehende Bewegung, die mit dieser Vermischung von weltlichen und geistlicher Gewalt ganz und gar nicht einverstanden war. Es kommt dadurch zu langen Auseinandersetzungen zwischen den Päpsten und den deutschen Königen.

Die Grafen in Tirol waren es, hauptsächlich die Grafen von Eppan, Tirol und Andechs, diese nützten Meinungsverschiedenheiten zwischen Papst und Kaiser geschickt aus. Das Streben all dieser Adelsgeschlechter war darauf ausgerichtet, den Bischöfen, die diese Grafen als weltliche Verwalter eingesetzt hatten, möglichst viel von ihrer weltlichen Macht zu nehmen um sich dadurch als ebenbürtige Lehenpartner behaupten zu können.

Fragenstein

1227 wird erstmals die Burg Fragenstein und das Geschlecht des Ritters „Fridericus von Fragenstein“ erwähnt.

1229 stoßen wir erstmals, im „Landfrieden“, auf den Hinweis, dass alle Grundbesitzer, die ein bestimmtes Einkommen hatten, zur Landesverteidigung verpflichtet waren.

Dieser Vertrag, der zwischen dem Bischof Heinrich von Brixen und Graf Albert von Tirol, geschlossen wurde, ist jeder Freie der mehr als 15 Mark Einkünfte aus seinem Grundbesitz hat, verpflichtet ist, sich ein gutes Streitross zu halten, widrigenfalls er bestraft wurde.

1248 - Dieser weitblickende Graf, Albert von Tirol, kann als Stammvater des Landes betrachtet werden, da er erstmals Teile des Inntales mit seinen Besitzungen an der Etsch in diesem Jahr vereinte. In diesem Vertrag scheint auch erstmals, an Stelle des „Land im Gebirge“, der Name „Dominium comitis Tyrolis“, also „Herrschaft des Grafen von Tirol“ auf. Das von ihm geschaffene Territorium überdauerte aber seinen Tod nicht. Das Erbe wurde unter seinen beiden Töchtern wieder aufgeteilt.

1263 - Erst „Meinhard II. von Görz“, einer der tüchtigsten Fürsten seiner Zeit, gelang dieser Zusammenschluß endgültig. Erst erzwang er vom Bischof von Trient die Vereinigung der Lehen der Tiroler- und der Eppaner Grafen. Durch einen Vertrag und durch die entschlossene Unterstützung des neugewählten deutschen Königs, Rudolf von Habsburg, gegen den Böhmenkönig Ottokar, sichert er sich dann auch Gebiete im Inntal. Die Burgen Fragenstein, Schlossberg bei Seefeld und Thaur waren in diesem Vertrag mit „Gebhard von Hirschberg“, ausgenommen, da dieser in Thauer seinen Sitz hatte. Durch seine Ehe mit der Witwe des Hohenstaufenkaisers „Konradin IV.“ erbte Meinhard II. auch Teile des Oberlandes und im Außerfern. Weiters erweiterte er seinen Besitz auch im Unterland durch Verträge.

Wichtiger für die weitere Geschichte des Landes war, dass er die erbliche Schutzgewalt über die Hochstifte Brixen und Trient dazu benützte, die Bischöfe, die eigentlich seine Lehensherren waren zu seine Untertanen zu machen. Dabei war ihm jedes Mittel, selbst brutale Gewalt, recht. Er wurde deshalb auch der „Schmied von Tirol“ genannt, der das Gesetz mit Amboss und Hammer zu seinen Gunsten formte.

1282 - Das gute Verhältnis mit dem deutschen König wurde noch enger geknüpft, als Rudolfs Sohn, Albrecht, Meinhards Tochter, Elisabeth, heiratete. Im Jahre 1282 bestätigte Rudolf von Habsburg urkundlich die Selbständigkeit Tirols und erhob ihn in den Reichsfürstenrang. Damit war Tirol zu einer „Gefürstete Grafschaft“ erhoben. Vergeblich bemühte sich der Herzog von Bayern, die ehemalige Abhängigkeit Tirols von Bayern einzufordern. Für die spätere Vereinigung Tirols mit Österreich waren damit schon die ersten Weichen gestellt.

1285 – In einer Stiftungsurkunde scheint erstmals das Wappen der Ritter von Fragensteiner, im Stift Stams als Siegel auf. Es zeigt einen Ritterhelm mit zwei gekreuzten Schafscheren als Helmzier. Aus diesem Wappen ist die Schafschere des heutigen Gemeindewappens von Zirl entlehnt.

Wenn die Tiroler, Meinhard II. den ersten Tiroler Landesfürsten, als Gesetzgeber und Befreier feierten, so hatten sie damit durchaus recht. Durch die Einführung der landesfürstlichen Rechtssprechung nahm er den adeligen Grundherren die Vormachtstellung gegenüber ihren Untertanen bei Gericht. Diese Entscheidung hat wesentlich zur Entstehung des freien Tiroler Bauern und damit zur Sonderentwicklung Tirols beigetragen.

1286 wird im Zuge dieser Gerichtsreform Meinhard II. das Gericht der Fragensteiner in Zirl aufgelassen und dem Gericht Hörtenberg zugeteilt.

