1733-1735 Krieg gegen Frankreich um die Vorherrschaft in Italien, die Hörtenberger Schützen werden zum Schutz der Südgrenze aufgeboten.

1734 werden in Scharnitz (Porta Claudia) und in der Leutasch die Grenzbefestigungen ausgebaut und verstärkt.

1741 befehligt der Salzfaktor Georg Witting aus Zirl, die 150 Mann starke Schützenkompanie des Gerichtsbezirkes Hörtenberg im Zuge des „Österreichischen Erbfolgekrieges“ gegen Bayern. Leutnant ist der Zirler Forstknecht Johann Lechleitner.

1745 und 1770 Kaiserin Maria Theresia wollte im Zuge der „Schlesienkriege“ gegen Preussen die Tiroler Landesverteidigungsordnung (Tiroler sind nur zur Verteidigung Tirols verpflichtet) aufheben und an ihre Stelle, die Aushebung der Wehrfähigen zum allgemeinen Militärdienst durchsetzen. Dieses Ansinnen konnte vom Tiroler Landtag beidemale erfolgreich abgewendet werden.

1763 wird Anton Lechleitner als Schützenhauptmann erwähnt (vermutlich im Zuge des Siebenjährigen Krieges gegen Preussen).

1765 Die Zirler Schützen rücken unter Hauptmann Georg Witting beim Besuch der Kaiserin Maria Theresia in Innsbruck aus. In einer Urkunde wird die Hörtenberger Fahne mit einem Kreuz auf drei schwarzgelben Feldern erwähnt.

1778 wird in Tirol ein Jäger- und Scharfschützenkorps aufgestellt, das auch außerhalb des Landes Kriegsdienst zu versehen hatte (Bayrischer Erbfolgekrieg 1778-79).

1782 Kaiser Josef II. verfügt die Auflassung aller Tiroler Grenzbefestigungen mit Ausnahme der von Kufstein.

1786 Kaiser Josef II. führt ohne Rücksicht auf die Tiroler Eigenart (Landlibell 1511) die Konskription (Aushebung der Wehrfähigen zum Militärdienst) zur k.u.k. Armee ein, aber 1790 wird dieses Dekret bereits wieder widerrufen.

1796 Die Schützenkompanie Zirl ist im Juni mit dem Aufgebot des Gerichtsbezirkes Hörtenberg im Paznauntal und im Engadin und vom August bis zum 2. November unter Hauptmann Franz Sailer (Sohn des Steinbockwirtes) in der Scharnitz zur Grenzsicherung eingesetzt.

1797 Bei der „Schlacht von Spinges“ (April) sind die Zirler Schützen unter Hauptmann Johann Brunner, im Verband des Gerichtsbezirkes Hörtenberg, in der Gegend von Niederflains, südlich von Sterzing eingesetzt um das Vordringen des Feindes zum Brenner zu verhindern. Für besondere Tapferkeit erhielt die Hörtenberger Fahne von der Landschaft (Landtag) dafür die „Große Goldene Ehrenmedaille“ zuerkannt.

1799-1802 wird die Zirler Schützenkompanie (166 Mann) unter ihrem Hauptmann Johann Brunner (Löwen Wirt) im Paznauntal, und im „Oberen Gericht“ bei Finstermünz erwähnt, wo sie das Vordringen französischer Truppen verhindern. Die Hörtenberger Kompanie kommandiert Major Braitenberg von Telfs.

1805 Dieses Jahr ist eines der blutigsten in der Geschichte der Zirler Schützenkompanie. Die Zirler Schützenkompanie ist zur Verteidigung der Festung Leutasch unter Hauptmann Franz Sailer (Sohn des Steinbockwirtes) eingesetzt. Nach der Umgehung der Festung Leutasch über das „Alpl“ sind die Verteidiger der Festung eingeschlossen. Die meisten von ihnen fallen oder geraten in französische Kriegsgefangenschaft. Hauptmann Sailer wird seither vermisst. Nach französischen Berichten sollen dabei aber zwei Tiroler Schützenhauptleute gefallen sein. In den österreichischen Berichten wird dabei aber nur Hauptmann Scheidinger aus Oberperfuß erwähnt, weshalb angenommen werden kann, dass es sich bei dem zweiten gefallenen Schützenhauptmann um Franz Sailer handeln müßte.

Zirl wird von den französischen Soldaten geplündert und von einer ansteckenden Krankheit heimgesucht. Der Zirler Schützenhauptmann, der Kriegsjahre 1799-1802, Johann Brunner stirbt nach schwersten Mißhandlungen durch französische Soldaten.

1808 beginnt das bayrische Militär mit der Aushebung von Rekruten in Tirol. Diese Rekrutierungen waren eine Ursache für die Erhebung Tirols im Jahre 1809.

1809 „Tiroler Freiheitskampf“

Bei der Erhebung Tirols kommt es auch im Raum Zirl zu Gefechten und die Zirler Schützen werden auch bei der Erstürmung der Innbrücke in Innsbruck, bei den Bergiselschlachten, sowie bei Gefechten in Scharnitz und bei Schwaz erwähnt. Im Laufe dieses Jahres stellt Zirl mehrere Schützen, deren Hauptleute waren: Georg Witting (Salzfaktor), Peter Kriegl (Lehrer), Anton Plattner (späterer Priester), Michael Niederkircher (Postwirt) und Alois Heinrich Kuen (Frühmesser). Im November wird Zirl abermals von feindlichen Soldaten angezündet. 63 Wohnhäuser und 70 Wirtschaftsgebäude werden ein Raub der Flammen.

1815 Das bereits 1778 aufgestellte Jägerregiment wird neu errichtet. Daraus entsteht 1816 das Tiroler Kaiserjägerregiment, die ebenfalls k.u.k. Truppen waren und deshalb auch außerhalb der Landesgrenzen zum Dienst verpflichtet waren.

1822 Beim Besuch der Kampfstätten von 1809, zu dem Kaiser Franz I. den Zaren Alexander II. von Rußland, auch nach Martinsbühel eingeladen hat, rückt die Schützenkompanie unter Michael Niederkircher zum Empfang aus. Mit dabei dürfte vermutlich auch die in diesem Jahr gegründete Musikkapelle gewesen sein.

1848 rückt die Schützenkompanie Zirl erstmals urkundlich mit einer eigenen Fahne unter Hauptmann Paul Gastl, zur Verteidigung der Heimat in die Gegend des Stilfser Jochs aus. Ihr Quartier ist in Lichtenberg im Vintschgau. Hauptmann Gastl erhält vom Kaiser Ferdinand für das tapfere Verhalten seiner Schützenkompanie die „Goldene Tapferkeitsmedaille“ überreicht.

Weiters besucht der wegen der Unruhen aus Wien nach Tirol geflohene Kaiser fünf mal Zirl und besichtigt dabei alle historischen Kampfstätten von 1703 und 1809 rund um Zirl.
Die Schützenkompanie Zirl stellt dabei auch die Ehrenwache vor der Hofburg in Innsbruck, wobei sich die dazu auserkorenen Schützenkompanien abwechselten.

Im Zuge dieser Besuche bestieg der spätere Kaiser, Prinz Franz-Josef, auch den Solstein.

Aus diesem Jahr stammt auch das Zirler Schützenlied von Anton Plattner.

In diesem Jahr sind auch der Schützenhauptmann von 1809, Michael Niederkircher, und der amtierende Schützenhauptmann Paul Gastl zur Kaiserkrönung von Franz-Josef I. nach Olmütz eingeladen.

1849 ist die Schützenkompanie ebenfalls unter Hauptmann Paul Gastl zur Verteidigung der Südgrenze aufgeboten.

1852 Am 10. Mai wird in Zirl der Gemeindeschießstand neu eröffnet und mit einem Freischießen eingeweiht.

1855 Am 15. August wird die neue Fahne der Schützenkompanie geweiht. Die Kompanie ist dazu über 100 Mann stark ausgerückt. Das Fahnenblatt zeigt den kaiserlichen Adler und ein Bildnis der „Maria vom Guten Rat“. Unter dem Bild ist die Bitte an die Himmelskönigin „Steh’ im Streite uns zur Seite“ angebracht.

1857 rückt die Schützenkompanie unter Oberleutnant Gasser, zur Einweihung der neuen Pfarrkirche aus. Hauptmann Gastl hatte als Gemeindevorsteher (Bürgermeister) die Gemeinde zu repräsentieren.

1859 In diesem Jahr stand die Schützenkompanie Zirl, unter Hauptmann Paul Gastl, 80 Mann stark, ebenfals im Vintschgau im Einsatz. Vor dem Abmarsch nahm die Schützenkompanie noch an der Herz-Jesu-Prozession teil. Diesmal wurde die Hörtenberger Fahne mit der „Silbernen“ ausgezeichnet. Beim großen Festaufzug, am „Ehrentag Tirols“ (1809-1859) in Innsbruck trägt der Zirler Hauptmann des Jahres 1809, Michael Niederkircher die Fahne des Gerichtes Hörtenberg, „die alte Zeitzeugin der Kämpfe bei Spinges“.

1863 Die Schützenkompanie nimmt unter Hauptmann Paul Gastl, in Innsbruck am Festumzug „500 Jahre Tirol bei Österreich“ teil.

1866 werden die Zirler Schützen bei der Verteidigung der Südgrenzen bei Rovereto und Levico im Verband der Hörtenberger Schützen erwähnt. Die Zirler Schützenoffiziere sind Tobias und Josef Gspan.

1871 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, an Stelle der örtlichen Schützenkompanien werden drei Landesschützenregimenter zur Landesverteidigung gebildet. Die Schützenkompanien und Schützengilden waren ab diesem Zeitpunkt nur mehr eine landsturmpflichtige Organisation. Deren Mitglieder wurden zu den Kaiserjägern und Landesschützen (den späteren Kaiserschützen) eingezogen, nach deren Entlassung waren sie dann bis zum 45. Lebensjahr Landsturmpflichtig.

1881 Kaiser Franz-Josef I. besucht anläßlich der Eröffnung der Arlbergbahn Zirl. Die Schützenkompanie rückt unter Hauptmann Franz Gastl zum Empfang aus. Dabei erhält der Jungschützenhauptmann Anton Plattner (Taschn Tondl) für seine schneidige Meldung vom Kaiser aus dessen Federbusch (Tschako) eine Feder überreicht.

1884 Zum Jubiläum „400 Jahre Kaiser Max in der Martinswand“ rückt die Schützenkompanie unter Hauptmann Franz Gastl nach Martinsbühel aus.

1885 Beim Festumzug zum „2. Österreichischen Bundesschießen“ in Innsbruck rückt die Schützenkompanie ebenfalls unter Hauptmann Franz Gastl aus.

1893 Bei der Enthüllung des Andreas Hofer Denkmales am Bergisel steht die Schützenkompanie unter dem Kommando von Karl Thaler.

1899 Das älteste, trotz Dorfbrand von 1908 noch erhaltene Kompaniefoto wird beim Klefeler (Meilstr. 21) angefertigt. Hauptmann ist Josef Häfele (Gnaschger). Die Kompanie trägt den grauen Schützenrock und ist mit Wenzel Gewehren ausgerüstet.

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