Da Meinhards Sohn, Heinrich, keine männlichen Nachkommen hatte, setzte zwischen den bayerischen Wittelsbachern und den österreichischen Habsburgern, die beide mit ihm verwandt waren, ein zähes Ringen um Tirol ein. Zur Überraschung der Bayern und der Habsburger wurde die Tochter Heinrichs, Margarethe „Maultasch“, aber mit 12 Jahren bereits mit dem erst 9-jährigen Luxenburger Fürsten Johann verheiratet. Die auf diese Hochzeit folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Bayern und Habsburgern konnten von den Tirolern erfolgreich abgewehrt werden. Die Herrschaft der Luxenburger, die zu dieser Zeit auch Böhmen regierten, war für Tirol nicht glücklich. Die Kinderlosigkeit und die Behauptung Margareth's, dass die Ehe nie vollzogen wurde, genügte dem Kaiser Ludwig „der Bayer“, ihr seinen Sohn Ludwig als Ehemann anzubieten.

Diese zweite Ehe Margareth's, mit seinem Sohn, dem Marktgrafen Ludwig von Brandenburg, erkaufte sich der Kaiser durch Zugeständnisse bei der Mitsprache in der Regierung durch den Tiroler Adel. Diese Urkunde ist als der „Große Freiheitsbrief“ in die Geschichte Tirols eingegangen. Der Kaiser, „Heinrich der Bayer“ riskierte durch diese Heirat den Kirchenbann durch den Papst und leitete so seinen Niedergang ein. Seine Gegner waren erfolgreich, sie wählten Karl IV. von Luxenburg zum deutschen König.

Karl IV. von Luxenburg, drang in Tirol ein, brannte 1347 Bozen und Meran nieder und belagerte aber das Fürstenpaar auf Schloss Tirol vergeblich. Die Zeit war aber auch von anderen Katastrophen geprägt. 1384 richtete ein Erdbeben große Schäden an. Vier Jahre später verbreitete der „Schwarze Tod“, die Pest, Angst und Schrecken im ganzen Land.

Im Ausgleich mit den bayerischen Wittelsbachern, wurde von Karl IV., dem Mann Margareth's, Ludwig der Brandenburger, die Herrschaft über Tirol und Oberbayern zugesprochen. Er musste dafür seinen Brüdern die Marktgrafschaft Brandenburg und Niederbayern überlassen. Durch die Geburt eines Sohnes, Meinhard III. schien auch die Erbfolge und damit die Wiedereingliederung Tirols, in das bayerische Herzogtum der Wittelsbacher geregelt.

Ludwigs und Margarethas einziger Sohn, Meinhard III., heiratete Margarethe von Österreich, die Tochter Herzog Albrechts II. von Habsburg. Bei dieser Vermählung im Jahre 1359, vermachte die Landesfürstin, Margarthe „Maultasch“, vermutlich ohne Wissen ihres Gatten, die Grafschaft Tirol den Herzögen von Österreich für den Fall, dass sie selbst, ihr Mann und auch ihr Sohn ohne Erben sterben sollte. Herzog Ludwig, in Tirol immer noch „der Brandenburger“ genannt, verstirbt 1361 im Alter von 47 Jahren plötzlich.

1363 stirb auch Margareth's Sohn. Nach einer Woche schwieriger Verhandlungen, zwischen Rudolf „der Stifter“ und den Tiroler Räte, bei der die Urkunde, die anlässlich der Hochzeit ihres Sohnes unterzeichnet wurde, eine wesentliche Rolle spielte, war der Vertrag unter Dach und Fach. Maßgeblich dürfte für die Tiroler auch gewesen sein, dass Österreich bereits aus mehreren, nach innen selbständigen Ländern bestand und auch die Stände des von Habsburgern 1335 erworbenen Herzogtums Kärnten mit ihrem neuen Landesfürsten zufrieden war.

1363dankt die Tiroler Landesfürstin, Margarethe „Maultasch“ ab und Tirol huldigt dem Habsburger Herzog, Rudolf IV., der den Beinamen „der Stifter“ trug, obwohl auch die bayerischen Wittelsbacher, die Brandenburger und die Luxenburger Erbansprüche geltend machten.

Die bayerischen Wittelsbacher bekämpften diese Urkunde mit allen Mitteln. Die Herzöge Stephan und Albrecht dringen 1363 mehrmals mit Waffengewalt in Tirol ein und versuchen vergebens das Land in Besitz zu nehmen. Im Sommer dieses Jahres dringen sie brandschatzend auch in Zirl ein. Erst im Frieden von Schärding, im Jahre 1369, mussten die bayerischen Herzöge zur Kenntnis nehmen, dass Tirol österreichisch geworden ist. Dieser, aus Sicht der Bayern ungerechtfertigte Anschluss Tirols an Österreich hat jedoch im Laufe der Geschichte ständig zu Feindseligkeiten zwischen Bayern und Österreich geführt. Für das Land Tirol beginnt jedoch eine neue Epoche.

Achtung! Diese Seite verwendet Cookies und ähnliche Technologien.

Wenn Sie Ihre Browser-Einstellung nicht anpassen, stimmen Sie dem zu. mehr Informationen

Akzeptieren